Fresenius: Umsatz steigt

Fresenius Umsatz steigt wieder

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Der Gesundheitskonzern kämpft noch mit mehreren Baustellen. Daher kann die Gewinnentwicklung dem Umsatzplus nicht folgen.

Fresenius ist als Gesundheitskonzern mit vier Sparten weltweit präsent. Nach einem schwierigen Jahr 2018 ziehen die Umsätze jetzt deutlich an. Die Bewertung der Aktie ist im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt niedrig und kein einziger Analyst spricht aktuell eine Verkaufsempfehlung aus. Allerdings kann der Gewinn des Konzerns noch nicht wieder überzeugen, insbesondere in der Kliniksparte. Zudem hat die Tochter Fresenius Medical Care (FMC) mit Korruptionsvorwürfen zu kämpfen. Die Verschuldung hat inzwischen einen Rekordstand von fast 20 Milliarden Euro erreicht und könnte mittelfristig das Rating gefährden.

Fresenius (WKN 578560)

Breites Portfolio: Fresenius ist als Gesundheitskonzern breit aufgestellt und auf allen Kontinenten aktiv. In vier Geschäftsbereichen werden unter anderem Produkte und Dienstleistungen für Dialyse, Krankenhaus und ambulante Versorgung von Patienten vertrieben. Rund die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet die Dialysetochter Fresenius Medical Care, die ebenfalls im DAX notiert.

Steigende Umsätze: Fresenius konnte im dritten Quartal den Geschäftsumsatz deutlich steigern. Bereinigt um Wechselkurseffekte legten die Erlöse vor allem dank der überraschend guten Entwicklung der Tochter Fresenius Kabi im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6 % auf 8,9 Milliarden Euro zu. Im Gesamtjahr 2019 soll der Umsatz nach den aktuellen Prognosen des Vorstandes um 4 bis 7 % wachsen.

Attraktive Bewertung: Der Gesundheitskonzern hat sich nach Gewinnwarnung und Kurseinbruch vor einem Jahr wieder gefangen. Gleichwohl ist die Bewertung der Aktie mit einem Kurs‐Gewinn‐Verhältnis von knapp 15 für das Jahr 2019 im historischen Vergleich günstig. Zudem hat Fresenius in den vergangenen 27 Jahren regelmäßig die Dividende erhöht.

Kein Verkaufsdruck durch Analysten: Der Gesundheitskonzern gehört bei den Analysten seit vielen Jahren zu den DAX‐Favoriten. Nach den Umsatz‐ und Gewinnwarnungen 2018 sind sie zwar aktuell weniger euphorisch, aber kein einziger empfiehlt den Verkauf. Aktuell sehen acht von 16 Experten Fresenius als „Kauf“. Acht empfehlen „Halten“. Der comdirect Analystenscore liegt bei 50 %.

Fresenius (WKN 578560)

Gewinn bleibt zurück: Trotz der überraschend deutlichen Umsatzsteigerungen im Geschäftsjahr 2019 lässt die Gewinnentwicklung bei Fresenius zu wünschen übrig. Im dritten Quartal reduzierte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) währungsbereinigt um 1 % auf 1,13 Milliarden Euro. Der Nettogewinn blieb währungsbereinigt mit 453 Millionen Euro unverändert.

Helios erholt sich nur langsam: Zwar verbesserte sich im abgelaufenen Quartal der Umsatz bei Deutschlands größtem Betreiber von Privatkliniken dank positiver Preiseffekte und steigender Fallzahlen um 5 %. Aber Investitionen und höhere Arbeitslöhne machten sich in der Bilanz bemerkbar. Insgesamt verringerte sich das Ergebnis um 12 % auf 113 Millionen Euro.

Reputationskrise: Gegen die Konzerntochter FMC wird in zahlreichen Ländern wegen des Verdachts auf Schmiergeldzahlungen ermittelt. Zwischen 2007 und 2016 sollen Ärzte und Klinikverantwortliche in 17 Ländern systematisch bestochen worden sein. In den USA hat sich FMC mit den Behörden auf eine Strafzahlung von rund 231 Millionen US‐Dollar geeinigt. In anderen Ländern sind die Verfahren noch im Gange.

Hohe Verschuldung: Fresenius hat durch die Übernahmen der vergangenen Jahre nach wie vor einen hohen Schuldenstand. Die Finanzverbindlichkeiten sind zuletzt auf einen Rekordwert von über 19,5 Milliarden Euro gestiegen. Wenn sich die Tendenz in den nächsten Quartalen nicht deutlich umkehrt, könnte sich dies negativ auf das Rating des Unternehmens auswirken.

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