Frankreich: Es läuft besser als in Deutschland

Frankreich Es läuft besser als in Deutschland

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Die Refor­men von Präsi­dent Macron haben die franzö­sis­che Wirtschaft gestärkt. Die niedrige Exportquote wirkt sich pos­i­tiv aus.

Die franzö­sis­che Wirtschaft wächst dank der Refor­men von Präsi­dent Emmanuel Macron stärk­er als die deutsche. Dazu tra­gen die starken Unternehmen im CAC 40 mit ihren hohen Div­i­den­den­ren­diten bei. Der Arbeits­markt ist deut­lich mobil­er gewor­den und die gerin­gere Abhängigkeit von Exporten macht sich in Zeit­en von Han­delsstre­it­igkeit­en pos­i­tiv bemerk­bar. Allerd­ings hat Präsi­dent Macron nach dem Abflauen der Gelb­west­en-Bewe­gung weit­er­hin mit dem Rassem­ble­ment Nation­al zu kämpfen. Die Maas­tricht-Kri­te­rien kön­nen 2019 wieder ein­mal nicht erfüllt wer­den und die Staat­squote liegt im europäis­chen Ver­gle­ich am höch­sten. Schließlich dro­ht die Schwäche des wichtig­sten Han­delspart­ners Deutsch­land auch die franzö­sis­che Wirtschaft zu dämpfen.

Wichtige Refor­men: Emmanuel Macron hat seit sein­er Wahl zum franzö­sis­chen Präsi­den­ten für Auf­bruch in Poli­tik und Wirtschaft gesorgt. Eine umfassende Arbeits­mark­tre­form hat Ein­stel­lun­gen und Kündi­gun­gen deut­lich vere­in­facht. Die Steuern sinken und der Min­dest­lohn SMIC steigt. Das sorgt für Wach­s­tum. Im zweit­en Quar­tal 2019 legte die Wirtschaft um 0,3 % gegenüber dem Vorquar­tal zu.

Starke Unternehmen: Die franzö­sis­chen Unternehmen aus dem CAC 40 genießen Wel­trang. Ins­beson­dere Kon­sum und Luxus (LVMH, Ker­ing) pros­perieren. Aber auch im Finanzsek­tor ist Frankre­ich (Société Générale, BNP Paribas, Axa) bess­er aufgestellt als Deutsch­land. Zudem sind die CAC-40-Unternehmen auss­chüt­tungsstark. Die durch­schnit­tliche Div­i­den­den­ren­dite lag zulet­zt bei rund 4 %.

Mobil­erer Arbeits­markt: Die Reform­poli­tik von Präsi­dent Emmanuel Macron hat sich pos­i­tiv auf Grün­dun­gen und Arbeits­markt aus­gewirkt. Allein 2018 wur­den in den Unternehmen über vier Mil­lio­nen Arbeitsverträge unter­schrieben. Die Arbeit­slosigkeit lag im zweit­en Quar­tal 2019 bei 8,5 %, der niedrig­ste Wert seit dem Jahr 2008. Die Erwerb­squote liegt mit rund 66 % auf dem höch­sten Niveau seit den 1980er-Jahren.

Unab­hängigkeit vom inter­na­tionalen Geschäft: Frankre­ich verkraftet die Span­nun­gen im Welthandel weit bess­er als etwa Deutsch­land. Das liegt an der gerin­geren Exportquote des Nach­bar­lan­des (32 % ver­sus 50 % in Deutsch­land). Nach Chi­na ver­schickt Frankre­ich nur 3 % sein­er gesamten Exporte.

Innen­poli­tis­che Prob­leme: Die Proteste der Gelb­west­en sind in den ver­gan­genen Monat­en abgeebbt. Poli­tisch auf der sicheren Seite ist Präsi­dent Macron damit aber nicht. Bei den Europawahlen schnitt seine Bewe­gung „République en marche“ hin­ter dem „Rassem­ble­ment Nation­al“ nur als zweit­er Sieger ab. Der Rassem­ble­ment bleibt eine latente Bedro­hung für die poli­tis­che Mitte in Frankre­ich.

Wenig Finanzspiel­raum: Kurzzeit­ig hat­te Frankre­ich erst­mals seit der Finanzkrise wieder das Haushalts­de­fiz­it unter das Maas­tricht-Kri­teri­um von 3 % gedrückt. Durch die Anhebung des Min­dest­lohns SMIC und die Rück­nahme der Ben­zin­s­teuer dürfte das Defiz­it 2019 wieder über die 3-%-Marke steigen. Zurzeit plant die franzö­sis­che Regierung mit 3,1 %.

Klein­er Mit­tel­stand: Trotz der zahlre­ichen Unternehmensgrün­dun­gen sind Small und Mid Caps in Frankre­ich weit­er­hin unter­repräsen­tiert. Das Land ist immer noch von der Großin­dus­trie und vor allem von der staatlichen Nach­frage abhängig. Die Staat­squote betrug 2018 noch 56 % und lag damit um zehn Prozent­punk­te über dem EU-Durch­schnitt.

Prob­lem Deutsch­land: Die aktuelle Schwäche der deutschen Wirtschaft macht auch Frankre­ich Sor­gen. Immer­hin 15 % der gesamten franzö­sis­chen Exporte gehen zum wichtig­sten Han­delspart­ner Deutsch­land, fast dop­pelt so viel wie an die nach­fol­gen­den Wirtschaftspart­ner Spanien, Ital­ien und USA. Ein schwächel­ndes Deutsch­land ist damit auch ein franzö­sis­ches Prob­lem.

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