StayHigh-/StayLow-Optionsscheine: Prognosen sollten stimmen

StayHigh-/StayLow-Optionsscheine Prognosen sollten stimmen

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Mit Stay­High- und Stay­Low-Opti­ons­schei­nen sind in ruhi­gen Märk­ten attrak­ti­ve Ren­di­ten mög­lich.

Pro­gno­sen sind schwie­rig, beson­ders wenn sie die Zukunft betref­fen.“ Die­ses Bon­mot wird wahl­wei­se Mark Twain, Karl Valen­tin oder auch Win­ston Chur­chill zuge­schrie­ben. Es gilt auch für die Ent­wick­lung von Akti­en­märk­ten und ein­zel­nen Titeln. Wenn die Pro­gno­sen nicht zu kom­plex aus­fal­len, kön­nen sie durch­aus auf­ge­hen. Recht ein­fach sind die Pro­gno­sen bei Stay­High- und Stay­Low-Opti­ons­schei­nen. Anle­ger ver­die­nen mit die­sen Papie­ren, wenn star­ke Kurs­be­we­gun­gen des Basis­wer­tes nach oben (Stay­Low) oder nach unten (Stay­High) aus­blei­ben.

Großzügig kalkulieren

Eine posi­ti­ve Wert­ent­wick­lung von Stay­High-Opti­ons­schei­nen ist dar­an gekop­pelt, dass der Kurs des Under­ly­ings eine vor­ab fest­ge­leg­te Bar­rie­re (Knock-out-Level) wäh­rend des gesam­ten Beob­ach­tungs­zeit­raums nie­mals berührt oder unter­schrei­tet. In die­sem Fall erhal­ten ihre Besit­zer bei Fäl­lig­keit den fes­ten Rück­zah­lungs­be­trag von zehn Euro pro Schein aus­ge­zahlt. Wird die K.-o.-Schwelle dage­gen auch nur ein ein­zi­ges Mal ver­letzt, ver­fal­len die Papie­re nahe­zu wert­los. Der Emit­tent zahlt dann einen Rest­wert von 0,001 Euro aus. Der Abstand zur Bar­rie­re soll­te des­halb kei­nes­wegs zu knapp gewählt wer­den.

Ein Stay­High-Opti­ons­schein auf den DAX (WKN ST5UF0) bei einem aktu­el­len Brief­kurs von 9,31 Euro zum Bei­spiel bringt es auf eine Ren­di­te von 7,4 %, wenn der DAX bis zum 16.08.2019 kon­stant ober­halb der Mar­ke von 10.200 Punk­ten notiert. Bei einem Abstand zur Bar­rie­re von der­zeit rund 1.750 DAX-Zäh­lern ent­spricht dies einer aufs Jahr umge­rech­ne­ten Ren­di­te von ca. 35 %. Spe­ku­la­ti­ve­re Anle­ger kön­nen bei glei­cher Fäl­lig­keit auch Bar­rie­ren von 10.400 (WKN ST9H51) oder 10.600 Punk­ten (WKN ST9H53) wäh­len. Dann stei­gen die Gewinn­chan­cen bei aller­dings gleich­zei­tig zuneh­men­dem Risi­ko eines Total­ver­lus­tes auf 9,6 bzw. 13,8 % an.

StayLow für negativ gestimmte Anleger

Wer für die kom­men­den Mona­te eher mit fal­len­den Akti­en­märk­ten rech­net, kann zu Stay­Low-Opti­ons­schei­nen grei­fen. Hier kommt es nur dann zur Aus­zah­lung der aus­ge­lob­ten zehn Euro, wenn das Under­ly­ing wäh­rend der gesam­ten Lauf­zeit der Schei­ne unter einer vor­ge­ge­be­nen Knock-out-Schwel­le ver­harrt. Wird etwa die Mar­ke von 13.200 DAX-Punk­ten bis zum 19. Sep­tem­ber weder berührt noch unter­schrit­ten, kommt es bei ent­spre­chen­den Stay­Lows mit eben­die­ser Bar­rie­re (WKN HX4ELR) zu Zuge­win­nen von 22,9 %. Andern­falls ist der Ein­satz ver­lo­ren.

Grund­sätz­lich müs­sen die Opti­ons­schei­ne nicht bis zur End­fäl­lig­keit gehal­ten wer­den. Bei weit­ge­hend unver­än­der­tem Index­stand kommt es mit abneh­men­der Rest­lauf­zeit auto­ma­tisch zu Wert­stei­ge­run­gen, die rea­li­siert wer­den kön­nen. Das Spek­trum der Basis­wer­te geht über den DAX oder Akti­en­in­di­zes hin­aus. So fin­den sich im Ange­bot der Hypo­Ver­eins­bank (HVB) und der Socié­té Géné­ra­le auch Stay­Highs und Stay­Lows auf eine gan­ze Rei­he von Ein­zel­ti­teln.

Stay­High- und Stay­Low-Opti­ons­schei­ne unter­lie­gen Kurs­schwan­kun­gen. Damit sind Kurs­ver­lus­te bis hin zum Total­ver­lust des ein­ge­setz­ten Kapi­tals mög­lich. Die­ser tritt bei Stay­Highs und Stay­Lows bereits ein, wenn der Kurs des Basis­wer­tes wäh­rend der Lauf­zeit die Knock-out-Schwel­le berührt oder unter­schrei­tet. Die frü­he­re Wert­ent­wick­lung ist kein ver­läss­li­cher Indi­ka­tor für die zukünf­ti­ge Wert­ent­wick­lung. Bei Stay­Highs und Stay­Lows besteht als Schuld­ver­schrei­bung zudem ein Emit­ten­ten­ri­si­ko. Bei Zah­lungs­un­fä­hig­keit des Emit­ten­ten kön­nen Ver­lus­te bis hin zum Total­ver­lust ein­tre­ten. Die Aus­wahl der Wert­pa­pie­re und sons­ti­gen Finanz­in­stru­men­te dient aus­schließ­lich Infor­ma­ti­ons­zwe­cken und stellt kein Ange­bot, kei­ne Auf­for­de­rung oder Emp­feh­lung zum Kauf oder Ver­kauf von Finanz­in­stru­men­ten dar. Sie soll ledig­lich Ihre selbst­stän­di­ge Anla­ge­ent­schei­dung erleich­tern und ersetzt kei­ne anleger‐ und anla­ge­ge­rech­te Bera­tung. Die hier dar­ge­stell­ten Infor­ma­tio­nen und Wer­tun­gen genü­gen nicht den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen zur Gewähr­leis­tung der Unvor­ein­ge­nom­men­heit einer Anla­ge­emp­feh­lung oder Anla­ge­stra­te­gie­emp­feh­lung. Die Dar­stel­lung gibt nicht die Mei­nung von com­di­rect wie­der. Dar­über hin­aus unter­lie­gen die dar­ge­stell­ten Wert­pa­pie­re und sons­ti­gen Finanz­in­stru­men­te kei­nem Ver­bot des Han­dels vor der Ver­öf­fent­li­chung von Anlage‐ oder Anla­ge­stra­te­gie­emp­feh­lun­gen. Stand: 05.06.2019; Quel­le: comdirect.de