Österreich
Da wächst was!

Die Alpen­re­pub­lik prof­i­tiert vom Touris­mus und guten Wirtschafts­beziehun­gen zu Osteu­ropa. Anleger kön­nen par­tizip­ieren.

Die Öster­re­ich­er sind schneller und auch noch deut­lich jünger als die Deutschen – zumin­d­est auf der poli­tis­chen Führungsebene. Während die 63-jährige Angela Merkel knapp sechs Monate für die Bil­dung ihres Kabi­netts brauchte, schaffte es der neue öster­re­ichis­che Bun­deskan­zler, der erst 31-jährige Sebas­t­ian Kurz, in ger­ade ein­mal zwei Monat­en.

Hoff­nungsträger oder Recht­spop­ulist – an Sebas­t­ian Kurz (ÖVP), dem jüng­sten Regierungschef in der Europäis­chen Union, schei­den sich die Geis­ter. Fakt ist: Öster­re­ich hat mit der Regierung aus ÖVP und der von Heinz-Chris­t­ian Stra­che geführten FPÖ einen Schritt nach rechts auf der poli­tis­chen Land­karte gemacht. Ökonomisch hat der Regierungswech­sel der Alpen­re­pub­lik bis­lang nicht geschadet.

Starkes Wachstum

Die Wirtschaft wächst weit­er sehr solide. Nach­dem es 2017 zu einem Plus beim Brut­toin­land­spro­dukt (BIP) von 2,9 % gekom­men ist, soll das Wach­s­tum laut Schätzun­gen des Inter­na­tionalen Währungs­fonds (IWF) im laufend­en Jahr immer­hin 2,6 % betra­gen. Das Öster­re­ichis­che Insti­tut für Wirtschafts­forschung (WIFO) erwartet derzeit gar ein BIP-Plus von 3,2 %.

Wichtiger Indika­tor für die Gesund­heit der Wirtschaft ist der Arbeits­markt. Die Arbeit­slosen­quote sank im Juni gegenüber dem Vor­jahres­monat von 7,6 % auf 6,8 % – Ten­denz weit­er fal­l­end. „Die Kon­junk­tur läuft bemerkenswert gut. Das Wach­s­tum liegt ein­deutig über 3 %. Wir gehen davon aus, dass wir das ganze Jahr über kräftige Rück­gänge in der Arbeit­slosigkeit sehen wer­den“, so Johannes Kopf, Chef des Arbeits­mark­t­ser­vice (AMS). Ana­lysten des WIFO sehen die Arbeit­slosen­quote bis Ende 2019 sog­ar bei his­torisch niedri­gen 5 %.

Stärker als Deutschland

Schon heute liegt die öster­re­ichis­che Wirtschaft­sleis­tung pro Kopf nach Schätzun­gen des IWF bei 37.000 Euro im Jahr – und damit um rund 1.200 Euro höher als in Deutsch­land. Von der guten Kon­junk­turen­twick­lung sollte mit­tel- und langfristig auch der Aktien­markt prof­i­tieren. Ohne­hin befind­et sich der Leitin­dex ATX, der die 20 größten börsen­notierten Unternehmen des Lan­des enthält, seit Som­mer 2016 im Aufwärt­strend.

969191 — ATX

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Banken im Blick

Die im ATX gebün­del­ten Unternehmen repräsen­tieren alle bedeu­ten­den Indus­triezweige Öster­re­ichs. Span­nende Einzel­w­erte im Index sind die bei­den öster­re­ichis­chen Großbanken Erste Group Bank (WKN 909943) und Raif­feisen­bank Bank Int. (WKN A0D9SU), die bei­de die Finanzkrise fast prob­lem­los über­standen haben. Während in Deutsch­land vor allem die Deutsche Bank weit­er­hin eher schwache Geschäft­szahlen liefert, zeigen Öster­re­ichs Banken zudem deut­lich steigende Quar­tals­gewinne. Sie prof­i­tieren aktuell auch wieder ver­mehrt von der starken Aus­rich­tung ins benach­barte Osteu­ropa.
Zu den größten Indexw­erten gehört auch Wiener­berg­er (WKN 852894). Der Konz­ern gilt als ein führen­der Anbi­eter von Baustof­fen und prof­i­tiert beson­ders von der guten Bau-Kon­junk­turen­twick­lung im Heimat­land. Der Öl- und Gaskonz­ern OMV (WKN 874341) dage­gen erhält Rück­en­wind durch den steigen­den Ölpreis. Zudem zahlt das Unternehmen eine Div­i­den­den­ren­dite von rund 3 %.

Risiken streuen

Anleger kön­nen auch bre­it gestreut in die öster­re­ichis­che Wirtschaft investieren – etwa per ETF von Com­Stage (WKN ETF031), iShares (WKN A0D8Q2) oder XTrack­ers (WKN DBX0KJ). Die HypoVere­ins­bank (HVB) bietet zudem ein End­los-Zer­ti­fikat (WKN 787324) auf den Index. „Der ATX ist ein Kursin­dex, weshalb Div­i­den­den nicht anrechen­bar sind“, erk­lärt Sebas­t­ian Bleser, Zer­ti­fikate-Experte bei der HVB. „Im Gegen­zug verzicht­en wir auf die Erhe­bung ein­er jährlichen Man­age­ment­ge­bühr.“

Aktien, ETFs und Index-Zer­ti­fikate unter­liegen Kurss­chwankun­gen. Damit sind Kursver­luste bis hin zum Totalver­lust des einge­set­zten Kap­i­tals möglich. Zer­ti­fikate bergen zudem ein Emit­ten­ten­risiko. Bei Zahlung­sun­fähigkeit des Emit­ten­ten kön­nen Ver­luste bis hin zum Totalver­lust ein­treten. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Die Beschrei­bung der Wert­pa­piere stellt keine Kauf- oder Verkauf­sempfehlung dar. Stand: 18.07.2018; Quelle: comdirect.de