Kering: Wachstum durch Gucci

Kering Starkes Wachstum dank Gucci

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Der fran­zö­si­sche Luxus­kon­zern leg­te im Jahr 2018 beim Umsatz um mehr als ein Vier­tel zu. Der Gewinn stieg noch deut­lich stär­ker.

Kering ver­sam­melt eini­ge der bekann­tes­ten Luxus­mar­ken der Welt, dar­un­ter Guc­ci. Der Umsatz leg­te im Jahr 2018 um mehr als ein Vier­tel zu. Der Gewinn stieg noch deut­lich stär­ker, auch wegen des Ver­kaufs eines Akti­en­pa­ke­tes von Puma. Bei den Ana­lys­ten ist die Aktie beliebt. Aller­dings ent­täusch­te Kering Ana­lys­ten und Anle­ger mit einem vor­sich­ti­gen Aus­blick auf das Jahr 2019. Die Mar­ke Bot­te­ga Vene­ta blieb wegen des Wech­sels des Chef­de­si­gners hin­ter dem Vor­jah­res­ab­satz zurück. Mit einem Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis (KGV) von knapp 20 ist das Unter­neh­men ambi­tio­niert bewer­tet und die Divi­den­den­ren­di­te liegt bei unter­durch­schnitt­li­chen 2,3 %.

Kering (WKN 851223)

Füh­ren­der Luxus­kon­zern: Die fran­zö­si­sche Kering ver­treibt Luxus-, Life­style- und Sport­pro­duk­te in eige­nen Filia­len und per Ver­sand in mehr als 120 Län­dern. Die Ange­bo­te rei­chen von Tex­ti­li­en und Schu­hen über Uhren und Schmuck bis zu Kof­fern und Spor­te­quip­ment. Die bekann­tes­ten Kering-Mar­ken sind nach dem Ver­kauf von Puma und Stel­la McCart­ney noch Guc­ci, Brio­ni, Saint Lau­rent, Alex­an­der McQueen und Bot­te­ga Vene­ta.

Star­kes Umsatz­wachs­tum: Der Kon­zern­um­satz aus fort­ge­führ­tem Geschäft stieg vor allem dank der wich­tigs­ten Mar­ke Guc­ci im Geschäfts­jahr 2018 gegen­über 2017 um 26,3 % auf 13,7 Mil­li­ar­den Euro, wäh­rungs­be­rei­nigt sogar 29,4 %. Die Erlö­se stie­gen dabei in allen wich­ti­gen Regio­nen – in Nord­ame­ri­ka um rund 38 %, im asia­tisch-pazi­fi­schen Raum um 34 %, in Japan um 24 % und im Kern­markt West­eu­ro­pa um fast 24 %. Auch im 1. Quar­tal 2019 leg­ten die Umsät­ze orga­nisch um 18 % zu.

Extra­ge­winn durch Ver­kauf von Puma-Akti­en: Der Gewinn von Kering leg­te noch stär­ker zu als der Umsatz. Das Ergeb­nis vor Zin­sen und Steu­ern (EBIT) stieg um 47 % auf 3,7 Mil­li­ar­den Euro. Der Jah­res­über­schuss stieg sogar um 108 % auf eben­falls 3,7 Mil­li­ar­den Euro – dank des Ver­kaufs der Mehr­heit an der deut­schen Sport­ar­ti­kel-Legen­de Puma.

Über­zeug­te Ana­lys­ten: Kering gehört zu den belieb­ten Akti­en am fran­zö­si­schen Markt. Aktu­ell emp­feh­len 10 von 15 Exper­ten im com­di­rect Ana­lys­tens­core die Aktie als „Kauf“. 4 sehen sie als „Hal­te­po­si­ti­on“, nur ein ein­zi­ger stimmt für „Ver­kauf“. Der Ana­lys­tens­core liegt damit bei über­durch­schnitt­li­chen 60 %.

Kering (WKN 851223)

Schwä­che­rer Aus­blick: Nach dem star­ken Jahr 2018 zeigt sich Kering mit sei­nem Aus­blick für das lau­fen­de Jahr deut­lich vor­sich­ti­ger. Kon­kre­te Umsatz- und Gewinn­zie­le wur­den nicht kom­mu­ni­ziert. Statt­des­sen ver­wies der Kon­zern auf kon­junk­tu­rel­le und geo­po­li­ti­sche Risi­ken, Han­dels­kon­flik­te und mög­li­che Wech­sel­kurs­än­de­run­gen. Bei Ana­lys­ten und Anle­gern kam die Vor­sicht nicht gut an.

Flau­te bei Bot­te­ga Vene­ta: Die Mar­ke Bot­te­ga Vene­ta befin­det sich nach dem Aus­stieg des lang­jäh­ri­gen Chef­de­si­gners Tomas Mai­er im ver­gan­ge­nen Som­mer im Umbruch. Der Umsatz von Bot­te­ga Vene­ta sank 2018 um 5,7 % auf 1,1 Mil­li­ar­den Euro. Der neue Chef­de­si­gner Dani­el Lee soll in die­sem Jahr für neu­en Schwung sor­gen.

Unter­durch­schnitt­li­che Divi­den­den: Kering hebt zwar regel­mä­ßig die Divi­den­de an. Mit der guten Kurs­ent­wick­lung konn­te der Anstieg der Aus­schüt­tun­gen zuletzt jedoch nicht mit­hal­ten. Die Divi­den­den­ren­di­te beträgt aktu­ell rund 2,5 %. Das ist weni­ger als bei den meis­ten Akti­en im fran­zö­si­schen Aus­wahl­in­dex CAC 40.

Hohe Steu­er­nach­zah­lung: Kering hat sich nach lan­gen Ver­hand­lun­gen auf eine Nach­zah­lung von 1,25 Mil­li­ar­den Euro an den ita­lie­ni­schen Fis­kus geei­nigt. Bereits seit 2017 lief eine Steu­er­un­ter­su­chung zu den Akti­vi­tä­ten der schwei­ze­ri­schen Kering-Toch­ter Luxu­ry Goods Inter­na­tio­nal in Ita­li­en.

Akti­en unter­lie­gen Kurs­schwan­kun­gen; damit sind Kurs­ver­lus­te mög­lich. Bei Wert­pa­pie­ren, die nicht in Euro notie­ren, sind zudem Wäh­rungs­ver­lus­te mög­lich. Die frü­he­re Wert­ent­wick­lung ist kein ver­läss­li­cher Indi­ka­tor für die zukünf­ti­ge Wert­ent­wick­lung. Die Aus­wahl der Wert­pa­pie­re und sons­ti­gen Finanz­in­stru­men­te dient aus­schließ­lich Infor­ma­ti­ons­zwe­cken und stellt kein Ange­bot, kei­ne Auf­for­de­rung oder Emp­feh­lung zum Kauf oder Ver­kauf von Finanz­in­stru­men­ten dar. Sie soll ledig­lich Ihre selbst­stän­di­ge Anla­ge­ent­schei­dung erleich­tern und ersetzt kei­ne anle­ger- und anla­ge­ge­rech­te Bera­tung. Der com­di­rect Ana­lys­tens­core berech­net sich aus der Gesamt­zahl der Ana­lys­ten, die die­se Aktie bewer­ten. Die nega­ti­ven Ein­schät­zun­gen (Ver­kau­fen) wer­den von den posi­ti­ven (Kau­fen) sub­tra­hiert, und das Ergeb­nis wird durch die Gesamt­zahl aller Ein­schät­zun­gen (Kau­fen, Hal­ten, Ver­kau­fen) divi­diert. Die­se Zahl wird mit 100 mul­ti­pli­ziert, um den Pro­zent­wert dar­zu­stel­len. Die hier dar­ge­stell­ten Infor­ma­tio­nen und Wer­tun­gen genü­gen nicht den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen zur Gewähr­leis­tung der Unvor­ein­ge­nom­men­heit einer Anla­ge­emp­feh­lung oder Anla­ge­stra­te­gie­emp­feh­lung. Die Dar­stel­lung gibt nicht die Mei­nung von com­di­rect wie­der. Dar­über hin­aus unter­lie­gen die dar­ge­stell­ten Wert­pa­pie­re und sons­ti­gen Finanz­in­stru­men­te kei­nem Ver­bot des Han­dels vor der Ver­öf­fent­li­chung von Anla­ge- oder Anla­ge­stra­te­gie­emp­feh­lun­gen. Stand: 29.05.2019; Quel­le: comdirect.de