Mexiko - Viele Probleme – aber auch Anlagechancen

Mexiko Viele Probleme – aber auch Anlagechancen

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Noch ist Mexiko stark von der US‐Wirtschaft abhängig. Allerdings verdienen zunehmend mehr Unternehmen ihr Geld im Binnenmarkt und in Lateinamerika.

Im eskalierenden Handelsstreit der USA mit China rückt die Auseinandersetzung der USA mit Mexiko in den Hintergrund. Die USA sind noch immer Mexikos wichtigster Handelspartner, obwohl viele Konzerne inzwischen die Abhängigkeit verringern wollen und nach Geschäftspartnern in anderen Teilen der Welt Ausschau halten. Doch das erfordert Zeit. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat zuletzt ihre Wachstumsprognose für 2019 von 2,0 % auf 1,6 % gesenkt. Probleme bereitet vor allem die hohe Verschuldung des staatlichen Ölkonzerns Petróleos Mexicanos (Pemex). Dies führte auch zu einer Rating‐Abstufung von Fitch auf BBB. Damit hat das Land aber immerhin das Investmentgrade‐Niveau gehalten. Außerdem konnte Mexiko durch Maßnahmen zur Verringerung des Zustroms Asylsuchender in die USA Präsident Donald Trump von seinen angedrohten Strafzöllen abhalten. Das ließ Volkswirte und Anleger in der mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 1,2 Billionen US‐Dollar nach Brasilien zweitgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas aufatmen.

Sozialprogramm hilft dem Konsum

Ohnehin war der Optimismus der Anleger nach der Amtsübernahme des neuen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador am 1. Dezember 2018 recht groß. Sein Wahlkampfversprechen, dass Mexiko in den sechs Jahren seiner Amtszeit bis 2024 im Schnitt um 4 % p. a. wachsen wird, wird er zwar kaum halten können. Aber Obradors Sozialprogramm sorgt für frisches Konsum‐Geld: Jeder bedürftige Bürger erhält 2.000 Mexikanische Pesos (aktuell rund 90 Euro) pro Monat vom Staat. Finanziert wird das Programm des linksgerichteten Präsidenten u. a. durch beschlagnahmten Besitz von Kriminellen.

Ein Profiteur dieser Politik ist Walmart de México y Centroamérica, kurz Walmex (WKN A14PRL). Mit mehr als 2.400 Super‐ und Großhandelsmärkten sowie Discountern ist der Ableger des US‐Handelsriesen Walmart der größte Einzelhändler des Landes. Dank des nordamerikanischen Mehrheitsgesellschafters Walmart halten sich die Störfeuer aus den USA in diesem Segment in recht engen Grenzen. Auch Grupo México (WKN 580892) ist nicht zwingend vom Geschäft mit den USA abhängig. Der größte Bergbaukonzern Mexikos ist zugleich weltweit die Nummer drei bei der Kupferproduktion. Größtes Abnehmerland der Kupferprodukte ist China.

Stabil läuft auch das Geschäft bei América Móvil (WKN 603115), dem größten Telekommunikationskonzern in Lateinamerika. Mit Carlos Slim Helú hat das Unternehmen einen Mehrheitsgesellschafter, der zugleich der reichste Bürger Mexikos ist und vor einigen Jahren sogar der reichste Mensch der Welt vor Warren Buffett und Bill Gates war. Der Marktanteil von América Móvil liegt in der Heimat bei rund 70 %. Bei der Expansion in andere Länder Lateinamerikas profitiert der Konzern von der zunehmenden Kommunikations‐ und Datennachfrage auf dem Kontinent und ist daher kaum auf US‐Geschäft angewiesen.

ETF und aktiv gemanagte Fonds

Alle drei Werte gehören auch zu den Schwergewichten des MSCI Mexico Index, der aktuell aus 26 Einzelwerten besteht. Ein ETF von db x‐trackers (WKN DBX0ES) ermöglicht eine Partizipation an der Entwicklung dieses Auswahlbarometers. Der thesaurierende Fonds kostet eine jährliche Gebühr von 0,65 %. Weitere Indexschwergewichte sind unter anderem der Getränkehersteller Femsa (WKN 914505) und der Zementhersteller Cemex (WKN 925905). Möglich ist auch die Anlage in einem aktiv verwalteten Fonds wie dem HSBC Global Investment Funds — Mexico (WKN A1W1R8). Fondsmanagerin Gabriela Cervantes‐Sibaja kann neben klassischen Mexiko‐Aktien auch auf Titel von Unternehmen aus anderen Ländern setzen, die überwiegend in Mexiko tätig sind. Zu den größten Positionen gehören neben América Móvil, Walmex und Cemex auch der Finanzdienstleister Grupo Financiero Banorte (WKN 907669) und der Chemiekonzern Mexichem (WKN A2PRMA). Die jährliche Gebühr dieses thesaurierenden Anlagefonds beträgt 2,15 %.

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