MTU: DAXAufstieg mit Rekordergebnis

MTU DAX-Aufsteiger mit Rekordergebnis

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Der Münch­n­er Konz­ern prof­i­tiert vom anziehen­den inter­na­tionalen Luft­fahrt­geschäft.

MTU prof­i­tiert als Motoren­her­steller und Ser­vice­di­en­stleis­ter vom weltweit­en Auf­schwung des Flugverkehrs. Die Umsatz- und Ergeb­niskenn­zahlen legten im ersten Hal­b­jahr 2019 deut­lich zu. Gegen den all­ge­meinen Mark­t­trend hat MTU sog­ar die Jahre­sprog­nosen erhöht. Mit dem Auf­stieg in den DAX steigt die Bekan­ntheit bei Pri­vatan­legern und im Aus­land. Allerd­ings ist MTU nach den Kurssteigerun­gen der ver­gan­genen Jahre ambi­tion­iert bew­ertet. Die Krise bei Boe­ing und die Kli­madiskus­sion kön­nten sich langfristig auch auf MTU auswirken. In der Gun­st der Ana­lysten ist die Aktie gesunken.

MTU (WKN A0D9PT)

Starke Mark­t­po­si­tion: MTU Aero Engines baut Trieb­w­erke für Flugzeuge. Die wichtig­sten Kun­den sind die bei­den Mark­t­führer Air­bus und Boe­ing. Neben zivilen Maschi­nen stat­tet MTU auch Mil­itär­flugzeuge wie den Eurofight­er aus. Zum sta­bilen Geschäftsmod­ell des Münch­n­er Unternehmens gehören Wartung und Reparatur. Diese Ser­viceleis­tun­gen machen das Geschäft deut­lich weniger kon­junk­tu­ran­fäl­lig.

Top-Ergeb­nisse: Im ersten Hal­b­jahr 2019 hat MTU 2019 seinen Umsatz im Ver­gle­ich zum Vor­jahreszeitraum um 4 % auf 2,24 Mil­liar­den Euro gesteigert, bere­inigt um Son­der­ef­fek­te lag das Plus sog­ar bei 12 %. Das oper­a­tive Ergeb­nis (EBIT) legte um 9 % auf 365 Mil­lio­nen Euro zu und der Gewinn nach Steuern stieg um 10 % auf 261 Mil­lio­nen Euro.

Opti­mis­mus gegen den Trend: Während viele Unternehmen zulet­zt ihre Ergeb­nisaus­blicke reduzierten, hat MTU die Prog­nose erhöht. Für 2019 rech­nen die Münch­n­er jet­zt mit ein­er bere­inigten EBIT-Marge von rund 16 %. Der bish­erige Ziel­w­ert lag mit 15,5 % schon über dem Ergeb­nis 2018 (14,7 %). Die verbesserte Prog­nose spiegelt vor allem die gute Geschäft­sen­twick­lung des Chi­na-Geschäfts wider.

Mehr Beach­tung: MTU hat sich über viele Jahre im MDAX gut entwick­elt. Mit dem Auf­stieg in die Börsen-Bun­desli­ga bekommt das Unternehmen bei Pri­vatan­legern und auch inter­na­tion­al dauer­haft erhöhte Aufmerk­samkeit. Mit ein­er Mark­tkap­i­tal­isierung von aktuell gut zwölf Mil­liar­den Euro ist MTU zudem vor einem schnellen Wieder­ab­stieg gut geschützt.

MTU (WKN A0D9PT)

Hohe Bew­er­tung: Die Aktie von MTU befand sich seit 2015 im Aufwärt­strend. Obwohl auch die Unternehmensgewinne gestiegen sind, liegt das Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis 2019 inzwis­chen bei rund 23 und damit fast dop­pelt so hoch wie im DAX-Durch­schnitt. Gle­ichzeit­ig erre­icht die Div­i­den­den­ren­dite mit knapp 1,4 % nicht ein­mal die Hälfte des Index-Durch­schnitts.

Brem­sklotz Boe­ing: Das Flugzeuggeschäft ist auf lange Zeiträume angelegt. Die Prob­leme beim wichti­gen Kun­den Boe­ing haben MTU deshalb noch nicht getrof­fen. Wenn der amerikanis­che Flugzeug­bauer allerd­ings langfristig schwächelt, würde MTU eben­falls in Mitlei­den­schaft gezo­gen wer­den. Auch mögliche Ein­schränkun­gen durch die Kli­madiskus­sion kön­nen sich auf das MTU-Geschäft auswirken.

Pes­simis­mus bei den Experten: Trotz des DAX-Auf­stiegs hat MTU bei den Ana­lysten schon bessere Zeit­en erlebt. Von 17 Ein­schätzun­gen laut­en zurzeit nur vier auf „Kauf“. Bei elf Halte-Empfehlun­gen ste­ht zweimal „Verkauf“ auf der Liste. Damit liegt der comdi­rect Ana­lysten­score bei mageren 12 %.

Fluch des DAX-Auf­stiegs: Nach der Beloh­nung für lang andauernde Kur­sanstiege haben schon viele Unternehmen in der Folge des DAX-Auf­stiegs Fed­ern lassen müssen. Grund sind meist Gewin­n­mit­nah­men der Altan­leger. Ähn­lich ging es in den ver­gan­genen Wochen auch MTU.

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