Nike
Offensive in China und Europa

Nike hofft auf den Welt­meis­ter­ti­tel und wächst weltweit stark. Prob­leme gibt es dage­gen weit­er­hin auf dem Heimat­markt.

Nike ist seit Langem die umsatzstärk­ste Sport­marke der Welt und erzielte zulet­zt ein deut­lich­es Umsatz­plus. Die Aus­sicht­en für die kom­menden Monate mit dem Fokus auf die Fußball­welt­meis­ter­schaft in Rus­s­land sind gut. Bei den Ana­lysten genießt der Sportar­tik­ler weit­er­hin hohes Anse­hen. Allerd­ings bere­it­en Rück­gänge beim Umsatz und bei Mark­tan­teilen auf dem Heimat­markt weit­er­hin Sor­gen. Die Steuer­reform von Don­ald Trump ver­hagelte die Bilanz des drit­ten Quar­tals im laufend­en Geschäft­s­jahr. Die Aktie ist hoch bew­ertet und bietet nur eine geringe Div­i­den­den­ren­dite.

Nike (WKN 866993)

Her­aus­ra­gende Mark­t­stel­lung: Nike ist seit fast 30 Jahren die Num­mer eins unter den Sportar­tikel­her­stellern und hat diesen Rang trotz aller Bemühun­gen der Konkur­renz nicht abgegeben. 2013 wurde das Unternehmen mit dem Marken­ze­ichen „Swoosh“ in den Dow Jones 30 aufgenom­men. Seit­dem stiegen Umsatz, Gewinn und Div­i­den­den kon­tinuier­lich an.

Starkes Umsatzwach­s­tum: Im drit­ten Quar­tal des gebroch­enen Geschäft­s­jahres 2017/2018 (zum 28. Feb­ru­ar) hat Nike den weltweit­en Umsatz um 9 % gesteigert und damit die eigene Prog­nose übertrof­fen. Beson­ders stark legten die Erlöse in Chi­na mit 24 % und in Europa mit 19 % zu.

Drittes Stand­bein Fußball: Nach der Jahrtausendwende hat Nike mit dem Fußball ein starkes drittes Stand­bein neben „Run­ning“ und „Bas­ket­ball“ aufge­baut. Die Chance auf einen „Nike-Welt­meis­ter­ti­tel“ in Rus­s­land ist groß. Denn das Unternehmen stat­tet zehn Teil­nehmer aus – neben Top-Favorit Brasilien auch Frankre­ich, Eng­land und den amtieren­den Europameis­ter Por­tu­gal.

Opti­mis­mus bei den Experten: Nike ste­ht tra­di­tionell bei den Ana­lysten sehr gut im Anse­hen. Von 16 Ein­schätzun­gen laut­en zurzeit 11 auf „Kauf“, vier Experten optieren für „Hal­ten“, ein einziger emp­fiehlt den Verkauf. Der comdi­rect Ana­lysten­score liegt damit bei über­durch­schnit­tlichen 62 %.

Nike (WKN 866993)

Prob­leme auf dem Heimat­markt: In den USA ist Nike zwar weit­er­hin Mark­t­führer, ver­liert aber seit Jahren Umsatz- und Mark­tan­teile an adi­das und den New­com­er Under Armour. Auch im ver­gan­genen Quar­tal ging der Umsatz um 6 % zurück. Eine neue Sneak­er-Gen­er­a­tion mit ein­er soge­nan­nten „React-Pol­stertech­nolo­gie“ soll die Wende brin­gen.

Minus durch Steuer­reform: Eine Abschrei­bung von zwei Mil­liar­den US-Dol­lar hat Nike mit 921 Mil­lio­nen US-Dol­lar bzw. 57 Cent je Aktie in die roten Zahlen geris­sen. Der Grund: Die US-Steuer­reform ent­lastet die US-Unternehmen zwar langfristig deut­lich, zunächst fall­en aber häu­fig hohe Ein­malkosten in der Bilanz an – so wie bei Nike. Ohne die Son­der­be­las­tung hätte der Nach­s­teuergewinn auf dem Vor­jahres­niveau von 68 Cent pro Aktie gele­gen.

Hohe Bew­er­tung: Nike gehört nach den ver­gan­genen Kurssteigerun­gen zu den Marke­nak­tien mit ein­er recht hohen Bew­er­tung. Das Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis 2018 liegt inzwis­chen bei annäh­ernd 28. Die Div­i­den­den­ren­dite notiert bei rund 1,2 und liegt damit deut­lich unter dem Durch­schnitt amerikanis­ch­er Stan­dard­w­erte.

Zwei Jahre ohne Großevent: In den Jahren mit Fußball-Welt­meis­ter­schaften und vor allem mit Olymp­is­chen Spie­len ste­hen die Sportar­tik­ler beson­ders im Fokus. Das bekommt im Vor­feld meist auch ihren Börsen­notierun­gen gut. Mit einem solchen Schub kann Nike erst wieder 2020 durch die Olymp­is­chen Spiele in Tokio rech­nen.

Aktien unter­liegen Kurss­chwankun­gen, damit sind Kursver­luste möglich. Bei Anla­gen außer­halb des Euro-Raums beste­hen zudem Währungsrisiken. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Der comdi­rect Ana­lysten­score berech­net sich aus der Gesamtzahl der Ana­lysten, die diese Aktie bew­erten. Die neg­a­tiv­en Ein­schätzun­gen (Verkaufen) wer­den von den pos­i­tiv­en (Kaufen) sub­trahiert und das Ergeb­nis durch die Gesamtzahl aller Ein­schätzun­gen (Kaufen, Hal­ten, Verkaufen) divi­diert. Diese Zahl wird mit 100 mul­ti­pliziert, um den Prozen­twert darzustellen. Die Beschrei­bung der Wert­pa­piere stellt keine Kauf- oder Verkauf­sempfehlung dar. Die Darstel­lung gibt nicht die Mei­n­ung von comdi­rect wieder. Sie dient auss­chließlich der Infor­ma­tion und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 20.06.2018; Quelle: comdirect.de