Jahresendralley

Jahresendrally Gute Gründe für steigende Kurse

Der Ausgang der Kongress-Wahlen in den USA, niedrige Bewertungen und der traditionell starke Dezember nähren die Hoffnung auf eine Jahresendrally.

Für die meisten Aktienanleger dürfte 2018 bisher wenig erfreulich verlaufen sein: Trotz eines guten Jahresstarts haben DAX, Euro STOXX 50 und fast alle internationalen Indizes enttäuscht. Allerdings ist ein versöhnlicher Jahresausklang an den Börsen durchaus möglich – meint zumindest Henning Gebhardt, Head of Wealth and Asset Management bei der Berenberg Bank: „Dafür sprechen der Ausgang der amerikanischen Kongresswahlen, der bisher schwache Jahresverlauf und die dadurch niedrigere Bewertung der Märkte sowie die traditionelle Jahresendrally.“

Börsianer mit Ausgang der US-Wahlen zufrieden

Politisch hat US-Präsident Trump weltweit viel Porzellan zerschlagen; bei Börsianern, vor allem in den Vereinigten Staaten, dagegen ist seine Wirtschaftspolitik gut angekommen. Steuersenkungen, Deregulierung und Investitionen in die Infrastruktur haben die Gewinne der US-Unternehmen gepusht. Mit dem Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus und der Republikaner im Senat kann sich der Trend fortsetzen. „Ein Durchmarsch der Demokraten wäre von den Märkten so interpretiert worden, dass einige wirtschaftsfreundliche Initiativen zurückgedreht werden könnten“, meint Gebhardt. „Der jetzige Ausgang ist der konstruktivste, weil er für Checks and Balances sorgt.“ Auch historisch war die Kombination aus einem republikanischen Präsidenten und unterschiedlichen Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses für die Märkte positiv: „Seit 1946 lief die Börse in den zwölf Monaten nach den Midterms dann jedes Mal besser als zuvor“, erklärt John Bailer, Fondsmanager des BNY Mellon US Equity Income Funds.

Der Dezember ist historisch der beste DAX-Monat

Der bisher enttäuschende Jahresverlauf an den Börsen unterstützt die Hoffnung auf eine Gegenreaktion. Schließlich stiegen in Europa die Unternehmensgewinne im Durchschnitt um nahezu 10 % gegenüber dem Vorjahr, in den USA waren es dank der Steuerreform sogar annähernd 20 %. „Aufgrund von drohenden Handelskriegen, Sorgen um steigende Zinsen und politischen Krisen wie in Italien oder Großbritannien haben sich positive Unternehmensnachrichten nicht in den Kursen niedergeschlagen“, erklärt Gebhardt. „Wenn sich die Krisenherde zum Jahresende etwas beruhigen, könnten die attraktiven Bewertungen stärker beachtet werden.“

Dies gilt umso mehr, weil die langjährige Statistik für eine Jahresendrally spricht. So ist der Dezember historisch betrachtet der beste DAX-Monat überhaupt, erklärt Stefano Angioni, Zertifikate-Experte bei der Société Générale: „Seit 1988 beträgt die Durchschnittsperformance des DAX im jeweils letzten Monat des Jahres 2,68 %, der Dezember liegt damit vor April (2,51 %) und Oktober (2,28 %.) In den insgesamt 29 Jahren (1988–2017) gab es nur sieben Weihnachtsmonate mit einer negativen Entwicklung. Zuletzt 2017 – im Vorjahr aber nach einem insgesamt positiven Börsenjahr.

Faktorzertifikate hebeln Gewinne und Verluste

Zwar zeigt auch der in diesem Jahr sehr schwache Oktober, dass der langjährige Durchschnitt nicht für jedes Jahr gilt. Insgesamt jedoch sind die meisten Experten für die letzten Jahreswochen aber optimistisch. Risikobewusste Anleger können mit Faktorzertifikaten überdurchschnittlich profitieren. Faktorzertifikate eignen sich insbesondere zur kurzfristigen Spekulation. Je nach gewähltem Hebel vollziehen die Papiere die Wertentwicklung des DAX-Futures mit dem Faktor vier (z. B. WKN CJ2633), sechs (z. B. WKN CJ263X) oder acht (z. B. WKN CJ263R) nach. Dies gilt allerdings auch bei fallenden Kursen. Deshalb haben die Produkte auch das vier- bis achtfache Risiko eines „einfachen“ DAX-Engagements. Dieser Hebel muss bei der Höhe des Kapitaleinsatzes berücksichtigt werden. Auch für lange Zeiträume sind Faktorzertifikate wenig geeignet.

Mit Inline-Optionsscheinen auf stabile Kurse setzen

Wer keine großen Ausschläge nach unten und oben erwartet, findet eine Alternative in Inline-Optionsscheinen. Gefragt sind laut Stefano Angioni derzeit u. a. DAX-Inliner mit einem unteren Knock-out-Level von 9.700 Zählern und einer oberen Grenze von 13.000 Punkten (WKN ST53HZ). „Sollte der Deutsche Aktienindex bis zum Bewertungstag (18.01.2019) weder die untere noch die obere Barriere berühren oder durchbrechen, erhalten Besitzer der Papiere zehn Euro ausgezahlt.“ Bei einem aktuellen Briefkurs (Stand: 12.12.2018) von 9,06 Euro locken auf Sicht von weniger als eineinhalb Monaten damit Kursgewinne von bis zu 10,4 %. Risikobereitere Anleger können auch auf Inliner mit K.-o.-Schwellen von 10.000 und 12.900 Punkten (WKN ST5L61) zurückgreifen. Bei gleicher Fälligkeit steigt die Maximalrendite hier auf 20,3 % an. Gleichzeitig nimmt aber auch das Verlustrisiko zu. Bei einem Bruch der Barriere kommt es immer zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Faktorzertifikate und Inline-Optionsscheine unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Dieser tritt bei Inline-Optionsscheinen bereits ein, wenn der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit eine der beiden Knock-out-Schwellen berührt oder durchbricht. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei allen Produkten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 12.12.2018, Quelle: comdirect.de