Medien: Streaming im Trend

Medien Erfolgsfaktor Streaming

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Die Digitalisierung der Medienbranche läuft auf Hochtouren: Streaming‐Angebote wie Netflix oder Amazon Prime sind dabei, das klassische Fernsehen abzulösen.

Fernsehen? Ist out! Zumindest bei vielen jungen Menschen gehört der Fernseher nicht mehr zur Grundausstattung der ersten eigenen Wohnung. Wichtiger als das Endgerät ist eine gute Internet‐Verbindung. Denn Fernsehen funktioniert heute anders als vor einem Jahrzehnt – Streaming ist der Trend.

Streaming ist unabhängig vom Endgerät und bietet nahezu die komplette Freiheit. Nutzer können überall und zu jeder Tages‐ und Nachtzeit auf die Inhalte zugreifen und sind nicht an das Sendeschema eines Fernsehsenders gebunden.

Die Digitalisierung verändert nicht nur die Konsumgewohnheiten der Nutzer, sondern auch die Produktionsprozesse und die Distribution der Inhalte. „Schnellere Glasfasernetze und 5G ermöglichen eine zunehmend flexiblere und mobilere Nutzung von Medieninhalten“, sagt Klaus Böhm, Leiter Media & Entertainment beim Beratungsunternehmen Deloitte. Das hat auch Auswirkungen auf die Vermarktung. Werbeinhalte würden personalisiert, die Auswertung von Nutzerdaten ermögliche es, Anzeigen und Inhalte zu optimieren, so Böhm.

Umdenken erforderlich

Das herkömmliche Fernsehen wird auf Sicht von zehn Jahren nicht sterben – aber die Zielgruppe wird älter werden. Laut einer Studie von Next Media Hamburg schauen immerhin 87 % der heute 50‐ bis 65‐Jährigen regelmäßig fern. In der Gruppe der 18‐ bis 29‐Jährigen liegt der Vergleichswert nur bei 67 %. Hier werden Videoplattformen mit 81 % und Streaming‐Dienste mit 73 % deutlich häufiger genutzt. Sender und Content‐Produzenten können sich deshalb nicht länger auf bewährte Erfolgsstrategien verlassen. Um ihre Geschäftsmodelle und zukünftigen Ertragsströme zu sichern, müssen sie sich für Kooperationen und Allianzen – auch solchen mit direkten Konkurrenten – öffnen.

Netflix mit Gewinnexplosion

Streaming‐Marktführer Netflix (WKN 552484) hat in den vergangenen Jahren gezeigt, wohin die Reise gehen kann. So ist der Umsatz zwischen 2013 und 2018 jedes Jahr durchschnittlich um 52 % auf knapp 15,8 Milliarden US‐Dollar gestiegen. Aktuelle Konsensschätzungen erwarten für das laufende Jahr ein Plus von knapp 28 %. Den Gewinn konnte Netflix seit 2013 von 110 Millionen auf 1,21 Milliarden US‐Dollar 2018 steigern – ein Plus von durchschnittlich 196 % pro Jahr.

Auch Player wie Amazon (WKN 906866) positionieren sich im Streaming‐Geschäft. Amazon‐Prime‐Kunden, die gegen eine monatliche Abogebühr versandkostenfrei Ware bestellen können, profitieren zusätzlich von einem wachsenden Streaming‐Angebot. Der US‐Konzern hat auch schon viele eigene Serien produziert, zusätzlich steht ein umfangreiches Angebot an Serien und Filmen aus anderen Quellen zur Verfügung. Auch ganz aktuelle Titel können online gekauft und heruntergeladen werden.

Jetzt mischen auch Disney und Apple beim Streaming mit

Mit eigenen Streaming‐Angeboten positionieren sich auch Unternehmen wie Walt Disney (WKN 855686) und Apple (WKN 865985). Disney konzentriert sich dabei auf sein riesiges Archiv. Darin sind nicht nur die Zeichentrickklassiker enthalten, sondern auch „Star Wars“, „X‐Men“ oder die Superhelden von Marvel. Apple will ab März 2020 auf dem Portal Apple TV+ nur eigene Produktionen anbieten. Käufer von Apple‐Produkten sollen das Streaming‐Angebot dann ein Jahr kostenlos nutzen dürfen, bevor es zum Abo‐Modell wird.

Auch Medienhäuser wie Axel Springer (WKN 550135) gehen den digitalen Umbau an. Erst Anfang Oktober kündigte das MDAX-Unternehmen eine umfassende Neustrukturierung und Investitionen in Höhe von 100 Millionen Euro binnen der kommenden drei Jahre an – wobei der Ausbau des TV‐ und Videoangebots hier klar im Mittelpunkt stehen soll. Doch Aktienbesitzer werden nicht mehr lange bei Axel Springer dabei sein können, denn nach dem Einstieg des Großaktionärs KKR wird die Aktie voraussichtlich im ersten Quartal 2020 von der Börse genommen werden.

Eines ist bei der fortscheitenden Digitalisierung der Medienbranche klar: Die klassische Trennung zwischen Verlagshäusern und Fernsehanbietern verschwindet zunehmend. Daher können Anleger in Europa neben Einzelwerten auch direkt auf den Euro STOXX 600 Medien Index setzen. Darauf gibt es von ComStage einen ETF (WKN ETF071). Die drei größten Positionen sind RELX (WKN A0M95J), ein weltweit tätiges Medienunternehmen, der auf Film‐ und Fernsehproduktionen spezialisierte Medienkonzern Vivendi (WKN 591068) sowie Wolters Kluwer (WKN A0J2R1), ein niederländisches Medienhaus, das sich auf Fachinformationen für Unternehmen und Behörden spezialisiert hat. Zusammen machen die drei Positionen knapp 50 % der Gewichtung aus. Die Verwaltungskosten betragen 0,25 % pro Jahr.

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