Lufthansa: Kritik trotz Rekordumsatz

Lufthansa Kritik trotz Rekordumsatz

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Die Deutsche Lufthansa legte bis zum Herbst 2018 beim Umsatz zu, der Gewinn ging jedoch zurück. Das lag vor allem an der Konzerntochter Eurowings.

Die Deutsche Lufthansa ist Europas größtes Luftfahrtunternehmen und hat nach der Übernahme von Air Berlin mittelfristig gute Wachstumsaussichten. In den ersten neun Monaten 2018 stieg der Umsatz an. Gleichzeitig konnten die Schulden gesenkt werden. Die Aktie ist weiterhin niedrig bewertet und schüttet eine üppige Dividende aus. Allerdings gab es im Jahr 2018 zahlreiche Probleme bei der Billigflugtochter Eurowings. Weil auch die Kerosinpreise bis zum Herbst deutlich anstiegen, blieb der operative Gewinn hinter dem Vorjahresrekord zurück. Die Analysten sind zwar zunehmend optimistisch, ihre Bewertungen liegen aber unter dem DAX‐Durchschnitt.

Lufthansa (WKN 823212)

Führend in Europa: Die Lufthansa AG ist mit rund 540 Tochter‐ und Beteiligungsunternehmen wie Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines das größte europäische Luftfahrtunternehmen. Die Übernahme von Air Berlin stärkt mittelfristig die Position im Segment der Billigflieger. Die Geschäftsfelder Logistik, Catering und Technik komplettieren das Portfolio des Konzerns.

Umsatzrekord: Die Umsatzerlöse stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 zwar nur um 0,5 % auf 26,9 Milliarden Euro. Das lag aber vor allem an der erstmaligen Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 15. Bereinigt um diese Veränderung, betrug das Plus 6 %. Auch für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand deutliche Umsatzsteigerungen.

Günstige Bewertung: Die Deutsche Lufthansa ist auf der Grundlage der Ergebnisprognosen für das Jahr 2019 mit einem Kurs‐Gewinn‐Verhältnis von rund fünf eine der am günstigsten bewerteten DAX‐Aktien. Die Dividendenrendite liegt zurzeit bei guten 4 %.

Finanzsituation verbessert: Die Nettokreditverschuldung des Lufthansa‐Konzerns ging vom Jahresende 2017 bis Ende September 2018 um 14 % auf 2,48 Milliarden Euro zurück. Auch die Pensionsrückstellungen reduzierten sich um 6 % auf rund 4,8 Milliarden Euro. Gegenüber dem Jahresende 2017 erhöhte sich die Eigenkapitalquote um 2,7 Prozentpunkte auf 29,2 %.

Lufthansa (WKN 823212) 

Probleme bei Eurowings: Die Billigflugtochter Eurowings hatte 2018 mit der Integration von Air Berlin schwer zu kämpfen und stand mit Verspätungen und Flugausfällen stark in der Kritik. Die Umsätze stiegen zwar um 22 %, gleichzeitig legten aber die operativen Kosten um 29 % zu. Allein im dritten Quartal musste die Billigsparte daher einen Verlust von 65 Millionen Euro hinnehmen.

Höhere Treibstoffkosten: Der Anstieg der Kerosinkosten setzte sich im Jahr 2018 bis zum Herbst fort. In den ersten neun Monaten des Jahres 2018 stiegen sie gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 536 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2018 rechnet Lufthansa mit insgesamt rund 700 Millionen Euro Zusatzkosten.

Gewinnrückgang: Die Belastungen durch die Integrationsaufwendungen und Entschädigungen bei Eurowings sowie die höheren Kerosinkosten wirken sich auf den Gewinn aus. Der operative Gewinn des Konzerns ging in den ersten neun Monaten 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 % auf 2,36 Milliarden Euro zurück.

Uneinige Analysten: Die Deutsche Lufthansa hat zwar bei den Experten aufgeholt, die Noten bleiben aber durchwachsen. Von 19 Analysten geben zurzeit zwölf eine Kaufempfehlung ab. Fünf urteilen „Halten“ und zwei empfehlen „Verkaufen“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 53 %.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf‐ oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 20.02.2019, Quelle: comdirect.de