Inline-Optionsscheine
Die Bandbreite entscheidet

Mit Inline-Option­ss­cheinen kön­nen Anleger hohe Ren­diten erzie­len, aber auch einen Totalver­lust erlei­den.

Außer Spe­sen nichts gewe­sen: Für Käufer herkömm­lich­er Call- oder Put-Option­ss­cheine ist dieses Jahr wenig glück­lich ver­laufen. Dies gilt zumin­d­est für Inve­storen, die ihre Papiere bis zur Fäl­ligkeit gehal­ten haben. So hat sich zunächst der Aufwärt­strend aus 2017 fort­ge­set­zt, bevor es Ende Jan­u­ar zu einem mas­siv­en Ein­bruch bei den großen Aktienin­dizes kam. Inzwis­chen notiert der DAX in etwa wieder auf seinem Niveau von Ende Dezem­ber. Auf­grund des Zeitwertver­falls der Scheine liegen per sal­do Opti­mis­ten wie Pes­simis­ten im Minus. Ganz anders stellt sich das Ergeb­nis für speku­la­tiv ori­en­tierte Anleger dar, die auf die richti­gen Inline-Option­ss­cheine geset­zt haben.

Gewinne in Seitwärtsmärkten

Eine pos­i­tive Wer­ten­twick­lung von „Inlin­ern“ ist näm­lich daran gekop­pelt, dass sich der Kurs des Basiswertes inner­halb ein­er fes­ten Band­bre­ite bewegt. Wird bis zum finalen Bew­er­tungstag wed­er die untere noch die obere Bar­riere des vorgegebe­nen Kor­ri­dors berührt oder durch­brochen, erhal­ten ihre Besitzer bei Fäl­ligkeit einen vor­ab definierten Fes­t­be­trag von meist zehn Euro aus­gezahlt. Andern­falls ver­fall­en die Scheine wert­los. So gese­hen han­delt es sich bei Inline-Option­ss­cheinen also um eine „Entwed­er-oder-Speku­la­tion“. „Deshalb sollte die Laufzeit der Papiere auch keineswegs zu lang gewählt wer­den“, erk­lärt Ste­fano Angioni, Derivate-Experte der Société Générale. Für sin­nvoll hält er zweiein­halb bis vier Monate. Das ist auch der Rah­men, den die meis­ten Käufer dieser Pro­duk­te bevorzu­gen. Ein Großteil der Trad­er tren­nt sich zudem vor Fäl­ligkeit von ihren Papieren, um Gewinne zu real­isieren oder Ver­luste streng zu begren­zen.

Hohe Renditen, hohes Risiko

Gefragt sind laut Angioni derzeit u. a. Papiere auf den Deutschen Aktienin­dex mit ein­er unteren Bar­riere bei 11.100 Punk­ten und ein­er oberen Gren­ze von 14.100 Zäh­lern sowie dem 21. Sep­tem­ber als Bew­er­tungstag (WKN SC8W42). Sollte der DAX diese Range in den kom­menden drei Monat­en nicht ver­lassen, erfol­gt die Rück­zahlung zu zehn Euro. Bei einem aktuellen Briefkurs von 7,68 Euro lock­en damit Kurs­gewinne von bis zu 30,2 %. Wird der obere K.-o.-Level mit 13.900 Zäh­lern (WKN SC9FKT) etwas niedriger gewählt, erhöht sich die poten­zielle Ren­dite bei iden­tis­ch­er Fäl­ligkeit sog­ar auf 47,9 %. Gle­ichzeit­ig nimmt aber natür­lich auch das Risiko zu, dass eine Gren­ze ver­let­zt wird und es damit zum Totalver­lust des einge­set­zten Kap­i­tals kommt. Dabei ist allerd­ings zu berück­sichti­gen, dass auch ein K.-o.-Level von 13.900 DAX-Punk­ten noch immer über dem All-Time-High liegt.

Aktuell notiert der DAX mit knapp 13.000 Punk­ten deut­lich über der Mitte der Band­bre­ite des oben genan­nten Inlin­ers. Ein solch­es Papi­er kann daher als strate­gis­che Speku­la­tion gese­hen wer­den. Wird die obere Bar­riere ver­let­zt, dro­ht zwar ein Totalver­lust des Inlin­ers. Die meis­ten Anleger, die solche Option­ss­cheine kaufen, ver­fü­gen aber auch ein Depot mit Aktien, Fonds und ETFs und erwirtschaften bei steigen­den Kursen gle­ichzeit­ig Gewinne. Geht es mit den Märk­ten dage­gen nach unten, und der DAX bewegt sich auf die Mitte des Kor­ri­dors zu (12.500 Punk­te), wird der Inlin­er zunächst an Wert gewin­nen, weil sich die Wahrschein­lichkeit ein­er Bar­ri­erever­let­zung reduziert.

Inline-Option­ss­cheine unter­liegen Kurss­chwankun­gen. Damit sind Kursver­luste bis hin zum Totalver­lust des einge­set­zten Kap­i­tals möglich. Dieser tritt bei Inline-Option­ss­cheinen bere­its ein, wenn der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit eine der bei­den Knock-out-Schwellen berührt oder durch­bricht. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Bei allen genan­nten Pro­duk­ten beste­ht als Schuld­ver­schrei­bung zudem ein Emit­ten­ten­risiko. Bei Zahlung­sun­fähigkeit des Emit­ten­ten kön­nen Ver­luste bis hin zum Totalver­lust ein­treten. Die Beschrei­bung der Wert­pa­piere stellt keine Kauf- oder Verkauf­sempfehlung dar. Stand: 16.05.2018.