Merck: Medikamente auf einer Platte

Merck Servicegeschäft wächst stark

Der Darmstädter Konzern verkauft das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten und verdient vor allem im Servicegeschäft.

Der Darmstädter Konzern hat drei Standbeine – Healthcare, Life Science und Flüssigkristalle. Der Umsatz steigt organisch an und insbesondere die Zulieferersparte Life Science konnte im zweiten Quartal überzeugen. Mit dem Verkauf der Sparte „Rezeptfreie Medikamente“ an Procter & Gamble kann sich Merck auf margenstarke Geschäfte konzentrieren. Allerdings ging der Konzerngewinn zuletzt vor allem wegen Währungsbelastungen zurück. Die Aktie schüttet wenig Dividende aus und ist immer noch recht ambitioniert bewertet. Bei den Analysten gilt Merck mehrheitlich nur als Halteposition.

Merck (WKN 659990)

Starke Standbeine: Merck ist mit weltweit rund 53.000 Mitarbeitern in den Geschäftsschwerpunkten Healthcare mit Therapien zur Behandlung von schweren Krankheiten wie Krebs oder multipler Sklerose und Life Science mit Laborprodukten für die Pharmaforschung aktiv. Dazu kommt der Bereich „Performance Materials“, der auf die Herstellung von Flüssigkristallen für Smartphones oder LCD-Bildschirme spezialisiert ist.

Organisches Wachstum: Der Konzernumsatz lag im zweiten Quartal mit 3,7 Milliarden Euro zwar nur geringfügig über Vorjahresniveau. Allerdings wuchsen die Konzernumsätze organisch um 5,2 %. Positiv machten sich die Zuwächse in den Sektoren Life Science und Healthcare bemerkbar. Dagegen standen jedoch negative Währungseffekte in Höhe von 4,7 %, weil der US-Dollar gegenüber dem Euro schwächer notierte als im Vorjahr.

Starkes Servicegeschäft: Der Unternehmensbereich Life Science erzielte im zweiten Quartal 2018 ein starkes Umsatzwachstum von 7,7 %. Die Geschäftseinheit Process Solutions mit ihren Produkten und Dienstleistungen für die Arzneimittelherstellung legte dabei um 12,5 % am stärksten zu. Auch die Zulieferungen für Forschungseinrichtungen und Labore wurden deutlich gesteigert.

Konzentration auf margenstarke Geschäfte: Schon im Frühjahr hat sich Merck mit dem US-Giganten Procter & Gamble auf den Verkauf der Sparte „Rezeptfreie Medikamente“ geeinigt. Der Erlös von 3,4 Milliarden Euro soll zum Schuldenabbau verwendet werden. Inzwischen hat die Europäische Kommission grünes Licht gegeben. Nach dem Verkauf will sich Merck auf die margenstärkeren Geschäfte konzentrieren.

Merck (WKN 659990)

Rückläufiger Gewinn: Die Durststrecke von Merck setzte sich im zweiten Quartal 2018 fort. Der operative Gewinn sank vor allem wegen Währungsbelastungen, aber auch aufgrund des Wegfalls positiver Einmaleffekte aus dem Vorjahresquartal und höherer Aufwendungen für Forschung und Entwicklung um rund 35 % auf 392 Millionen Euro. Das Konzernergebnis von Merck ging sogar um 42 % auf 247 Millionen Euro zurück.

Niedrige Dividende: Im Gegensatz zu vielen traditionell ausschüttungsstarken Pharmaunternehmen hält Merck die Aktionäre kurz. Zwar steigt die Dividende regelmäßig an und wurde für das vergangene Jahr von 1,20 Euro auf 1,25 Euro angehoben. Die Dividendenrendite liegt aber dennoch nur bei mageren 1,4 % und damit im letzten Drittel des DAX.

Hohe Bewertung: Der Jahresüberschuss ist im vergangenen Jahr zwar deutlich gestiegen und die Bewertung damit von den alten Rekordständen zurückgegangen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 17 für das Jahr 2018 ist Merck allerdings im Branchenvergleich weiterhin relativ hoch bewertet und die Aussichten im LCD-Geschäft sind zurzeit eher mager.

Skeptische Analysten: Merck steht bei den Experten zurzeit nicht sehr hoch in der Gunst. Eine Mehrheit (zwölf von 21) sieht die Aktie zurzeit als Halteposition. Als Kaufgelegenheit beurteilen sie lediglich acht Experten. Nur einer allerdings empfiehlt den Verkauf. Der comdirect Analystenscore liegt bei unterdurchschnittlichen 33 %.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 17.10.2018, Quelle: comdirect.de