Münchener Rück Hurrikans verhageln Bilanz

Der Gewinn der Münchener Rück ging 2017 durch hohe Schadenszahlungen um 70 % zurück. Mit höheren Prämien soll es wieder aufwärtsgehen.

Die Münchener Rück (Munich Re) gehört zu den größten Rückversicherern der Welt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 machte aber vor allem die Erstversicherungs-Tochter Ergo Freude. Nach den heftigen Hurrikans 2017 steigen jetzt allerdings auch wieder die Prämien für Rückversicherungen. Seit Jahren verwöhnt das Unternehmen die Aktionäre mit üppigen Dividenden, die trotz des starken Gewinnrückgangs konstant gehalten werden konnte. Allerdings sank der operative Gewinn im Jahr 2017 vor allem aufgrund der Vielzahl an Naturkatastrophen gegenüber dem Vorjahr um rund 70 %. Auch die Veränderung bei den Währungsrelationen wirkte sich negativ aus. Langfristiger als diese beiden Faktoren werden die Anlageergebnisse durch die Auswirkungen der Niedrigzinsphase belastet werden. Für die meisten Analysten ist die Aktie der Münchener Rück zurzeit nur eine Halteposition.

Münchener Rück (WKN 843002)

Stabiles Geschäftsmodell: Die Münchener Rück ist einer der weltweit größten Versicherer und besonders im Rückversicherungsgeschäft präsent. Mit der Tochter Ergo ist das DAX-Urgestein auch bei den Erstversicherern dabei. Vor einem Jahr hat Johannes Wenning den langjährigen Vorstandschef Nikolaus von Bomhard abgelöst. Auch Wenning steht für Kontinuität — er trat bereits 1991 in den Konzern ein.

Erfolge bei Ergo: Die Erstversicherungssparte Ergo ist eigentlich im Umbau. Dennoch erzielte die Sparte 2017 ein überraschend positives Ergebnis. Der Überschuss stieg auf 271 Millionen Euro. Damit wurde sogar das erst im August angehobene Ergebnisziel von 200 bis 250 Millionen Euro deutlich übertroffen.

Preisrutsch gestoppt: Lange gingen die Prämien in der umkämpften Rückversicherungsbranche zurück. Die Wirbelstürme des Jahres 2017 sorgen für die Trendumkehr. In Regionen mit vielen Naturkatastrophen zogen die Preise zwei­stellig an. Der Trend dürfte sich im weiteren Jahresverlauf bestätigen.

Üppige Dividende: Die Münchener Rück gehört im DAX seit vielen Jahren zu den konstantesten Dividendenzahlern. Wie im Vorjahr konnten sich die Aktionäre auf eine Ausschüttung von 8,60 Euro freuen. Die Dividendenrendite liegt damit bei nahezu 5 % und unter den Top-Positionen im DAX.

Münchener Rück (WKN 843002)

Verhagelte Ergebnisse: Das operative Ergebnis der Münchener Rück lag 2017 mit 1,24 Milliarden Euro um rund 70 % unter dem des Vorjahres. Hauptgrund: Die Schaden- und Unfallrückversicherung rutschte aufgrund zahlreicher Naturkatastrophen mit 476 Millionen Euro in die Miesen. 2016 war hier mit über zwei Milliarden Euro noch rund die Hälfte des operativen Gewinns erzielt worden.

Niedrigzinsen: Die jahrelangen Niedrigzinsen und der zuletzt leicht ansteigende Zinstrend machen der Münchener Rück wie allen Versicherungsunternehmen zu schaffen. Im Jahr 2017 ging der Bestand an Kapitalanlagen zu Marktwerten um rund 3 % auf 232 Milliarden Euro zurück.

Währungsbelastungen: Der wiedererstarkte Euro bereitet auch der Münchener Rück Probleme, da viele Beiträge in Fremdwährungen gezahlt werden. Nach einem positiven Währungsergebnis von 485 Millionen Euro im Jahr 2016 gab es 2017 rote Zahlen in Höhe von 294 Millionen Euro.

Experten unentschieden: Die Münchener Rück kommt bei den Analysten zurzeit eher verhalten an: Von 25 Empfehlungen lauten aktuell nur 12 auf „Kaufen”, ebenfalls zehn empfehlen „Halten”, allerdings auch nur drei „Verkaufen”. Damit liegt der comdirect Analystenscore bei 36 % — im Mittelfeld der 30 DAX-Werte.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (verkaufen) werden von den positiven (kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (kaufen, halten, verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung der comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 09.05.2018, Quelle: comdirect.de