Japan Fuß auf dem Gaspedal

Japans Wirtschaft profitiert von einer starken Weltkonjunktur und der ultralockeren Geldpolitik. Anleger verdienen mit!

Er hat die Ruhe weg. Während in den USA die Zinswende eingeleitet wird, bleibt der japanische Notenbankchef Haruhiko Kuroda, der gerade seine zweite Amtszeit angetreten hat, seiner Linie treu: Sowohl den Leitzins als auch den Strafzins auf Einlagen von Finanzinstituten ließ er zuletzt bei minus 0,1 %. Für Japans Wirtschaft sei es wichtig, so der oberste Währungshüter, dass die Zentralbank „geduldig ihre kraftvolle Politik der geldpolitischen Lockerung fortsetzt”.

Dabei scheint es, als habe die japanische Wirtschaft das Tal der Tränen bereits hinter sich. Die sogenannte Kernrate der Inflation – also ohne schwankungsanfällige Energie und Nahrungsmittel – lag im März zum 15. Mal in Folge im positiven Bereich. Und die Wirtschaft wächst, zwischen Oktober und Dezember vergangenen Jahres ist das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal das achte Mal in Folge gestiegen – ein Novum seit Beginn der offiziellen Statistik in den 1990er-Jahren. Für dieses Jahr erwartet der IWF einen Anstieg des BIP um 1,2 %.

Erträge steigen

Die japanische Wirtschaft brummt. Auf dem Arbeitsmarkt herrscht mit einer Arbeitslosenquote von 2,7 % nahezu Vollbeschäftigung, die Löhne steigen, und Investitionen von Fertigungsunternehmen, so schätzen Analysten, dürften 2018 zweistellig zulegen. Das hebt die Stimmung. Der Geschäftsklimaindex der Bank of Japan (BoJ) kletterte im letzten Quartal des Jahres 2017 auf seinen höchsten Stand seit mehr als 25 Jahren. Zurzeit erlebe Japan „die zweitlängste Erholungsphase seit dem Zweiten Weltkrieg”, sagt Joël Le Saux, Head of Japan Equities und Portfoliomanager bei SYZ Asset Management. „Hinzu kommt, dass das Ertragsniveau aller Unternehmen deutlich höher ist als vor der großen Finanzkrise.”

Automatisierung wird vorangetrieben

Nicht nur der inländische Dienstleistungssektor, sondern auch die Industrie ist auf Kurs — angetrieben von geöffneten Geldschleusen und einer dynamischen Weltkonjunktur. Verbunden mit einer starken Nachfrage aus China haben Unternehmen wie Sony oder Toyota das beste Ergebnis seit der Finanzkrise erzielt. Ernst Glanzmann, Portfoliomanager für japanische Aktien beim Fondsanbieter GAM, setzt aktuell verstärkt auf Unternehmen der Automatisierungs- und Robotertechnik. Eines der Top-Themen für Japan im Jahr 2018 werde die weitere Verbesserung von Arbeitsabläufen sein. „Be­dingt durch die geringe Arbeits­losigkeit ist der Kostendruck für Unternehmen durch steigende Löhne hoch. Die Unternehmen werden versuchen, diesen so weit wie möglich einzudämmen”, ist Glanzmann überzeugt. Der Einsatz von IT-gestützten Lösungen — wie Automatisierung, Robotertechnik, künstlicher Intelligenz und das Internet der Dinge — könne dazu beitragen, die Prozesse weiter zu standardisieren.

Hohe Cash-Reserven

Anleger profitieren zudem von Aktienrückkäufen und hohen Ausschüttungen. „Japans Unternehmen haben 2017 eigene Aktien für rund 8,5 Billionen Yen (rund 64,5 Milliarden Euro) zurückgekauft, etwa 1,3 Billionen Yen (knapp zehn Milliarden Euro) haben sie zusätzlich ausgeschüttet — so viel wie nie”, sagt Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden Deutsche Bank. Zusammen erhöhte das die Rendite für Aktionäre um 1,4 Prozentpunkte. Sprudelnde Gewinne, offene Geldschleusen, nach wie vor hohe Cash-Reserven sowie nach den jüngsten Korrekturen moderate Bewertungen: „Es scheint nicht die schlechteste Zeit, um in Japan zu investieren”, so der Anlagestratege, der ein breit diversifiziertes Investment in japanische Aktien als interessanten Depotbestandteil für aussichtsreich hält.

Breite Streuung bieten beispielsweise Fonds. Unter den Top-Fonds mit mindestens vier Morningstar-Sternen finden sich u. a. der JP Morgan Funds Japan Equity Fund (WKN 971602) oder der GAM Star Japan Equity (WKN 988541). Wer passives Investment vorzieht, kann mit dem XTrackers MSCI Japan Index Ucits ETF (WKN DBX1MJ) oder dem Lyxor Japan (Topix) Ucits ETF (WKN A0ESMK) von Top-Preis-Fonds profitieren.

Investmentfonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Bei Anlagen außerhalb des Euro-Raums bestehen zudem Währungsrisiken. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs eines Fonds/ETF sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen”, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in englischer und/oder deutscher Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung von Allianz Global Investors, Vontobel oder comdirect dar. Stand: 16.05.2018; Quelle: comdirect.de