Konsumwerte Stabile Umsätze

Nahrungsmittel‐ und Konsumgüterkonzerne hängen kaum von der Konjunktur ab. Hohe Dividendenrenditen machen die defensiven Werte aktuell attraktiv.

2018 kehrte die Volatilität an die Börsen zurück. Einige Anleger bekamen es zuletzt so mit der Angst zu tun, dass sie aus den Märkten ausstiegen. Wer aber Aktien aus defensiven Branchen bevorzugt, muss sich bei starken Schwankungen weniger Sorgen machen. Zu den klassischen Defensivwerten gehören Nahrungsmittel‐ und Konsumgüteraktien – ihre Produkte sind in guten wie in schlechten Konjunkturzeiten gefragt. Allerdings durchlebt auch diese Branche in der digitalen Welt massive Veränderungen. Neben Einkaufstempeln auf der grünen Wiese bestimmt der Onlinehandel zunehmend das Geschäft. Kein Wunder, dass auch im Konsumsektor Größe zählt: „Nur die Hersteller von bekannten Markenprodukten haben die nötige Marketing‐Power, um neue Produkte im Markt zu platzieren oder bekannte Marken wieder in den Vordergrund zu schieben“, erklärt Sven Gundermann, Geschäftsführender Gesellschafter beim Vermögensverwalter Taunus Investments aus Bad Homburg.

Nestlé bleibt die Nummer eins

Top‐Player der Nahrungsmittel‐ und Konsumgüterindustrie sind global aufgestellte Unternehmen wie Nestlé, Unilever, L’Oréal, Kraft Foods, Danone, PepsiCo, Coca‐Cola und Procter & Gamble. Aus Deutschland mischt vor allem Henkel in dieser Liga mit. Die Spitzenposition nimmt schon seit vielen Jahren die Schweizer Nestlé (WKN A0Q4DC) ein. Mit rund 2.000 Marken machte der Konzern 2017 einen Jahresumsatz von knapp 90 Milliarden Schweizer Franken in 191 Ländern. Bekannt sind vor allem Marken wie Nescafé, Nespresso, Vittel, Mövenpick, Maggi und Bübchen. Unlängst sicherte sich das Unternehmen auch die weltweiten Vermarktungsrechte an sämtlichen Starbucks‐Produkten außerhalb der Starbucks‐Cafés. Hinzu kommen bei Nestlé noch zahlreiche White‐Label‐Produktionen für Supermärkte und Discounter. „Diese Produkte machen den Nahrungsmittelgiganten relativ unabhängig von der Konjunkturentwicklung, denn hier wird vor allem dann verstärkt zugegriffen, wenn die Geldbeutel der Bürger nicht ganz so prall gefüllt sind“, erklärt Gundermann. Er schätzt die Nestlé‐Aktie auch als zuverlässigen Dividendenzahler mit einer aktuellen Rendite von 3,1 %.

Größe zählt im Konsumsektor

Die globale Nummer zwei der Branche ist derzeit PepsiCo (WKN 851995), die neben der bekannten Cola über ein breites Lebensmittel‐ und Getränkeportfolio mit 22 Marken verfügt und im Jahr 2017 knapp 64 Milliarden US‐Dollar umsetzte. Die Dividendenrendite beträgt 3,3 %. Beim Pepsi‐Dauerrivalen Coca‐Cola (WKN 850663), der von seinem Status als wohl bekannteste Marke der Welt profitiert, liegt sie sogar bei 3,5 %. Auch Deutschland hat mit der Düsseldorfer Henkel (WKN 604843) einen Global Player aus dem Konsumsektor. Marken wie Bref, Fa, Pattex, Persil, Perwoll, Pril, Pritt, Schauma, Sil, Somat und Spee kann der Konzern weltweit vermarkten. 2017 stieg der Umsatz erstmals über 20 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte überproportional um 9,1 % auf 3,46 Milliarden Euro zu.

Europäische Big Player im Paket

Die bekanntesten Konsumwerte sind aufgrund ihrer langjährigen Stabilität mit recht hohen Kurs‐Gewinn‐Verhältnissen bewertet. Wer das Einzelaktienrisiko scheut und lieber auf eine europäische Paketlösung setzt, greift zum ETF von iShares auf den STOXX Europe 600 Food & Beverage (WKN A0H08H). Dieser Basiswert enthält aktuell die 23 größten Nahrungsmittel‐Aktien der Region. Vierteljährlich erfolgt eine Anpassung der Zusammensetzung. Angeführt wird das Teilnehmerfeld von Nestlé. Sie dominiert den Index mit fast 30 % und erzeugt dadurch ein gewisses Klumpenrisiko. Es folgen der britische Spirituosenmarken‐Hersteller Diageo (WKN 851247), der belgische Bierkonzern Anheuser‐Busch InBev (WKN A2ASUV) und der französische Lebensmittelgigant Danone (WKN 851194). Gundermann gefällt an dem ETF, dass die Anleger die relativ hohen Dividenden der Branche bis zu viermal im Jahr direkt ausgeschüttet bekommen.

Aktien und ETF‐Indexfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs eines ETFs sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des ETFs („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres‐ und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in englischer und/oder deutscher Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier‐Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf‐ oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 01.08.2018. Quelle: comdirect.de.