In Krisen hilft Minimum Varianz

Minimum-Varianz-Zertifikate Reduzierte Kursschwankungen

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Weniger kann manch­mal mehr sein: Indizes mit niedriger Volatil­ität spie­len in schwieri­gen Börsen­zeit­en ihre Stärken aus.

Für die europäis­chen Kap­i­talmärk­te ste­hen in den kom­menden Wochen und Monat­en wichtige Entschei­dun­gen an. Über allem thront die Frage nach der Art und Weise des Brex­its, aber auch die Europawahlen im Mai wer­fen ihre Schat­ten voraus. Viele Volk­swirte und Ana­lysten erwarten zudem einen deut­lichen Rück­gang des Wirtschaftswach­s­tums. So hat etwa der Inter­na­tionale Währungs­fonds (IWF) seine Wach­s­tum­sprog­nose für Deutsch­land von 1,9 % auf 1,3 % (2019) zurückgenom­men. Die Bun­desregierung rech­net gar nur noch mit einem Prozent. Die Unsicher­heit ist hoch, die Anleger sind nervös. Ander­er­seits haben die Märk­te schon viel vor­weggenom­men, sodass sich ein bedin­gungslos­er Ausstieg auch nicht auf­drängt. „Genau in solchen Sit­u­a­tio­nen spie­len soge­nan­nte Min­i­mum-Var­i­anz-Konzepte ihre Stärken aus“, erk­lärt Sebas­t­ian Bleser, Experte für Finanzpro­duk­te bei der HVB. Dabei han­delt es sich um Ansätze, bei denen ein Aktienko­rb so zusam­menge­set­zt wird, dass er ins­ge­samt möglichst geringe Kurss­chwankun­gen aufweist: „Der­ar­tige Strate­gien hinken in klaren Aufwärt­sphasen den klas­sis­chen Stan­dard­indizes zwar oft­mals hin­ter­her“, sagt Bleser. „Sobald es zu Kor­rek­turen kommt oder die Mark­tschwankun­gen zunehmen, schnei­den sie jedoch meist bess­er ab.“

Besser – nicht nur in Krisenzeiten

Ein gutes Beispiel ist der DAX­plus Min­i­mum Vari­ance Ger­many Net Return Index. Während der DAX seit dem Allzei­thoch im Jan­u­ar 2018 12,5 % ver­loren hat, ging es bei besagtem Min­i­mum-Var­i­anz-Index nur um 1,7 % nach unten. Der Grund für den gerin­geren Ver­lust liegt im Auswahlver­fahren für den Index. Zunächst wer­den dabei für die im DAX enthal­te­nen 30 Werte die Tages­ren­diten der zurück­liegen­den zwölf Monate ermit­telt. In einem zweit­en Schritt wer­den die Var­i­anzen und Kor­re­la­tio­nen der Titel bes­timmt. Auf Basis dieser Dat­en wer­den dann die Gewich­tun­gen für ein ver­meintlich opti­males Port­fo­lio fest­gelegt. „Das Ziel ist es let­z­tendlich, die bre­ite Diver­si­fika­tion des DAX zu nutzen, gle­ichzeit­ig aber die Volatil­ität des Port­fo­lios zu senken“, erk­lärt Bleser. Dass sich diese Vorge­hensweise dur­chaus auch länger­fristig auszahlen kann, zeigt der Ver­gle­ich der bei­den Indizes über die ver­gan­genen fünf Jahre hin­weg. Während das wichtig­ste deutsche Aktien­mark­t­barom­e­ter inner­halb dieses Zeitraums um 22,4 % angestiegen ist, hat die Min­i­mum-Var­i­anz-Vari­ante mehr als 70 % und damit über dreimal so viel an Wert hinzuge­won­nen (siehe Grafik).

DAXplus Minimum Variance Germany Net Return versus DAX

DAX plus Min Variance Chart 20190403
Ref­erenzzeitraum: 03.04.2014 bis 03.04.2019; Stand: 03.04.2019; Quelle: comdirect.de

Einfach umsetzbar

Inter­essierte Anleger müssen die einzel­nen Schritte nicht selb­st­ständig durch­führen, die Strate­gie ist in einem Open-End-Indexz­er­ti­fikat der HVB (WKN HU5JPB) abge­bildet. Zusam­menset­zung und Gewich­tung wer­den vierteljährlich adjustiert. Aktuell wer­den die Auto­bauer beispiel­sweise durch BMW (WKN 519000), die Ver­sicher­er durch die Münch­en­er Rück (WKN 843002) und die Ver­sorg­er durch E.ON (WKN ENAG99) repräsen­tiert. Die Banken und Tech­nolo­gi­eti­tel wer­den ganz außen vor gelassen. Pro­duk­te nach der Min­i­mum-Var­i­anz-Strate­gie gibt es nicht nur auf den DAX. Alter­na­tiv kön­nen Anleger auch auf Indexz­er­ti­fikate auf die zweite deutsche Börsen­rei­he (ana­log MDAX) (WKN HY41P2) oder europäis­che Blue Chips (ana­log Euro STOXX 50 TR) (WKN HY816C) als Basis für die zugrunde liegen­den Min­i­mum-Var­i­anz-Indizes set­zen.

Zer­ti­fikate unter­liegen Kurss­chwankun­gen. Damit sind Kursver­luste bis hin zum Totalver­lust des einge­set­zten Kap­i­tals möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Bei Zer­ti­fikat­en beste­ht als Schuld­ver­schrei­bung zudem ein Emit­ten­ten­risiko. Bei Zahlung­sun­fähigkeit des Emit­ten­ten kön­nen Ver­luste bis hin zum Totalver­lust ein­treten. Die Auswahl der Wert­pa­piere und son­sti­gen Finanzin­stru­mente dient auss­chließlich Infor­ma­tion­szweck­en und stellt kein Ange­bot, keine Auf­forderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzin­stru­menten dar. Sie soll lediglich Ihre selb­st­ständi­ge Anlageentschei­dung erle­ichtern und erset­zt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Die hier dargestell­ten Infor­ma­tio­nen und Wer­tun­gen genü­gen nicht den geset­zlichen Anforderun­gen zur Gewährleis­tung der Unvor­ein­genom­men­heit ein­er Anlageempfehlung oder Anlages­trate­gieempfehlung. Darüber hin­aus unter­liegen die dargestell­ten Wert­pa­piere und son­sti­gen Finanzin­stru­mente keinem Ver­bot des Han­dels vor der Veröf­fentlichung von Anlage- oder Anlages­trate­gieempfehlun­gen. Stand: 03.04.2019; Quelle: comdirect.de