Fixkupon-Expresszertifikate – Regelmäßige Zinszahlungen

Fixkupon-Expresszertifikate Regelmäßige Zinszahlungen

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Attraktive Renditechancen, Verlustpuffer und regelmäßige Auszahlungen: Fixkupon‐Expresszertifikate machen es möglich.

Viele Anleger wünschen sich regelmäßige Auszahlungen – sei es, weil sie ihre Einkünfte größtenteils aus Wertpapiervermögen generieren oder weil entsprechende Zahlungen für ganz bestimmte Zwecke eingeplant sind. Bei Derivaten werden diese Anleger selten fündig – die meisten Derivatearten bieten keine regelmäßigen Zinszahlungen. Anders die Fixkupon‐Expresszertifikate. Mit diesen Papieren sind regelmäßige Zinszahlungen möglich.

Den Kupon gibt es in jedem Fall

Fixkupon‐Expresse funktionieren erst einmal wie klassische Expresszertifikate: Die Rückzahlung erfolgt immer dann zum Nominalwert, wenn der Kurs des Basiswertes am ersten Beobachtungstermin auf oder über der bei Emission festgelegten Tilgungsschwelle notiert. Andernfalls verlängert sich die Laufzeit um eine weitere Periode, bevor die beiden relevanten Werte erneut miteinander verglichen werden. Liegt der Kurs des Basiswertes auch am letzten Stichtag im negativen Bereich, kommt der für Expresszertifikate typische Sicherheitspuffer ins Spiel. Er sorgt dafür, dass das Anlageprodukt auch in diesem Fall noch zum Nominalwert zurückgezahlt werden kann. Dies geschieht jedoch nur, wenn der Basiswertkurs die Sicherheitsbarriere am letzten Bewertungstermin oder bei manchen Produktvarianten auch während der gesamten Laufzeit nicht berührt oder unterschritten hat.

Anders als in der Grundversion bekommen Anleger mit Fixkupon‐Expresszertifikaten unabhängig vom jeweils aktuellen Kurs des Basiswertes nach jedem Bewertungstermin noch einen Kupon ausbezahlt. Ist dies doch der Fall, orientiert sich die Rückzahlung am Kurs des Basiswertes – und der kann deutlich niedriger als der Nominalwert sein.

Zinshöhe stark abhängig vom Basiswert

Beispielsweise erhalten Besitzer eines entsprechenden Produkts der BNP Paribas auf den Euro STOXX 50 (WKN PR8EW3) bis zur Rückzahlung jeweils Ende Januar eine Zinszahlung in Höhe von 2,5 %. Sollte der wichtigste europäische Aktienindex am nächsten oder den darauffolgenden Überprüfungsterminen (jeweils jährlich um den 22. Januar herum) auf oder oberhalb von 3.298 Punkten notieren, kommt es zur vorzeitigen Rückzahlung zu 100 %. Dies gilt auch für den letzten Bewertungstag (23.01.2024), sofern der Euro STOXX 50 während der gesamten Laufzeit des Zertifikats niemals die Barriere von 1.814 Punkten berührt oder unterschritten hat. Tritt dieser Fall dennoch ein, obwohl die besagte Schwelle 46,5 % unter dem aktuellen Indexstand liegt, orientiert sich die Rückzahlungshöhe an der tatsächlichen Wertentwicklung des Marktbarometers. Bei einem Euro STOXX 50 von 2.500 Zählern kämen dann beispielsweise nur 758 Euro je Zertifikat im Nominalwert von 1.000 Euro zur Auszahlung (2.500 / 3.298 = 75,8 %). Verluste sind also trotz Zinszahlungen möglich.

Deutlich höhere Kupons sind natürlich drin, wenn statt auf einen breit ausgerichteten Aktienindex auf Einzelwerte gesetzt wird. So beträgt die Zinszahlung bei Fixkupon‐Expresszertifikaten auf BASF immerhin 5 % p. a. (WKN UBS0ZW). Bei den halbjährigen Überprüfungsterminen ist dabei die Tilgungsschwelle von 65,70 Euro je BASF‐Aktie maßgeblich. Die Sicherheitsbarriere, die bis zur Endfälligkeit am 30.11.2020 nicht berührt oder unterschritten werden sollte, liegt bei 42,71 Euro (aktueller Sicherheitspuffer: 36,8 %). Im Worst Case, also bei einer Verletzung der Barriere, erhalten Anleger 15,22 BASF‐Aktien je Zertifikat ins Depot gebucht.

Auf die Feinheiten kommt es an

Fixkupon‐Expresszertifikate auf die Deutsche Bank mit Endfälligkeit im Juni 2021 (WKN UBS2PA) bieten zwar lediglich jährliche Zinszahlungen von 4 %, dafür ist die Sicherheitsbarriere hier allerdings auch nur am letzten Bewertungstermin und nicht während der gesamten Laufzeit aktiv. Ein zwischenzeitliches Unterschreiten ist somit unerheblich. Entsprechend reicht es für eine Rückzahlung zu 1.000 Euro bereits aus, dass die Aktien der Deutschen Bank am 01.06.2021 oberhalb von 4,71 Euro notieren. Andernfalls erhalten Anleger den Gegenwert von 212,54 Deutsche‐Bank‐Aktien gutgeschrieben. Da das Derivat aktuell zu 989,28 Euro zu haben ist, kann es über die Zinszahlungen hinaus auch noch zu Kursgewinnen kommen. Dabei fällt die aufs Jahr umgerechnete Zusatzrendite umso höher aus, je früher das Zertifikat vorzeitig getilgt wird.

Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 20.03.2019; Quelle: comdirect.de