Nike Offensive in China und Europa

Nike ist gemeinsam mit Frankreich „Weltmeister“ und wächst weltweit stark. Probleme gibt es dagegen weiterhin auf dem Heimatmarkt.

Nike ist seit Langem die umsatzstärkste Sportmarke der Welt und erzielte zuletzt ein deutliches Umsatzplus. Die Aussichten für die kommenden Monate mit dem Fokus auf die Fußballweltmeisterschaft in Russland sind gut. Bei den Analysten genießt der Sportartikler weiterhin hohes Ansehen. Allerdings bereiten Rückgänge beim Umsatz und bei Marktanteilen auf dem Heimatmarkt weiterhin Sorgen. Die Steuerreform von Donald Trump verhagelte die Bilanz des dritten Quartals im laufenden Geschäftsjahr. Die Aktie ist hoch bewertet und bietet nur eine geringe Dividendenrendite.

Nike (WKN 866993)

Herausragende Marktstellung: Nike ist seit fast 30 Jahren die Nummer eins unter den Sportartikelherstellern und hat diesen Rang trotz aller Bemühungen der Konkurrenz nicht abgegeben. 2013 wurde das Unternehmen mit dem Markenzeichen „Swoosh“ in den Dow Jones 30 aufgenommen. Seitdem stiegen Umsatz, Gewinn und Dividenden kontinuierlich an.

Starkes Umsatzwachstum: Im 4. Quartal des gebrochenen Geschäftsjahres 2017/2018 (zum 31. Mai) hat Nike den weltweiten Umsatz um 13 % auf 9,8 Milliarden US-Dollar gesteigert und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Erlöse legten in China und in Europa aber auch auf dem Heimatmarkt USA zu.

Drittes Standbein Fußball: Nach der Jahrtausendwende hat Nike mit dem Fußball ein starkes drittes Standbein neben „Running“ und „Basketball“ aufgebaut. Das hat sich bei dieser Weltmeisterschaft gezeigt – der Sieger Frankreich trug wie Finalgegner Kroatien Nike.

Optimismus bei den Experten: Nike steht traditionell bei den Analysten sehr gut im Ansehen. Von 15 Einschätzungen lauten zurzeit 10 auf „Kauf“, vier Experten optieren für „Halten“, ein einziger empfiehlt den Verkauf. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 60 %.

Nike (WKN 866993)

Probleme auf dem Heimatmarkt: In den USA ist Nike zwar weiterhin Marktführer, verliert aber seit Jahren Umsatz- und Marktanteile an adidas und den Newcomer Under Armour. Auch im vergangenen Quartal ging der Umsatz um 6 % zurück. Eine neue Sneaker-Generation mit einer sogenannten „React-Polstertechnologie“ soll die Wende bringen.

Minus durch Steuerreform: Eine Abschreibung von zwei Milliarden US-Dollar hat Nike mit 921 Millionen US-Dollar bzw. 57 Cent je Aktie in die roten Zahlen gerissen. Der Grund: Die US-Steuerreform entlastet die US-Unternehmen zwar langfristig deutlich, zunächst fallen aber häufig hohe Einmalkosten in der Bilanz an – so wie bei Nike. Ohne die Sonderbelastung hätte der Nachsteuergewinn auf dem Vorjahresniveau von 68 Cent pro Aktie gelegen.

Hohe Bewertung: Nike gehört nach den vergangenen Kurssteigerungen zu den Markenaktien mit einer recht hohen Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis 2018 liegt inzwischen bei fast 30. Die Dividendenrendite notiert bei rund 1,1 und liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt amerikanischer Standardwerte.

Zwei Jahre ohne Großevent: In den Jahren mit Fußball-Weltmeisterschaften und vor allem mit Olympischen Spielen stehen die Sportartikler besonders im Fokus. Das bekommt im Vorfeld meist auch ihren Börsennotierungen gut. Mit einem solchen Schub kann Nike erst wieder 2020 durch die Olympischen Spiele in Tokio rechnen.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Bei Anlagen außerhalb des Euro-Raums bestehen zudem Währungsrisiken. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 15.08.2018; Quelle: comdirect.de