Infineon
Gute Quartalsergebnisse

Der Hal­bleit­er­spezial­ist set­zt seinen pos­i­tiv­en Ergeb­nistrend fort. Der Opti­mis­mus bei den Experten ist den­noch gebremst.

Infi­neon gehört mit vier starken Seg­menten zu den Big Play­ern im inter­na­tionalen Hal­bleit­ergeschäft. Im zweit­en Quar­tal des gebroch­enen Geschäft­s­jahres 2017/2018 gab es überzeu­gende Ergeb­nisse. Die gute Autokon­junk­tur schlägt sich in über­pro­por­tionalen Umsatzsteigerun­gen des Seg­ments nieder. Für das Gesamt­jahr wurde die Prog­nose ange­hoben. Allerd­ings kön­nte eine Fort­set­zung der Dol­lar-Schwäche die Konz­ern­pla­nun­gen beein­trächti­gen. Die Infi­neon-Aktie ist hoch bew­ertet und bietet trotz deut­lich gestiegen­er Auss­chüt­tun­gen nur eine niedrige Div­i­den­den­ren­dite. Bei den Ana­lysten ist das Unternehmen zurzeit nur durch­schnit­tlich pop­ulär.

Infi­neon (WKN 623100)

Vier starke Stand­beine: Infi­neon gehört zu den weltweit führen­den Anbi­etern von Hal­bleit­ern und Spezialchips. Mit den Geschäfts­bere­ichen Auto­mo­tive (ATV), Haus­geräte (PMM), Indus­tries­parte (ITV) und Chip Card & Secu­ri­ty (CCS) ist Infi­neon bre­it aufgestellt. Schwächep­hasen in einzel­nen Seg­menten kön­nen von den anderen kom­pen­siert wer­den.

Deut­liche Ergeb­nisverbesserun­gen: Im zweit­en Quar­tal des gebroch­enen Geschäft­s­jahres 2017/2018 (zum 31. März) legte das oper­a­tive Ergeb­nis im Ver­gle­ich zum Vor­jahreszeitraum um 6 % auf 314 Mil­lio­nen Euro zu. Der Umsatz klet­terte um 4 % auf 1,84 Mil­liar­den Euro. Die oper­a­tive Marge lag mit 17,1 % um 0,3 Prozent­punk­te über dem Vor­jahr.

Auto­mo­bil­wirtschaft brummt: Für das umsatzstärk­ste Seg­ment Auto­mo­tive (ATV) erwartet Infi­neon im laufend­en Geschäft­s­jahr ein Wach­s­tum über dem Konz­ern­durch­schnitt. Im zweit­en Quar­tal erhöhte sich der ATV-Umsatz gegenüber dem Vorquar­tal dank hoher Nach­frage nach Fahreras­sis­ten­zsys­te­men und Pro­duk­ten für Pre­mi­um­fahrzeuge um 5 % auf 811 Mil­lio­nen Euro.

Aus­blick ange­hoben: Nach den guten Zwis­ch­en­ergeb­nis­sen hat Infi­neon die Ziele für das gesamte Geschäft­s­jahr ange­hoben. Bei einem Euro/US-Dol­lar-Wech­selkurs von 1,25 erwartet der Vor­stand ein Umsatz­plus von 4 bis 7 % gegenüber dem Vor­jahr und eine Marge von 17 %. Nach dem Verkauf des Geschäfts mit Hochfre­quenz-Leis­tungskom­po­nen­ten soll der Konz­ernüber­schuss weit über ein­er Mil­liarde Euro liegen.

Infi­neon (WKN 623100)

Schwach­er US-Dol­lar: Die amerikanis­che Währung ist bin­nen Jahres­frist gegenüber dem Euro um rund 8 % gefall­en. Das wirkt sich neg­a­tiv auf die preis­liche Wet­tbe­werb­s­fähigkeit und den Gewinn des Konz­erns aus. Falls der Dol­lar nach­haltig unter die Marke von 1,25 Dollar/Euro fiele, kön­nte dies den pos­i­tiv­en Unternehmen­saus­blick gefährden.

Hohe Bew­er­tung: Infi­neon gehörte in den ver­gan­genen fünf Jahren zu den per­for­mances­tärk­sten Aktien im DAX. Auf Basis der für 2018 erwarteten Gewinne beläuft sich das Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis inzwis­chen auf annäh­ernd 26. Infi­neon benötigt weit­er­hin kräftige Gewinnsteigerun­gen, um diese Erwartun­gen zu recht­fer­ti­gen.

Div­i­den­den­ren­dite gesunken: Infi­neon hat zwar in den ver­gan­genen Jahren die Div­i­den­den von zehn Cent (2010) auf zulet­zt 25 Cent je Aktie gesteigert. Gle­ich­wohl reicht dies bei ein­er Auss­chüt­tungsquote von rund 1,1 % nur für einen hin­teren Platz in der DAX-Ran­gliste.

Gebremst opti­mistis­che Ana­lysten: Die Experten trauen der Infi­neon-Aktie aktuell keine allzu großen Sprünge zu. 14 Ana­lysten set­zen das Papi­er zurzeit auf „Kaufen“, fünf optieren für „Hal­ten“, drei für „Verkaufen“. Der comdi­rect Ana­lysten­score liegt damit bei 50 % – in der unteren DAX-Hälfte und niedriger als vor Jahres­frist.

Aktien unter­liegen Kurss­chwankun­gen, damit sind Kursver­luste möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Die Beschrei­bung der Wert­pa­piere stellt keine Kauf- oder Verkauf­sempfehlung dar. Der comdi­rect Ana­lysten­score berech­net sich aus der Gesamtzahl der Ana­lysten, die diese Aktie bew­erten. Die neg­a­tiv­en Ein­schätzun­gen (Verkaufen) wer­den von den pos­i­tiv­en (Kaufen) sub­trahiert und das Ergeb­nis durch die Gesamtzahl aller Ein­schätzun­gen (Kaufen, Hal­ten, Verkaufen) divi­diert. Diese Zahl wird mit 100 mul­ti­pliziert, um den Prozen­twert darzustellen. Die Darstel­lung gibt nicht die Mei­n­ung von comdi­rect wieder. Sie dient auss­chließlich der Infor­ma­tion und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 16.05.2018; Quelle: comdirect.de