Investmentfonds Frauenpower ins Depot!

Weiblicher Schwung im Top-Management sorgt für gute Unternehmensergebnisse — und birgt Anlagechancen.

Eine Frau als Regierungschefin? Noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar! Mit der Wahl von Angela Merkel am 22. November 2005 ist weibliche Staatsführung in Deutschland selbstverständlich geworden. Und in ihrer vierten Amtsperiode regiert sie aktuell mit dem bislang weiblichsten Kabinett der deutschen Geschichte. Denn den neun männlichen stehen immerhin sieben weibliche Mitglieder gegenüber. Nicht nur in der Politik, auch in der Wirtschaft haben Frauen aufgeholt — selbst innerhalb der 30 DAX-Unternehmen sind die Vorstandsriegen zuletzt weiblicher geworden. Zwar liegt die Quote mit rund 13 % noch immer auf niedrigem Niveau. Im Jahr 2009 lag der Frauenanteil aber noch unter der 1-%-Marke. Und von den 2017 frisch berufenen Vorstandsmitgliedern sind sogar ca. 30 % weiblich, wie die Personalberatung Odgers Berndtson kurz nach dem Jahreswechsel errechnete.

Frauenpower rechnet sich

Frauen in Führungspositionen: Das ist nicht nur ein Politikum. Für die Unternehmen rechnet es sich auch, wie eine repräsentative Studie aus dem Jahr 2016 belegt. Das Peterson Institute for International Economics hat dafür 21.980 Unternehmen in 91 Ländern befragt. Ergebnis: Unternehmen, die auf eine geschlechtsspezifische Diversität achten, wirtschaften profitabler als Firmen, die einen geringen oder gar keinen Anteil an Frauen innerhalb ihrer Führungskräfte haben. „So ergab die Studie beispielsweise, dass die Erhöhung des Anteils weiblicher Führungskräfte von 0 % auf 30 % zu einer Erhöhung des Nettoumsatzes um 15 % führt”, sagt Metin Simsek, Zertifikate-Experte der UBS in Frankfurt.

Breite Diversifikation

Investoren können gezielt vom unternehmerischen Erfolg gemischter Teams profitieren. Der Indexanbieter Solactive etwa berechnet schon seit November 2016 den Solactive Global Gender Diversity Index. Er bildet die Performance von weltweit tätigen Unternehmen aus den Industrieländern ab, die Geschlechterdiversität als einen Teil ihrer Corporate-Social-Responsibility-Strategie betrachten. „Über einen mehrstufigen Auswahlprozess, der unter anderem auch stark schwankende Aktien ausschließt, gelangen letztendlich 50 Werte in die Auswahl”, so Simsek. Die Zusammensetzung wird vierteljährlich aktualisiert. Gleichzeitig werden zu diesen Terminen alle 50 Titel jeweils gleichgewichtet, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Anleger können per Zertifikat (WKN UBS1GD) an der Entwicklung des Gender-Index partizipieren.

Bekannteste Titel im Index sind aktuell der italienische Mineralöl- und Energiekonzern Eni (WKN 897791), dessen nordamerikanischer Mitbewerber ExxonMobil (WKN 852549), der US-Medienriese Time Warner (WKN A0RGAY) und die beiden Schweizer Großkonzerne Nestlé (WKN A0Q4DC) und Zurich Insurance Group (WKN 579919). Aus Deutschland sind Allianz (WKN 840400), Daimler (WKN 710000) und MAN Stämme (WKN 593700) im Index vertreten.

Gender-Rendite per Fonds

Ob passiv per ETF oder aktiv gemanagt: Auch die Fondsindustrie hat spezielle Gender-Fonds begeben. Während die meisten Anbieter einen globalen Ansatz wählen, fällt der GenderPlus Aktienfonds (WKN A12BRD) der Talanx-Tochter Ampega aus der Reihe. Denn das Fondsmanagement setzt überwiegend auf deutsche Titel. Dies zeigen auch die aktuellen Schwergewichte im Portfolio: Zwischen 3,5 % und 4 % des Fondsvolumens machen TAG Immobilien (WKN 830350), Allianz, Deutscher Börse (WKN 581005), BASF (WKN BASF11) und Münchener Rück (WKN 843002) aus. Die Total Expense Ratio (TER) des thesaurierenden Fonds beträgt 1,6 % p. a.

Gender-Produkte im Überblick

Solactive Global Gender-ZertifikatUBS1GDGlobal Zertifikat
Multipartner Sicav Robecosam Global GenderA14ZRFGlobal aktiver Fonds
Ampega GenderPlus FondsA12BRDDeutschlandaktiver Fonds
Lyxor Global Gender Equality ETFLYX0XSGlobal passiver Fonds
UBS Global Gender Equality ETF A2H5JMGlobal passiver Fonds
Aktien, Zertifikate, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Bei Anlagen außerhalb des Euro-Raums bestehen Währungsrisiken. Zertifikate bergen als Inhaberschuldverschreibungen zudem ein Emittentenrisiko — bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs eines Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen”, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in englischer und/oder deutscher Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 18.07.2018; Quelle: comdirect.de