Linde: Fusion bringt Erfolge

Linde Fusion bringt Erfolge

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Nach dem Zusammenschluss mit dem amerikanischen Konkurrenten Praxair steigt beim Spezialisten für Industriegase der Gewinn.

Linde ist unangefochtener Weltmarktführer im Bereich der Industriegase. Die Fusion mit dem amerikanischen Konkurrenten Praxair trägt bereits Früchte. Im 3. Quartal 2019 stieg der Gewinn des Unternehmens deutlich an. Allerdings bremsten ungünstige Wechselkurse das Umsatzwachstum. Das Asiengeschäft macht Sorgen. Die Aktie ist ambitioniert bewertet und hat nur eine unterdurchschnittliche Dividendenrendite. Die Analysten sind nach den jüngsten Kurssteigerungen relativ skeptisch.

Linde (WKN A2DSYC)

Weltmarktführer: Linde plc ist die weltweite Nummer eins im Segment der Industriegase und weltweit in mehr als 100 Ländern tätig. Industriegase werden u.a. im Energie‐ und Chemiesektor sowie in der Stahlproduktion, aber auch im Umweltschutz oder in der Medizin benötigt. Die heutige Linde plc entstand 2018 durch die Fusion der deutschen Linde mit dem US‐Konkurrenten Praxair.

Erfolgreiche Fusion: Nicht alle Fusionen haben zuletzt die Erwartungen erfüllt. Aber Linde (Europa, Asien) und Praxair (USA) scheinen sich mit ihren regionalen Absatzschwerpunkten sinnvoll zu ergänzen. Auch die Integration verläuft nach Einschätzung von Analysten gut. Die ursprünglich angepeilten Synergieeffekte von 900 Millionen US‐Dollar könnten übertroffen werden.

Deutliche Gewinnsteigerung: Die Fusion macht sich bereits in den Gewinnzahlen bemerkbar. Bei nahezu stagnierendem Umsatz betrug der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft im 3 Quartal 2019 rund 1,05 Milliarden US‐Dollar. Damit wurde das Vorjahresergebnis um satte 24 % überboten.

Positive Prognose: Anders als viele Industriewerte hatte Linde nach den ersten neun Monaten die Gewinnprognose erhöht. Für das Gesamtjahr 2019 erwartet das Unternehmen einen Gewinn pro Aktie zwischen 7,25 und 7,30 US‐Dollar. Das wären 17–18 % mehr als im Vorjahr. An der Börse wirkt sich das positiv aus. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 100 Milliarden Euro gehört Linde inzwischen zu den drei teuersten DAX-Unternehmen.

Linde (WKN A2DSYC)

Wechselkurse bremsen Umsatzwachstum: Zwar legten die Absatzmengen und die Preise im 3. Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahr jeweils um 2 % zu. Aber Linde litt im 3. Quartal unter ungünstigen Währungsrelationen. Ohne Währungsbereinigung stieg der Umsatz nur um magere 1 % auf 6,99 Milliarden US‐Dollar.

Asiengeschäft macht Sorgen: Während die Geschäfte vor allem in den USA zuletzt gut liefen, macht die Region Asia‐Pacific Sorgen. Der Absatz brach im 3. Quartal 2019 um 5 % gegenüber dem Vorjahresquartal ein und lag auch um 2 % unter dem Vorquartal. Entscheidend dafür war das gesunkene Absatzvolumen aufgrund der Konjunkturschwäche und der Investitionszurückhaltung der Kunden.

Ambitionierte Bewertung: Nach den Kursanstiegen der jüngeren Vergangenheit ist Linde inzwischen ambitioniert bewertet, das Kurs‐Gewinn‐Verhältnis liegt bei 25. Die Dividendenrendite beträgt im Vergleich zum DAX‐Durchschnitt eher magere 1,9 %.

Zurückhaltendes Expertenvotum: Nach den starken Kurssteigerungen im Zuge der Fusion sind die Analysten bei ihrer Einschätzung der Linde‐Aktie vorsichtiger geworden. Zwar empfehlen sieben von 14 Experten die Aktie zurzeit zum Kauf. Aber fünf setzen auf „Halten“ und zwei raten sogar zum Verkauf. Der comdirect Analystenscore ist mit aktuell 36 % nur durchschnittlich.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 05.02.2020; Quelle: comdirect.de