Indien: Starkes Wachstum bei geringer Inflation

Indien Starkes Wachstum bei geringer Inflation

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Indi­ens Wirtschaft hat langfristig her­vor­ra­gende Per­spek­tiv­en, kurzfristig belas­ten aber die Agrarpreise und die Par­la­mentswahlen die Börsenkurse.

Vor fünf Jahren hat die Regierung um Pre­mier­min­is­ter Naren­dra Modi mit klar­er Mehrheit die Par­la­mentswahlen gewon­nen. Sein Wille, die poli­tis­che Läh­mung im Land zu been­den und einen neuen Wirtschaft­sauf­schwung her­beizuführen, sorgte für die notwendi­gen Stim­men. Und tat­säch­lich: Indi­ens Wirtschaft wächst. Für das bis Ende März 2019 laufende Haushalt­s­jahr peilt die Regierung einen Zuwachs von 7 % bis 7,5 % beim Brut­toin­land­spro­dukt (BIP) an. Damit dürfte Indi­en sog­ar Chi­na (6,6 %) hin­ter sich lassen.

Langfristig die globale Nummer eins

Die Per­spek­tiv­en sind langfristig gut. So prog­nos­tiziert der Inter­na­tionale Währungs­fonds (IWF) für 2019 ein Wach­s­tum von 7,4 % und für 2020 sog­ar 7,7 %. Dieser Trend soll nach ein­er neuen Studie des Wirtschafts­forschungsin­sti­tuts Cap­i­tal Eco­nom­ics sog­ar sehr, sehr lange anhal­ten: Die britis­chen Experten erwarten für Indi­en gar bis 2037 Wach­s­tum­srat­en zwis­chen 5,5 % und 6,9 %. Damit dürfte das Land über sehr viele Jahre die wach­s­tumsstärk­ste Nation der Welt bleiben. Die Begrün­dung klingt sim­pel: eine hohe Investi­tion­squote und ein starkes Wach­s­tum bei der erwerb­stäti­gen Bevölkerung. Im Jahr 2040 wer­den laut Studie in Indi­en mehr Men­schen arbeit­en als in Chi­na.

Spannung vor den Parlamentswahlen

Auch wenn langfristig die wirtschaftlichen Per­spek­tiv­en stim­men: Aktuell herrscht Unruhe im Land. Im April und im Mai ste­hen in Indi­en Par­la­mentswahlen an. Mit Blick auf die gute Wirtschaft­sen­twick­lung sollte eine Wieder­wahl der Regierung Modi eigentlich nur Form­sache sein. Doch dem ist nicht so. Das Land ist ges­pal­ten, im Par­la­ment gab es tage­lange Diskus­sio­nen über ver­mutete Bestechung. Zudem ist das Banken­sys­tem durch faule Kred­ite in Schieflage ger­at­en, was die Investi­tio­nen in die Wirtschaft abbremst. Und dann sind da auch noch die fal­l­en­den Agrarpreise. Im Mit­telpunkt ste­ht die Zwiebel, die in Indi­en bei kein­er Mahlzeit fehlen darf. Ihr Preis ist seit Mitte des Vor­jahres um rund 75 % gefall­en. Bei Kartof­feln gab der Preis um mehr als 50 % nach. Da in Indi­en noch immer min­destens 55 % der Bevölkerung von der Land­wirtschaft abhängig sind, wird Modi voraus­sichtlich noch vor den Wahlen Zugeständ­nisse machen und Sub­ven­tio­nen in diesen Sek­tor geben. Nach aktuellen Umfra­gen ist es für Wahlforsch­er wahrschein­lich, dass die regierende Bharatiya-Jana­ta-Partei ihre absolute Mehrheit ver­lieren wird und sich Modi Koali­tion­spart­ner suchen muss.

Aktuelle Unsicherheiten als Einstiegschance

In den Herb­st­stür­men an den Welt­börsen hielt sich der indis­che Leitin­dex Nifty 50 recht sta­bil. Im Jan­u­ar kon­nte er den Aufwärt­strend bei DAX, Dow Jones und Co. nicht mit­machen, holte aber im Feb­ru­ar und März auf. Die Ana­lysten begrün­den diese Entwick­lung mit den Unsicher­heit­en im Vor­feld der Wahlen. Ab Mai dürften dann aber wieder die dynamis­chen Kenn­zahlen der Wirtschaft die Mark­ten­twick­lung bes­tim­men: „Fal­l­ende Ölpreise, eine stärkere Rupie und nach­lassende Ren­diten auf indis­che Anlei­hen ver­heißen für die Wirtschaft Pos­i­tives und dürften den Anla­gen und der Rentabil­ität zugutekom­men“, erk­lärt Mar­co Ravagli, Fonds­man­ag­er des DWS-India-Fonds.

Wer die aktuellen Unsicher­heit­en als Ein­stiegschance nutzen will, kann neben Einzel­w­erten auf ETF-Index­fonds und Län­der­fonds set­zen: Der ETF von db X-Track­ers (WKN DBX1NN) bildet den Nifty 50 ab und kommt mit einem jährlichen Pauschent­gelt von 0,85 % aus. Bei comdi­rect im Spar­plan erhältlich ist zum Beispiel der Aberdeen Glob­al Indi­an Equi­ty Fund — A USD (WKN A0HMTV). Lange auf dem Markt ist auch der DWS-India-Fonds (WKN 974879). Fonds­man­ag­er Mar­co Ravagli erwartet steigende Unternehmensgewinne und set­zt auf Unternehmen mit stark­er Mark­t­po­si­tion und über­durch­schnit­tlich guten Wach­s­tumsper­spek­tiv­en. Zu den größten Posi­tion zählen unter anderem aktuell die Finanzti­tel HDFC Bank (WKN 694482) und ICICI Bank (WKN 936793) sowie der Energiekonz­ern Reliance Indus­tries (WKN 884241) und das Tech­nolo­gie­un­ternehmen Infos­ys (WKN 919668).

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