Microsoft: Die Cloud treibt den Konzern

Microsoft Die Cloud treibt den Konzern

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Microsoft legt bei Umsatz und Gewinn deutlich zu und ist aktuell an der Börse der teuerste Konzern der Welt.

Microsoft hat sich unter dem Konzernchef Satya Nadella mit der „Intelligent Cloud“ ein drittes Standbein aufgebaut. Umsatz und Gewinn zogen zuletzt deutlich an. Besonders kräftig wächst der Cloud‐Bereich. Bei den Analysten kommt die Konzernstrategie hervorragend an und sie vergeben nahezu durchweg Kaufempfehlungen. Allerdings ist das Unternehmen zurzeit das teuerste der Welt und nicht zuletzt durch den Handelsstreit korrekturanfällig. Für Value‐Investoren und Dividendenjäger ist die Aktie angesichts der inzwischen ambitionierten Bewertung weniger interessant. Das Geschäft mit Smartphone‐Betriebssystemen wird zum Jahresende eingestellt. Deutsche Anleger könnten Währungsverluste erleiden, wenn der Dollar schwächelt.

Microsoft (WKN 870747)

Starke Marktstellung: Microsoft hat sich unter Konzernchef Satya Nadella neu erfunden. Neben den klassischen Bereichen „Productivity & Business Processes“ mit den Office‐Anwendungen und dem Business‐Netzwerk LinkedIn, „More Personal Computing“ mit den Windows‐Betriebssystemen und der Xbox steuert inzwischen „Intelligent Cloud“ rund ein Drittel zum Konzernumsatz bei.

Gute Geschäftszahlen: Microsoft übertraf mit den Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2018/2019 (zum 30. Juni) die Erwartungen der Anleger und Analysten: Der Konzern steigerte den Umsatz um 10,8 % auf 33,8 Milliarden US‐Dollar. Der Nettogewinn erhöhte sich laut Rechnungslegungsstandard GAAP um 49 % auf 13,2 Milliarden Dollar.

Umsatztreiber „Intelligent Cloud“: Im vierten Quartal löste die Intelligent Cloud die Sparte More Personal Computing, zu der das Windows‐Betriebssystem gehört, erstmals als größten Umsatzbringer ab. Insgesamt legte das Cloud‐Geschäft um 19 % auf 11,4 Milliarden Dollar – gegenüber Plus vier % auf 11,3 Milliarden Dollar bei der Windows‐Sparte.

Liebling der Analysten: Microsoft hat sich nach der Verbreiterung des Geschäftsfeldes mit der Cloud zum absoluten Analysten‐Liebling entwickelt. Aktuell empfehlen 15 von 16 Experten die Aktie als „Kauf“, ein einziger rät zum „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 88 %. Solch einen Wert sucht man im DAX vergeblich.

Microsoft (WKN 870747)

Hohe Bewertung: Nach Apple und Amazon hat auch Microsoft beim Börsenwert den Sprung über die Eine‐Billion‐Dollar‐Marke geschafft. Damit ist Microsoft aktuell das teuerste Unternehmen der Welt. Auf dem erreichten Niveau ist die Aktie für Korrekturen anfällig. Microsoft‐CEO Satya Nadella sagte zuletzt in einem Interview, dass die anhaltenden Handelskonflikte immer noch eine drohende Gefahr für Microsoft seien.

Value‐Investoren haben sich zurückgezogen: Nach der Jahrtausendwende ließen viele Anleger die Microsoft‐Aktie links liegen. Aufgrund der niedrigen Bewertung interessierten sich zunehmend Value‐Investoren und Dividendenjäger für das Papier. Aktuell passt sie wegen der Bewertung nicht mehr in deren Beuteschema: Das KGV liegt bei rund 29 und die Dividendenrendite ist auf 1,3 % gesunken.

Rückzug aus dem Smartphone‐Markt: Zum 10. Dezember dieses Jahres endet der Ausflug Microsofts in die Smartphone‐Welt vorerst. Microsoft stellt dann den Support seines mobilen Betriebssystems Windows 10 Mobile ein. Damit endet die Hoffnung von Usern und Microsoft, dass das Unternehmen die Hegemonie von Apple und Google brechen könnte.

Dollar könnte schwächeln: Deutsche Anleger profitierten in den vergangenen Jahren auch vom schwächelnden Euro. Neben den Kursgewinnen erzielten sie mit der Microsoft‐Aktie auch Währungsgewinne. Das könnte sich in naher Zukunft ändern, wenn die US‐Leitzinsen weiter gesenkt werden und zu einem schwächeren US‐Dollar führen.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert, und das Ergebnis wird durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 14.08.2019; Quelle: comdirect.de