Münchener Rück: Starkes Quartalsergebnis

Münchener Rück Starkes Quartalsergebnis

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Dank geringer Schäden legt der Gewinn des Rückversicherers deutlich zu. Aber die Niedrigzinsen machen das Kapitalanlagegeschäft schwieriger.

Die Münchener Rück (Munich Re) gehört zu den größten Rückversicherern der Welt. Im zweiten Quartal 2019 konnte der höchste Gewinn seit vier Jahren erzielt werden. Die Prämien im Rückversicherungsgeschäft steigen. Das Unternehmen gehört zu den konstantesten Dividendenzahlern am deutschen Aktienmarkt. Allerdings machen sich aktuell bei der Krankenrückversicherung Probleme in Übersee bemerkbar. Langfristig dürften sich die Niedrigzinsen auf das Kapitalanlageergebnis auswirken. Die Aktie ist nach den jüngsten Kurssteigerungen höher als gewohnt bewertet. Die meisten Analysten sehen das Papier zurzeit nur als eine Halteposition.

Münchener Rück (WKN 843002)

Stabiles Geschäftsmodell: Die Münchener Rück ist einer der weltweit größten Rückversicherer. Mit der Tochter Ergo wird das Erstversicherungsgeschäft mit Konzentration auf Deutschland und Europa abgedeckt. Vorstandschef Joachim Wenning ist bereits seit 1991 im Konzern und seit 2017 Nachfolger des langjährigen Vorstandschefs Nikolaus von Bomhard.

Starker Gewinnanstieg: Im zweiten Quartal 2019 erzielte die Münchener Rück mit 993 Millionen Euro den höchsten Quartalsgewinn seit vier Jahren. Im Vergleich zum Vorjahresquartal lag das Plus bei 36 %. Das operative Ergebnis stieg sogar um über 50 % auf 1,57 Milliarden Euro. Grund für das gute Ergebnis waren weniger Großschäden im Frühjahr und die Auflösung von Reserven für Altschäden.

Steigendes Prämienvolumen: Das globale Rückversicherungsgeschäft erholt sich weiter. Bei den Vertragserneuerungen im Juli zogen vor allem die Preise für Gebiete an, die regelmäßig von Naturkatastrophen betroffen sind. Die Münchener Rück konnte insbesondere in den USA Marktanteile gewinnen und das Prämienvolumen um fast 9 % auf 3,5 Milliarden Euro steigern.

Dividendenperle im DAX: Das Unternehmen hat seit 1970 keine Dividendenkürzung mehr vorgenommen. Im Frühjahr dieses Jahres schüttete der Konzern 9,25 Euro pro Aktie aus, 65 Cent mehr als im Vorjahr. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei 3,9 %. Im Vergleich zur Vergangenheit ist das unterdurchschnittlich, aber der positiven Kursentwicklung im Jahr 2019 geschuldet.

Münchener Rück (WKN 843002)

Probleme in Übersee: Schwierigkeiten machen im Bereich Leben/Gesundheit das kanadische und das australische Rückversicherungsgeschäft. So lag das versicherungstechnische Ergebnis im zweiten Quartal nur bei 64 Millionen Euro, im ersten Halbjahr ging es gegenüber dem Vorjahr um rund die Hälfte auf 169 Millionen Euro zurück. Das Jahresziel des Bereichs (500 Millionen Euro) könnte verfehlt werden.

Anhaltende Niedrigzinsen: Niedrigzinsen machen der Münchener Rück wie allen Versicherungsunternehmen zu schaffen. Zwar lag das Kapitalanlageergebnis im zweiten Quartal bei 3,1 %. Und trotz einer geringen Aktienquote von 5,5 % soll es auch im Gesamtjahr bei mindestens 3,0 % liegen. Bei der Wiederanlage aber zeigt sich ein deutlicher Trend. Hier erzielt die Münchener Rück nur 2,2 %.

Höhere Bewertung: Seit Jahresbeginn hat die Aktie der Münchener Rück deutlich angezogen. Das schlägt sich auch in der Bewertung nieder. Mit einem Kurs‐Gewinn‐Verhältnis 2019 von rund 13 ist das Unternehmen im historischen Vergleich relativ teuer. Die Dividendenrendite von 3,9 % reicht nicht mehr für den gewohnten Platz unter den Top‐Five‐Dividendenzahlern im DAX.

Skeptische Experten: Den Analysten fehlt es bei der Münchener Rück oft an Wachstumsfantasie. Dementsprechend zurückhaltend ist auch aktuell die Einschätzung der Experten: Von 20 Empfehlungen lauten 14 und damit mehr als zwei Drittel auf „Halten“. Vier Kaufempfehlungen stehen zwei Verkaufsempfehlungen gegenüber. Der comdirect Analystenscore liegt nur bei 10 %.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 06.11.2019; Quelle: comdirect.de