Renault: Stark beim Elektroantrieb

Renault Stark beim Elektroantrieb

Der französische Automobilkonzern ist niedrig bewertet und profitiert von seiner Partnerschaft mit Nissan.

Der französische Automobilkonzern ist mit Renault, Dacia und Lada sowie der strategischen Partnerschaft mit Mitsubishi und Nissan breit aufgestellt. Der Jahresstart ist mit einem Absatzzuwachs von rund 5 % gelungen. Die Abhängigkeit von der Dieseltechnologie ist gering, und beim Elektroantrieb gehörte Renault zu den First Movern. Die Aktie ist günstig bewertet und liefert eine hohe Dividendenrendite. Allerdings ist Renault am chinesischen Markt kaum präsent. Die Margen sind im Kleinwagensegment nicht so hoch wie im Premiumsektor. Aufgrund der starken Abwertungen einiger internationaler Währungen zum Euro blieb der Umsatz trotz guter Verkaufszahlen im ersten Quartal nur annähernd konstant. Auch bei den Analysten sind die Meinungen geteilt.

Renault (WKN 893113)

Breites Portfolio: Renault S.A. gehört mit Renault, Dacia und inzwischen auch Lada zu den führenden europäischen Automobilherstellern. Zudem besteht eine Partnerschaft mit Mitsubishi und Nissan. An Nissan hält Renault 45 % der Aktienanteile. Mit insgesamt 10,6 Millionen verkauften Autos im Jahr 2017 erreichten die drei Partner gemeinsam einen ähnlichen Absatz wie der Volkswagen-Konzern.

Guter Jahresstart: Der Renault-Konzern konnte den Fahrzeugabsatz im ersten Halbjahr 2018 um 9,8 % auf 2,07 Millionen Einheiten steigern. Damit wuchs Renault stärker als der Weltmarkt (4,2 %). Überproportional legten die Franzosen in Europa und der Region Eurasien zu. Besonders stark um 24 % und 13 % legten Lada und Dacia zu.

Wenig Diesel – viel Elektro: Renault hat im Vergleich zur deutschen Konkurrenz einen geringeren Fokus auf der Dieseltechnologie. Mit dem Kleinwagen ZOE startete Renault 2013 schon früh ins Elektrozeitalter. Aktuell drängt der Elektrotransporter Master Z.E. auf den Markt. Bis zum Jahr 2022 will Renault-Chef Carlos Ghosn 20 elektrische und hybride Modelle entwickeln. Auch hier hilft die Partnerschaft mit Nissan.

Attraktive Bewertung: Renault ist im historischen Vergleich, aber auch gemessen am französischen Leitindex CAC 40 und der europäischen Automobilbranche, attraktiv bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf der Basis der Schätzungen für das Jahr 2018 liegt bei rund 5. Die Dividende stieg in den vergangenen Jahren regelmäßig an, aktuell beträgt die Dividendenrendite überdurchschnittliche 5,1 %.

Renault (WKN 893113)

Schwaches Asiengeschäft: Renault ist weiterhin stark von der europäischen Konjunktur abhängig. Mehr als die Hälfte der Fahrzeuge wurde auf dem alten Kontinent verkauft. Vor allem in China muss der Konzern aufholen. Die Verkäufe der Marken Jinbei und Huasong trugen mit rund 85 000 Fahrzeugen nur marginal zum Verkaufsergebnis bei.

Magere Renditen: Im Klein- und Mittelklassesegment sind die Renditen magerer. Das Renault-Management ist zwar überzeugt, auch 2018 eine operative Marge von rund 6 % zu erzielen. Damit notiert der Konzern aber rund zwei Prozentpunkte hinter einem Massenhersteller wie etwa Toyota. Luxusmarken wie Daimler und BMW liegen noch einmal deutlich darüber.

Ungünstige Wechselkurse: Obwohl der Absatzzuwachs im Halbjahr mit fast 10 % überzeugte, legten die Erlöse nur um 1,4 % auf fast 30 Milliarden Euro zu. Verantwortlich dafür waren die starken Abwertungen des Brasilianischen Reals, des Argentinischen Pesos, der Türkischen Lira in der ersten Jahrshälfte.

Gemischtes Urteil: Renault ist wie die gesamte Branche bei den Analysten aktuell eher umstritten. Zehn von 18 Experten sehen die Aktie des französischen Automobilkonzerns als „Kauf“, acht empfehlen „Halten“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 56 %.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 12.09.2018, Quelle: comdirect.de