Reisenmarkt boomt: Gewinner Kreuzfahrtanbieter

Reisen Urlaub bringt Geld in Konzernkassen

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Der Reisemarkt boomt weltweit. Zu den Gewinnern gehören Tourismuswerte – vor allem Kreuzfahrtanbieter.

Im kroatischen Dubrovnik stöhnen die Einwohner über die Kreuzfahrer, die sich lindwurmgleich durch die schmalen Gassen der Innenstadt schieben. Venedig erwägt inzwischen gar eine Eintrittsgebühr für die Lagunenstadt. Der boomende Tourismus hat Auswüchse – aber er sorgt in der Reisebranche auch für viele Gewinner. Allein 2018 haben die Deutschen mehr als 90 Milliarden Euro für den Urlaub ausgegeben – Tendenz steigend. Terrorangst und hohe Ölpreise konnten die Lust auf Erholung nur kurzzeitig bremsen. Das Reisefieber hat längst auch die aufstrebenden Schwellenländer erfasst, wie das Hong Kong Trade Development Council feststellt: „Obwohl bisher nur 5 % der chinesischen Bevölkerung auf dem Festland über einen Reisepass verfügen, gab es 2017 immerhin 130 Millionen Touristenreisen ins Ausland. Bis 2020 soll diese Zahl auf über 200 Millionen steigen.“ Ein Großteil dieser chinesischen Urlauber bleibt in Asien – aber auch Europa wird von diesem Boom erfasst werden. Beliebte Hotspots wie Barcelona, Paris oder Venedig stellen sich darauf ein.

Kreuzfahrtanbieter profitieren vom Boom

Die Grundstimmung in der Tourismusbranche ist positiv. Aber welche Aktien könnten profitieren? Zur Branche gehören Reiseveranstalter, Kreuzfahrtanbieter, Airlines, Flughäfen und auch Hotelketten. Speziell die klassischen Reiseanbieter standen zuletzt massiv unter Druck. Hier hatten bei den bekannten Namen wie TUI (WKN TUAG00) oder Thomas Cook (WKN A0MR3W) deutliche Rückgänge bei der Ertragskraft auf den Kurs gedrückt. Sehr viel aussichtsreicher zeigen sich die Anbieter von Kreuzfahrten. Diese Sparte boomt, der globale Kreuzfahrtmarkt wächst im Vergleich zum Reisemarkt überproportional. So legte die Zahl der Kreuzfahrtpassagiere 2018 weltweit um 6,7 % auf insgesamt 28,52 Millionen zu. Noch macht der Kreuzfahrtsektor nur 2 % der globalen Reisebranche aus – doch der Anteil wächst rasant.

In der Kreuzfahrtbranche geben drei Unternehmen den Ton an: Royal Caribbean (WKN 886286), Norwegian Cruise Line (WKN A1KBL8) und Carnival (WKN 120071). Der Name Carnival, der globalen Nummer eins der Branche, ist in Deutschland weniger bekannt – wohl aber die Marke „AIDA“, mit der Carnival hierzulande aktiv ist. Die AIDA‐Flotte umfasst aktuell zwölf Schiffe und soll bis 2023 auf 16 ausgebaut werden, weltweit hat Carnival 103 Schiffe unter Flagge. In den vergangenen fünf Jahren konnte das Unternehmen den Umsatz um fast 50 % auf zuletzt 14,1 Milliarden Britische Pfund steigern. Beim Gewinn ging es sogar überdurchschnittlich um rund 22 % pro Jahr auf nunmehr 2,35 Milliarden Britische Pfund nach oben.

Investitionen per ETF

Wer nicht zu Einzelwerten greifen will, kann im Reisesegment auf einen ETF (WKN A0H08S) setzen. Er enthält die Touristik‐Aktien, die im STOXX Europe 600 Travel & Leisure Index gebündelt sind. Eine der drei größten Positionen ist die Compass Group (WKN A2DR6K). Dahinter verbirgt sich das größte Catering‐Unternehmen der Welt. Danach folgen mit der Intercontinental Hotels Group (WKN A2PA4R) ein globaler Hotelanbieter und schließlich der britische Hotel‐ und Gaststättenbetreiber Whitbread (WKN A0LGB1). Das Kreuzfahrtunternehmen Carnival findet sich an vierter Stelle. Insgesamt bringen es diese vier größten Unternehmen in dem ETF auf eine Gewichtung von knapp 47 %. Die Kostenquote für diesen ETF liegt bei 0,46 % pro Jahr.

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