Logistik
Online-Handel verleiht Flügel

Weltweit wer­den zunehmend mehr Waren trans­portiert: Neue Ideen, neue Konzepte und neue Play­er treiben die Logis­tik­branche an.

Wenn Briefträger ver­fol­gt wer­den, ist das in der Regel kein Grund zur Freude. Aber im hes­sis­chen Bad Hers­feld gin­gen im ver­gan­genen Jahr keine bis­si­gen Vier­bein­er bei Fuß, son­dern vier­rä­drige Post­bots – sechs Wochen lang fol­gten die Lie­fer­ro­bot­er den Post­boten. Das erle­ichtert den Job, denn Post­bots erken­nen die Beine ihrer „Chefs“ per Sen­soren und kön­nen bis zu 150 Kilo tra­gen. Durchge­set­zt haben sich die Robot­er­helfer bei der Deutschen Post noch nicht, aber auch andere Unternehmen wie Her­mes oder Foodo­ra exper­i­men­tieren bere­its mit mehr oder weniger autarken Lie­fer­ro­bot­ern. Und in schw­er zugänglichen Gegen­den wie den Alpen kön­nten bald Drohnen den Post­boten erset­zen.

Neue Transportwege in Sicht

Die Logis­tik­branche boomt. Schon heute ist sie nach der Auto­mo­bil­wirtschaft und dem sta­tionären Han­del der drittgrößte Wirtschafts­bere­ich in Deutsch­land – noch vor Elek­tron­ik und Maschi­nen­bau. Mit mehr als drei Mil­lio­nen Beschäftigten über­trifft sie bei der Mitar­beit­erzahl den Maschi­nen­bau um das Dreifache. Langfristig sieht die Fraun­hofer-Gesellschaft bis zum Jahr 2030 drei wichtige Trends mit mas­siv­en Auswirkun­gen auf die Logis­tik­branche: Dig­i­tal­isierung, Robotik, autonomes Fahren. Aktuell wird das Schweiz­er Pro­jekt „Car­go sous ter­rain“ in Fach­foren heiß disku­tiert. Dabei geht es um ein unterirdis­ches Trans­port­sys­tem für Palet­ten und Pakete. Eine erste Strecke von 70 Kilo­me­ter Länge ist in der Nähe von Zürich geplant und soll 2030 starten.

Branche mit vielfältigen Möglichkeiten

Der immense Markt der Logis­tik­möglichkeit­en ver­spricht auch für Aktionäre viel: „Inve­storen bieten sich zahlre­iche Gele­gen­heit­en – von Logis­tikzen­tren als Immo­bilien­in­vest­ment über die The­men kün­stliche Intel­li­genz, Tech­nolo­gie und autonomes Fahren bis zu den Logis­tikun­ternehmen selb­st“, erk­lärt Ulf Beck­er, Vor­stand der Share­hold­er Val­ue Man­age­ment AG, einem Fonds­ber­ater mit einem Fokus auf Val­ue-Aktien. Auf­fäl­lig ist, dass die Abgren­zung zwis­chen klas­sis­chen Logis­tikun­ternehmen und neuen Anbi­etern zunehmend schwieriger wird. Beispiel Ama­zon (WKN 906866): Bis vor Kurzem war das US-Unternehmen nur ein großer Online-Händler. Doch nun ist Ama­zon auch ins Logis­tikgeschäft eingestiegen und bringt die bestell­ten Waren bisweilen selb­st zum Kun­den. Das sind bis­lang nur Testläufe. Doch die ver­gan­genen Jahre haben gezeigt: Wenn Ama­zon einen Markt erobert, dann ganz und gar. Mark­t­ex­perten sind daher einig: Der Online-Händler will langfristig seinen eige­nen schlagkräfti­gen Liefer- und Logis­tik­di­enst entwick­eln und zumin­d­est par­al­lel zu seinen etablierten Zustell-Dien­stleis­tern betreiben.

Platzhirsche wandeln sich

Wie sich Logis­tik geän­dert hat, zeigt die Entwick­lung der Deutschen Post (WKN 555200). Beson­ders das klas­sis­che Briefgeschäft läuft nicht mehr rund, da kann das Por­to für Postkarte oder Stan­dard­brief noch so sehr erhöht wer­den. Auf Sicht der ver­gan­genen Jahre ist das Geschäft des glob­alen Logis­tikan­bi­eters vor allem dank des boomenden Paket­geschäftes deut­lich gewach­sen. Beim Umsatz ging es seit 2009 von 46 auf zulet­zt über 60 Mil­liar­den Euro hoch. Hinzu kom­men gute Kenn­zahlen zur Ertragskraft mit ein­er Eigenkap­i­tal­ren­dite von 22 % und ein­er oper­a­tiv­en Marge von 6 %. Deut­lich stärk­er als bei der Deutschen Post ist zulet­zt der Gewinn bei den großen US-Logis­tikun­ternehmen gewach­sen. Neben FedEx (WKN 912029) sticht dabei Unit­ed Par­cel Ser­vice (UPS, WKN 929198) her­vor. In den ver­gan­genen fünf Jahren legte der Umsatz des amerikanis­chen Gigan­ten zwar nur jährlich um 4 % zu, beim Ertrag waren es aber durch­schnit­tlich 43,5 %. Mit ein­er Umsatzren­dite von 9 % erre­ichte UPS zulet­zt den höch­sten Wert seit fünf Jahren.

E-Commerce prägt die Zukunft

Einen bre­it­en Zugang zum wach­senden Logis­tik­markt mit speziellem Fokus auf den E-Com­merce bietet der ETF Ecom­merce Logis­tics (WKN A2H9VH). Größte Posi­tion mit 4,6 % ist die britis­che Oca­do Group (WKN A1C2GZ), ein großer Online-Super­markt, gefol­gt vom glob­alen Logis­tikun­ternehmen Expe­d­i­tors Inter­na­tion­al of Wash­ing­ton (WKN 875272) und den bei­den großen Online-Mark­t­plätzen Aliba­ba Group (WKN A117ME) und Ama­zon (WKN 906866). Knapp 50 % der ETF-Unternehmen gehören zum Bere­ich Trans­port­ser­vice und weit­ere 14 % der Unternehmen in den Bere­ich Inter­net/E-Com­merce. Die jährliche Ver­wal­tungs­ge­bühr liegt bei 0,75 %.

Aktien und ETFs unter­liegen Kurss­chwankun­gen; damit sind Kursver­luste möglich. Bei Wert­pa­pieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsver­luste möglich. Bei Zer­ti­fikat­en beste­ht als Schuld­ver­schrei­bung zudem ein Emit­ten­ten­risiko. Bei Zahlung­sun­fähigkeit des Emit­ten­ten kön­nen Ver­luste bis hin zum Totalver­lust ein­treten. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Allein verbindliche Grund­lage des Kaufs eines ETFs sind die derzeit gülti­gen Verkauf­sun­ter­la­gen des Fonds („Wesentliche Anlegerin­for­ma­tio­nen“, Verkauf­sprospekt sowie Jahres- und Hal­b­jahres­berichte, soweit veröf­fentlicht). Diese Unter­la­gen, die in englis­ch­er und/oder deutsch­er Sprache vor­liegen, erhal­ten Sie auf der Wert­pa­pi­er-Detail­seite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emit­ten­ten. Die Beschrei­bung der Wert­pa­piere stellt keine Kauf- oder Verkauf­sempfehlung dar. Stand: 18.07.2018; Quelle: comdirect.de