Fresenius Kontinuierlich gewachsen

Der Gesundheitskonzern hat Top-Geschäftszahlen für das Jahr 2017 vorgelegt. Eine Übernahme in den USA ist jedoch geplatzt.

Der Gesundheitskonzern Fresenius ist breit aufgestellt und auf einem langjährigen Wachstumspfad. 2017 gelang ein starker Umsatz- und Gewinnschub. Die Dividende steigt seit 25 Jahren an. Bei den Analysten ist Fresenius auch aufgrund des weitgehend konjunkturunabhängigen Geschäfts sehr populär. Allerdings wurde die geplante Übernahme eines Generikaherstellers in den USA abgesagt. Das Wachstum bei Umsatz und Gewinn dürfte sich 2018 abschwächen. Die Verschuldung ist auf einen Rekordwert gestiegen und die Bewertung der Aktie im Vergleich zum DAX hoch.

Fresenius (WKN 578560)

Breites Portfolio: Fresenius ist ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern mit Produkten und Dienstleistungen für Dia­lyse, Krankenhaus und ambulante Versorgung von Patienten. In vier eigenständigen Geschäftsbereichen sind mehr als 200.000 Mitarbeiter in mehr als 100 Ländern aktiv. Rund die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet die ebenfalls im DAX notierte Tochter FMC.

Starker Umsatz- und Gewinnanstieg: Der Umsatz von Fresenius stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 15 % auf knapp 33,9 Milliarden Euro. Der Gewinn kletterte um 16 % auf gut 1,8 Milliarden Euro. Alle vier Geschäftsbereiche trugen dazu bei, insbesondere das Klinikgeschäft. Durch die Übernahme der spanischen Krankenhauskette Quirónsalud stieg der Umsatz dieser Sparte um rund die Hälfte, der Gewinn legte um ein Drittel zu.

Regelmäßige Dividendensteigerung: Der Gesundheitskonzern gehört zu den sogenannten Dividenden-Aristokraten. Zwar liegt die Dividendenrendite nur bei rund 1,2 %. Aber Fresenius hat die Ausschüttung im Frühjahr zum 25. Mal in Folge angehoben – im Vergleich zum Vorjahr um 21 % auf 0,75 Euro je Aktie.

Liebling der Analysten: Fresenius gehört als weitgehend konjunkturunabhängiges Unternehmen bei den Analysten seit Langem zu den DAX-Favoriten. Aktuell sehen 14 von 20 Experten die Aktie des Gesundheitskonzerns als „Kauf”, fünf empfehlen „Halten”, nur einer „Verkauf”. Der comdirect Analysten-Score liegt damit bei überdurchschnittlichen 65 %.

Fresenius (WKN 578560)

Übernahme geplatzt: Die geplante Übernahme des US-Arzneiherstellers Akorn wurde von Fresenius abgesagt. Grund: Der Generikaspezialist soll in der Vergangenheit bei der Produktentwicklung gravierend gegen Vorgaben der US-Gesundheitsbehörde FDA verstoßen haben. Akorn bestreitet die Anschuldigungen und will seine Rechte aus der Fusionsvereinbarung durchsetzen. Weitere Unruhe scheint vorprogrammiert.

Schwächerer Ausblick: Nach dem Top-Ergebnis 2017 erwartet Fresenius für das Geschäftsjahr 2018 nur noch ein währungsbereinigtes Plus beim Konzernumsatz von 5 % bis 8 %. Im ersten Quartal lag es bei 7 %. Das Konzernergebnis soll um 6 % bis 9 % zulegen. Ein Faktor für den Rückgang sind höhere Investitionen in „Biosimilars” — die Generika von biotechnisch hergestellten Medikamenten.

Höhere Verschuldung: Die Verschuldung von Fresenius hat 2017 durch den Kauf des Klinikkonzerns Quirónsalud erheblich zugenommen. Die Finanzverbindlichkeiten stiegen um 29 % auf einen neuen Rekordstand von mehr als 19 Milliarden Euro. Zum Jahresende 2016 hatten sie noch bei 14,8 Milliarden Euro gelegen. Bei steigenden Marktzinsen drohen künftig höhere Belastungen.

Hohe Bewertung: Langfristig stabiles Wachstum schlägt sich bei Aktien im Preis nieder. Aufgrund des defensiven Geschäftsmodells gehörte Fresenius schon immer zu den höher be­werteten Aktien im DAX. Auf Basis der aktuellen Schätzungen für das Jahr 2018 ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 20 bewertet.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (verkaufen) werden von den positiven (kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (kaufen, halten, verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung der comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 30.05.2018, Quelle: comdirect.de