Netflix: Starkes Wachstum

Netflix Starkes Wachstum

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Der Stream­ing-Dienst steigert Umsatz und Gewinn deut­lich. Aber Konkur­renten wie Apple und Dis­ney laufen sich warm.

Net­flix hat sich in weni­gen Jahren vom Videover­lei­her zum größten Stream­ing-Dienst weltweit entwick­elt. Im ersten Quar­tal dieses Jahres kon­nte der Konz­ern Umsatz und Gewinn noch ein­mal deut­lich steigern. Mit Investi­tio­nen ins Pro­gramm und höheren Gebühren soll der Num­mer-eins-Sta­tus erhal­ten wer­den. Bei den Ana­lysten gehört die Aktie zu den Favoriten. Allerd­ings drän­gen neben Ama­zon inzwis­chen auch Dis­ney und Apple ins Stream­ing-Geschäft. Der US-Markt ist zunehmend gesät­tigt. Die Ver­schul­dung von Net­flix ist zulet­zt gestiegen und das Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis ist selb­st für einen Tech-Wert extrem hoch.

Net­flix (WKN 552484)

Inter­na­tionale Auf­stel­lung: Net­flix startete als amerikanis­che Ver­sand­han­dels-Videothek. Mit dem Umstieg auf Stream­ing, der Inter­na­tion­al­isierung ab dem Jahr 2010 und eige­nen Pro­duk­tio­nen gelang der Durch­bruch. Zum Ende des 1. Quar­tals 2019 hat­te Net­flix weltweit rund 149 Mil­lio­nen bezahlte Mit­glied­schaften – rund dreimal so viel wie drei Jahre zuvor.

Gute Geschäft­szahlen: Im oper­a­tiv­en Geschäft lief es für Net­flix zum Jahres­be­ginn rund. Die Umsätze stiegen im Auf­tak­tquar­tal gegenüber dem Vor­jahreszeitraum um 22 % auf 4,5 Mil­liar­den US-Dol­lar. Der Gewinn klet­terte um knapp 20 % auf 344 Mil­lio­nen US-Dol­lar. Damit wur­den die Prog­nosen der Wall-Street-Ana­lysten deut­lich übertrof­fen.

Starkes Pro­gramm: Als führen­der Stream­ing-Dienst investiert Net­flix stetig ins Pro­gramm. Serien­hits wie „House of Cards“ oder Filme wie „Bird Box“ feiern Erfolge. Die Topli­ga der Regis­seure und Schaus­piel­er arbeit­et für Net­flix. Das Ver­trauen in die eigene Stärke ist so groß, dass in den USA, Deutsch­land und anderen Märk­ten die Abo­preise ange­hoben wer­den.

Opti­mistis­che Experten: Net­flix ist bei den Ana­lysten beliebt. 14 von 18 Empfehlun­gen laut­en zurzeit „Kaufen“, zwei Experten plädieren für „Hal­ten“. Immer­hin zwei jedoch haben die Aktie aktuell auf „Verkauf“ geset­zt. Der comdi­rect Ana­lysten­score liegt bei 67 %.

Net­flix (WKN 552484)

Zunehmende Konkur­renz: Auch für Mark­t­führer Net­flix wird das Umfeld härter. Mit Dis­ney und Apple treten zwei enorm finanzs­tarke Rivalen in den Stream­ing-Markt ein. Ama­zon ist schon seit ger­aumer Zeit mit dem Prime-Ange­bot am Start. Zudem attack­iert Warn­er­Me­dia mit seinem Bezahlsender HBO (Boxkämpfe, „Game of Thrones“).

Mageres Quar­tal in Sicht: In den Vere­inigten Staat­en ist das Kun­denwach­s­tum schon etwas länger gedämpft. Im 2. Quar­tal dieses Jahres wird es nach Ein­schätzung des Net­flix-Vor­standes auch inter­na­tion­al weniger stark zule­gen. Von den anvisierten „fünf Mil­lio­nen neuen Mit­glied­schaften“ zeigten sich Ana­lysten und Anleger bei der Bekan­nt­gabe der Quar­tal­szahlen ent­täuscht.

Höhere Ver­schul­dung: Die Expan­sion und der Kampf gegen die Konkur­renz erfordern enorme Investi­tio­nen. Die Ver­schul­dung des Net­flix-Konz­erns hat sich von Ende 2016 bis Ende 2018 auf 20,7 Mil­liar­den US-Dol­lar nahezu ver­dop­pelt. Die Eigenkap­i­talquote liegt bei recht niedri­gen 20 %.

Hohe Bew­er­tung: Die Net­flix-Aktie ist trotz deut­lich­er Gewinnsteigerun­gen in den ver­gan­genen Jahren immer noch extrem hoch bew­ertet. Das Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis für das Jahr 2019 liegt bei rund 100. Im Gegen­satz zu anderen US-Größen wie Apple oder Microsoft zahlt Net­flix zudem keine Div­i­den­den.

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