IT-Branche: Profiteure der Digitalisierung

IT-Branche Profiteure der Digitalisierung

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Gewinner der Digitalisierung in der Industrie sind IT‐Dienstleister. Dabei sorgt die Cloud für eine steigende Ertragskraft.

Die digitale Transformation setzt viele Branchen unter Druck. Vernetzte Geräte, intelligente Services und individuelle Kundenwünsche zwingen viele Unternehmen, in die eigene IT‐Zukunft zu investieren und die digitale Transformation voranzutreiben. Bei diesen Herausforderungen werden IT‐Hersteller, IT‐Dienstleister und IT‐Berater benötigt – daher ist die Branchenstimmung bei den internationalen Branchengrößen IBM (WKN 851399) oder Capgemini (WKN 869858) und in Deutschland beim Platzhirsch SAP (WKN 716460) ebenso wie bei spezialisierten Anbietern wie Nemetschek (WKN 645290) oder RIB Software (WKN A0Z2XN) sehr gut.

Digitalisierung des Büroalltags

Ein wichtiger Aspekt der Digitalisierung ist die Neuorganisation des Büroalltags. Hier wird deutlich: Der Mittelstand verabschiedet sich vom analogen Büro: 23 % der Unternehmen mit 20 bis 499 Mitarbeitern wollen in nächster Zeit in umfassende Softwarelösungen für die digitale Dokumentenverwaltung investieren. So lautete im Herbst 2019 das Resultat einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom unter rund 700 Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als bei der vorangegangenen Umfrage im Jahr 2017: „Die Digitalisierung von Büro‐ und Verwaltungsprozessen ist die notwendige Voraussetzung, um die digitale Transformation zu bewältigen und neue Geschäftsmodelle zu erschließen“, sagt Nils Britze, Bitkom‐Experte für digitale Geschäftsprozesse.

Viele deutsche Unternehmen sind hier sehr erfolgreich – doch ihre Namen und ihre Aktien wie Nemetschek oder auch RIB Software sind nicht so bekannt. Anders verhält es sich mit Wirecard (WKN 747206). Das Unternehmen ist in diesem Jahr aus den Schlagzeilen kaum herausgekommen – das lag aber nicht am erfolgreichen operativen Geschäft, sondern an Meldungen über mögliche Bilanzfehler. Trotz der Querelen: Das Geschäftsmodell mit Finanztransaktionen wächst stark. Der DAX-Aufsteiger verbindet Technik mit Finanzen und besitzt sogar eine Banklizenz. Wirecard ist Principal Member bei Visa und Mastercard und damit berechtigt, Kreditkarten herauszugeben. Zentrale Einnahmequellen sind der elektronische Zahlungsverkehr und das Lizenzgeschäft. In den vergangenen fünf Jahren legten Umsatz und Gewinn durchschnittlich um rund 30 % pro Jahr zu. Dazu hat auch die zunehmende Internationalisierung durch Zukäufe beigetragen. Ein Fokus lag dabei auf Schwellenländern wie Südafrika oder Indonesien. Daher erzielt der DAX‐Wert jetzt mehr als 45 % seines Umsatzes in der Region Asien‐Pazifik.

Erfolgreich in der Nische

Nemetschek hat im laufenden Geschäftsjahr seine operative Stärke weiter ausgebaut. Das 1963 gegründete Unternehmen bietet Software und Dienstleistungen für Architektur und Bau an. Dazu gehören CAD‐Lösungen für Architekten und Ingenieure bis hin zu Bau‐Software für die Kostenplanung, für Ausschreibungen und die Bauausführung. In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 22,7 % im Vorjahresvergleich. Mit einem Plus von 35,3 % blieb der Umsatz aus Software‐Serviceverträgen und Aboverträgen (Subscription) ein wesentlicher Wachstumstreiber. Der starke Anstieg spiegelt den strategischen Wandel des Geschäftsmodells wider, neben Lizenzen auch Subscription anzubieten.

Sehr stark nach oben ging der Umsatz auch bei RIB Software. In den ersten neun Monaten gelang ein Umsatzsprung von annähernd 60 % auf 151,6 Millionen Euro. Das Unternehmen profitierte vor allem vom Building Information Modeling (BIM), bei dem zusätzlich zum 3‐D‐Design von Bauprojekten die Dimensionen Zeit (4‐D) und Budget (5‐D) berücksichtigt werden. Angetrieben wurde das Geschäft wie bei Nemetschek auch durch den neuen Vertriebsweg über die Cloud. Die positiven Auswirkungen der Umstellung von einmal zu kaufender Lizenz auf regelmäßig zu zahlende Abos werden sich mit einer höheren operativen Marge und damit auch beim Gewinn bemerkbar machen. Nach einer Umsatzrendite von 16,6 % im Jahr 2018 ist im laufenden Geschäftsjahr der Sprung über die 20-%-Marke möglich.

International gestreut per ETF

Neben vielen deutschen Unternehmen mit guten Perspektiven können Investoren auch global auf IT‐Unternehmen setzen. Eine einfache Möglichkeit bietet hier der MSCI World Information Technologie Index ETF (WKN LYX0GP). Dieser ETF hat einen starken Fokus auf große und global aktive US‐Unternehmen. Sie haben einen Indexanteil von rund 80 %. Microsoft (WKN 870747) und Apple (WKN 865985) sind mit jeweils rund 15 % gewichtet. Danach folgen die Kreditkarten‐Unternehmen Visa (WKN A0NC7B) und Mastercard (WKN A0F602) und der Chiphersteller Intel (WKN 855681). Diese drei Unternehmen bringen es auf eine Gewichtung von insgesamt rund 12 %. Die Gesamtkosten des ETF betragen 0,3 % pro Jahr.

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