Infrastruktur: Stabile Ertraege

Stabile Erträge Infrastruktur sorgt für Rendite

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Flughäfen, Telekommunikationsnetze und Stromleitungen sind Investitionen in die Zukunft. Private Unternehmen erzielen damit stabile Erträge.

Ob die Jahrzehntbaustelle Leverkusener Autobahnbrücke oder die Never‐ending Story des Berliner Flughafens: Die Infrastruktur in Deutschland bröckelt oder liegt Jahre hinter den Neubauplänen. Kein Wunder, dass Deutschland im jüngsten World Economic Forum Competitiveness Report von Rang eins auf Rang sieben zurückgefallen ist. Für den Rückstand gibt es neben knappen Kassen mehrere Gründe: schleppende Genehmigungen, komplexe rechtliche Rahmenbedingungen oder auch rigide Brandschutzauflagen wie beim Berliner Flughafen. Rückstände bei Brücken und Bauten gibt es aber nicht nur bei uns. In Italien brechen Brücken ein, in den USA will Präsident Trump in den nächsten zehn Jahren bis zu 1,5 Billionen Dollar in neue Projekte investieren. Und in den Emerging Markets müssen Milliardenprojekte aus dem Boden gestampft werden, um mit dem Wirtschafts‐ und Bevölkerungswachstum Schritt zu halten: „Infrastruktururinvestitionen sind ein wichtiger Treiber für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Susanne Linhardt, Fondsmanagerin beim Asset Manager Bantleon. „Aktuellen Schätzungen zufolge müssen bis zum Jahr 2035 global etwa 3,7 Billionen US‐Dollar jährlich in Basisinfrastruktur investiert werden.“

Basisinfrastruktur ist konjunkturunabhängig

Zur Basisinfrastruktur gehören etwa Öl‐ und Gas‐Pipelines und Elektrizitätsnetze, Flug‐ und Seehäfen oder Eisenbahnlinien sowie Kabelnetzwerke, Satellitensysteme und Sendetürme. Um derartige Projekte abzuwickeln, beauftragen Staaten extrem spezialisierte Unternehmen, die annähernd konkurrenzlos agieren können. „Bei der Basisinfrastruktur gibt es kaum Substitutionsmöglichkeiten und keinen direkten Wettbewerb“, erklärt Christian Riemann, Fondsmanager des Ve‐RI Listed Infrastructure (WKN 976334). „Die Unternehmen sind kaum von Rohstoffpreisen, Inflations‐ und Konjunkturentwicklung abhängig. Zudem erzielen sie sehr stabile Einnahmen, weil die Nutzungs‐ und Dienstleistungsverträge meist sehr langfristig geschlossen werden.“ Regelmäßig erschließen sich zudem neue Einnahmequellen: Aktuell etwa stehen riesige Investitionen in das Glasfasernetz und den neuen Mobilfunkstandard 5G an, von denen zum Beispiel die spanische Cellnex (WKN A14RZD) stark profitieren könnte.

Anleger haben verschiedene Möglichkeiten, um sich an Basisinfrastruktur zu beteiligen. Direktinvestitionen sind dabei oft institutionellen Investoren vorbehalten. Einfacher sind Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen. Die Aktien von Betreibern von Telekom‐ und Versorgernetzen, Mautstraßen oder See‐ und Flughäfen haben attraktive Eigenschaften: Wegen ihrer Monopolstellung und den sicheren, stabilen Einnahmen zahlen sie regelmäßig überdurchschnittliche Dividenden. Auch in konjunkturell schwachen Zeiten brechen ihre Gewinne selten ein. Und an den Börsen zeichnen sie sich durch eine geringe Volatilität aus. Der defensive Charakter bestätigte sich zum Beispiel im vierten Quartal des Jahres 2018: Während weltweit die Aktien vor allem von Technologieunternehmen einbrachen, blieb etwa der Index für europäische Infrastrukturunternehmen nahezu stabil.

Investieren per ETF oder Fonds

Neben Einzelwerten können Anleger per Fonds und ETFs in börsengelistete Infrastruktur investieren. Der iShares Global Infrastructure UCITS ETF — USD DIS ETF (WKN A0LEW9) enthält 100 Aktien und ist mit rund 70 % in den USA und Kanada engagiert, über 50 % des Fondsvermögens machen Versorger aus. Am stärksten vertreten sind das Transportunternehmen Union Pacific Corp (WKN 858144), der Spezialist für alternative Energien NextEra Energy (WKN A1CZ4H) und die American Tower Group als Provider von Funkmasten und Komplettlösungen für drahtlose Kommunikationssysteme. Etwas schwächer als der iShares ETF hat in den vergangenen Jahren der Xtrackers S&P Global Infrastructure Swap UCITS ETF — 1C USD ACC ETF (WKN DBX1AP) abgeschnitten. Der Grund: Der ETF mit 75 Infrastrukturaktien aus Industrie‐ und Schwellenländern ist stärker in Europa vertreten. Das Portfolio enthält 30 Versorger, 30 Transportunternehmen und 15 Energiespezialisten. Am stärksten gewichtet ist hier die australische Transurban‐Group‐Triple‐St‐Aktie (WKN 917177).

Auch bei den Fonds gibt es unterschiedliche Schwerpunkte. Zu den erfolgreichsten gehörten in den vergangenen Jahren die weltweit investierenden Produkte. Der First State Global Listed Infrastructure — A GBP ACC Fonds (WKN A0M989) und der Partners Group Listed Investments SICAV Listed Infrastructure — I USD ACC Fonds (WKN A1JJLP) gehören ebenso wie der Franklin Global Listed Infrastructure Fund — A USD DIS Fonds (WKN A1T7WF) und der DWS Invest Global Infrastructure — LC USD ACC Fonds (WKN DWS0Q5) schon seit Jahren zu den Platzhirschen. Etwas zurück blieben Fonds, die sich auf einzelne Anlageregionen spezialisierten wie der Aberdeen Standard SICAV I — Emerging Markets Infrastructure Equity — S USD ACC Fonds (WKN A1C646) oder der ESPA Stock Infrastructure R01 (T) Fonds (WKN A0MX0S).

Besonders konzentriert ist der Ve‐RI Listed Infrastructure (WKN 976334). Fondsmanager Christian Riemann analysiert regelmäßig rund 300 Basisinfrastruktur‐Aktien aus allen Industrieländern in einem umfangreichen Prozess, der auch Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt. Die 30 besten Aktien werden gleichgewichtet ins Portfolio aufgenommen und quartalsmäßig angepasst. Der Bantleon Changing World (WKN A2JKZA) schließlich ist als Mischfonds konzipiert. Er enthält neben europäischen Infrastruktur‐Aktien auch Aktien aus der industriellen Technologie sowie europäische Qualitätsanleihen.

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