Deutsche Post Rekordgewinn in Sicht

Das abgelaufene Jahr dürfte für die Deutsche Post trotz gesunkener Umsätze mit einem Rekordgewinn geendet haben.

Die Deutsche Post gehört zu den weltweiten Marktführern in der Logistik und profitiert vom stark steigenden Paketgeschäft. Die Aktie bietet eine attraktive Dividendenrendite und ist bei den Analysten wieder gut angesehen. Allerdings ging der Umsatz zuletzt zurück, internationale Konjunkturschwierigkeiten und neuer Protektionismus könnten die Expansionspolitik bremsen. Neue Konkurrenz könnte durch die Online-Versandhändler entstehen. Und die Aktie ist inzwischen wieder höher bewertet.

Deutsche Post (WKN 555200)

Internationale Größe: Die Deutsche Post AG gehört mit den Konzernmarken Deutsche Post und DHL zu den weltweit führenden Post- und Logistikdienstleistern im Brief-, Express- und Paketgeschäft. In Europa hat die Deutsche Post ein Netzwerk aufgebaut, an dem inzwischen 18 Staaten beteiligt sind.

Deutliche Gewinnsteigerung: Nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2016 war mit 2,4 Milliarden Euro bereits der operative Gewinn des gesamten Vorjahres erreicht. Nach dem traditionell lukrativen Weihnachtsgeschäft dürfte für das Gesamtjahr ein Rekordergebnis von 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro herauskommen.

Dividendenfantasie: Die Deutsche Post gehört seit Langem zu den zuverlässigsten Dividendenzahlern im DAX. Im Frühjahr hat das Unternehmen wie im Vorjahr 85 Cent ausgeschüttet. Für das kommende Jahr erwarten die Analysten ein Dividendenplus. Die Dividendenrendite liegt deutlich über 3 %.

Gestiegene Erwartungen: Die Deutsche Post hat bei den Analysten aktuell wieder ein gutes Standing. Von 22 Experten setzen 14 die Aktie auf „Kaufen“, sieben empfehlen „Halten“, nur einer „Verkaufen“: Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 59 %.

Deutsche Post (WKN 555200)

Dümpelnder Welthandel: Der Welthandel schreitet aktuell langsam voran. Nach Schätzung des IWF sollte er 2016 um gut 2 % zugelegt haben, deutlich weniger als im Schnitt seit der Jahrtausendwende. Falls der neue US-Präsident Donald Trump seine protektionistischen Ankündigungen in die Tat umsetzt, könnte es künftig sogar zu Rückgängen kommen.

Rückläufiger Umsatz: Langsam wachsender Handel und veränderte Währungsrelationen sorgten in den ersten neun Monaten 2016 für einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr. Bis Ende September 2016 erzielte die Deutsche Post Erlöse von knapp 42 Milliarden Euro, rund zwei Milliarden Euro oder fast 5 % weniger als 2015.

Neue Konkurrenten: Die digitale Revolution hat für die Deutsche Post zwei Seiten: E-Mail, SMS und andere Dienste machen viele Briefe überflüssig, gleichzeitig sorgt der Online-Handel für ein wachsendes Paketgeschäft. Aber wenn Großhändler wie Amazon die Logistik selbst übernehmen, könnte das zur Bedrohung des Kerngeschäfts der Post werden.

Höhere Bewertung: Die Deutsche Post ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14 bewertet. Das ist im historischen Vergleich eher hoch und muss in den kommenden Jahren mit Ergebnissen unterfüttert werden.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung der comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 18.01.2017, Quelle: comdirect.de