Inditex: Online Handel boomt

Inditex Online-Handel boomt

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Der spanische Textilkonzern konnte Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2018/2019 steigern. Allerdings bremsen Währungsverluste die Performance.

Inditex gehört mit seiner Hauptmarke Zara zu den weltweit größten Textilunternehmen. Im Geschäftsjahr 2018/2019 (zum 31. Januar) legten Umsatz und Gewinn vor allem dank des boomenden Online‐Handels zu. Die Dividende stieg deutlich und macht die Aktie auch für Dividendenfonds attraktiv. Die Mehrzahl der Analysten sieht den Euro‐STOXX‐Wert als Kaufgelegenheit. Allerdings steht die Modebranche seit geraumer Zeit unter starkem Druck. Das Wachstum von Inditex hat sich zuletzt verlangsamt und die Margen sind gesunken. Währungsbelastungen bremsen Umsatz‐ und Gewinnanstieg. Schließlich liegt die Aktie mit einem Kurs‐Gewinn‐Verhältnis 2019 von über 20 in der Spitzengruppe des Euro STOXX 50.

Inditex (WKN A11873)

Breites Portfolio: Industria de Diseño Textil S.A. (kurz Inditex) gehört mit mehr als 100 Tochtergesellschaften und Marken wie Zara, Stradivarius und Massimo Dutti zu den weltweit größten Textilunternehmen. Design, Produktion, Logistik und Vertrieb sind in Spanien konzentriert, verkauft wird weltweit in rund 7.500 Geschäften und zunehmend auch online.

Boomendes Online‐Geschäft: Der Gesamtumsatz von Inditex stieg im Geschäftsjahr 2018/2019 (zum 31. Januar) um 3 % auf 26,1 Milliarden Euro. Der wichtigste Wachstumstreiber für Inditex ist das Online‐Geschäft. Hier legten die Umsätze um 27 % auf 3,2 Milliarden Euro zu. Dazu trug neben organischen Zuwächsen auch die Eröffnung neuer Online Stores in Australien und Neuseeland bei.

Ausschüttung gesteigert: Inditex gehört zu den Unternehmen im Euro STOXX 50, die ihre Dividende stetig und kräftig steigern. Für das vergangene Geschäftsjahr werden 0,88 Cent pro Aktie ausgeschüttet. Die Dividendenrendite von rund 4,1 % macht Inditex zu einem Kaufkandidaten für Dividendenfonds. Zudem kündigte das Unternehmen an, künftig 60 % statt 50 % des Gewinns an die Aktionäre zu geben.

Gutes Ergebnis: Im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2019/2020 (zum 30. April) konnten Inditex das operative Ergebnis (Ebit) um rund 15 % auf 980 Millionen Euro steigern. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 734 Millionen Euro, 10 % mehr als vor Jahresfrist. Der Grund: Das Management hatte die Kosten im Griff und hielt sich aus den Rabattschlachten der Branche heraus.

Inditex (WKN A11873)

Schwieriges Geschäft: Mode außerhalb des Luxussegments ist ein schwieriges Geschäft geworden. Zwar geht es Inditex mit seinem Flaggschiff Zara noch deutlich besser als dem schwedischen Wettbewerber Hennes & Mauritz (H&M) oder gar deutschen Modemarken. Aber der starke Wettbewerbsdruck schlägt sich auch bei den Spaniern in geringerem Wachstum und schwächeren Ergebnismargen nieder.

Profitabilität lässt nach: Die Profitabilität von Inditex geriet in den vergangenen Jahren unter Druck. Nach einem Zehnjahrestief im Jahr 2017 legte die viel beachtete Bruttomarge im Jahr 2018 zwar insgesamt um 0,4 Prozentpunkte auf 56,7 % zu. Im besonders absatzstarken vierten Quartal lag sie aber wegen hoher Kosten nur bei 53,5 % und sorgte für Enttäuschung bei den Analysten.

Währungsbelastungen: Währungsverluste belasten die Bilanz von Inditex. Die Kosten fallen vor allem in Euro an; der Großteil der Umsätze wird aber in anderen Währungen, vor allem in US‐Dollar, erwirtschaftet. Der Umsatz in lokalen Währungen stieg um 7 % an. Ergebniswirksam waren nur 3 %. Beim operativen Ergebnis (EBIT) schlug sich der Währungseinfluss noch stärker nieder. Statt um 11 % legte das EBIT nur um magere 3 % zu.

Hohe Bewertung: Die langjährige Stabilität des spanischen Modekonzerns spiegelt sich in einer hohen Bewertung wider. Inditex gehört mit einem Kurs‐Gewinn‐Verhältnis 2019 von über 20 zu den am höchsten bewerteten Aktien im Euro STOXX 50. Angesichts des erwarteten Wachstums des Gewinns je Aktie scheint das einigen Experten ambitioniert.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 19.06.2019; Quelle: comdirect.de