Familienunternehmen

Familienunternehmen Performance mit Familienchefs

Familienunternehmen wie Sixt oder Fielmann bescheren Anlegern langfristig überdurchschnittliche Erträge.

Rund 90 % aller Gesellschaften mit Sitz in Deutschland sind noch immer mehrheitlich in Familienhand. Aber an der Börse findet man sie eher selten. Denn viele Unternehmen wollen sich nicht fremden Mitspracherechten aussetzen. Unter denen, die es gewagt haben, sind einige seit vielen Jahren erfolgreich. Eine Untersuchung der Credit Suisse ergab, dass Familienunternehmen profitabler arbeiten als klassische Unternehmen. Dies könnte vor allem daran liegen, dass die Eigner mit eigenem Geld arbeiten. Sie achten sensibler auf Kosten und scheuen meist extrem risikoreiche Investments, da es ja auch um den Erhalt des Familienvermögens geht. Zu den prägnanten Unternehmerpersönlichkeiten an der Deutschen Börse gehören Günther Fielmann, Erich Sixt und Ralph Dommermuth von United Internet.

Fielmann: Voller Durchblick

Brille Fielmann (WKN 577220) – keine Optikerkette ist in Deutschland bekannter als das Unternehmen, das Günther Fielmann 1972 in Cuxhaven gründete. Heute gehören knapp 730 Niederlassungen zu dem Konzern, der im vergangenen Jahr rund 1,35 Milliarden Euro umsetzte und dabei 8,1 Millionen Brillen verkaufte. Schon 1994 führte der Firmengründer sein Unternehmen an die Börse und finanzierte mit den erlösten Geldern seine Wachstumsstrategie. Seit April hat der 78-jährige Patriarch seinen Sohn im Vorstand an seine Seite gestellt. Der erst 28-jährige Marc Fielmann soll die Erfolgsgeschichte fortschreiben und das Unternehmen zunehmend digitalisieren. Zwar enttäuschte Fielmann zuletzt mit seinen Halbjahreszahlen. Auf lange Sicht verkörpert das Unternehmen aber Konstanz pur. Die Dividende stieg in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich an, die Dividendenrendite liegt bei rund 3,5 % und ist damit für einen MDAX-Wert überdurchschnittlich hoch.

Sixt: Die Vollgas-Erfolgsstory

Schon 1986 führte Erich Sixt seine Autovermietung an die Börse. Die Wurzeln dieses Familienunternehmens reichen dabei bis ins Jahr 1912 zurück, als Vater Martin Sixt erstmals Autos zur Vermietung anbot – als Erster in Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute dann Erich Sixt das Geschäft schnell international aus. „2017 setzte Sixt bei einer guten Ertragsentwicklung rund 2,6 Milliarden Euro um. Der Trend setzt sich auch im laufenden Jahr fort“, erklärt Roger Peeters, Geschäftsführer beim Fondsberater pfp Advisory in Frankfurt. Im ersten Halbjahr 2018 lief es besonders rund. Der Umsatz stieg um 11 % auf fast 1,2 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern verdreifachte sich auf 326 Millionen Euro. Dabei spielte der Erlös der Anteile an DriveNow eine wichtige Rolle. Aber auch ohne Sondereffekt legte der Ertrag um 26 % zu. Die Sixt-Vorzugsaktie (WKN 723132) gehörte in den vergangenen fünf Jahren zu den Stützen im SDAX. Erich Sixt selbst hat noch einen Vertrag als Vorstandschef bis 2020. Die nächste Generation ist aber längst an Bord, die Söhne Alexander und Konstantin sitzen im Vorstand und in Büros direkt neben ihm.

United Internet: Geduldig gewachsen

United Internet (WKN 508903) ist eine klassische Erfolgsstory. Denn Ralph Dommermuth, der heute noch 40 % der Aktien besitzt, gründete das Vorgänger-Unternehmen „1&1“ schon 1988. Als die New Economy noch in voller Blüte glänzte, führte Dommermuth seine Gesellschaft im März 1998 an den damaligen „Neuen Markt“. Während in den Folgejahren viele der dort notierten Unternehmen das Geld verbrannten und längst von der Börse verschwunden sind, baute der inzwischen 54-Jährige seinen Konzern überlegt auf und tätigte sinnvolle Akquisitionen wie das Internetportal web.de oder den Mobilfunkanbieter Drillisch. United Internet bietet heute mit etablierten Marken wie GMX, WEB.DE und 1&1 diverse Internet-Zugangsprodukte und Applikationen für Privatanwender, Freiberufler und kleinere bis mittelgroße Firmen an. Mit einer Marktkapitalisierung von fast zehn Milliarden Euro gehört es zu den Schwergewichten im TecDAX und wird mit den neuen Indexregeln ab September sehr wahrscheinlich in den MDAX aufsteigen.

Familienunternehmen: Die Paketlösung für Anleger

Die Suche nach erfolgreichen börsennotierten Unternehmen mit starker Beteiligung der Gründerfamilie ist mühsam. Daher hat die Deutsche Börse in ihrer DAX-Indexfamilie auch den DAXplus Family 30-Index entwickelt, der genau diese Unternehmen bündelt. Die HypoVereinsbank hat den DAXplus Family 30-Index via Endlos-Zertifikat (WKN HV1DB4) schon im November 2010 handelbar gemacht. Der Index rechnet Nettodividenden an und entwickelte sich in den vergangenen fünf Jahren deutlich besser als der DAX (siehe Chart). Neben den besonders stark von der Gründerfamilie beeinflussten Fielmann, Sixt Vz. und United Internet sind u. a. solch bekannte Werte wie SAP (WKN 716460), Henkel (WKN 604840) oder Axel Springer (WKN 550135) vertreten, bei denen die Gründer zwar keine operative Verantwortung mehr tragen, aber immer noch mit großen Anteilen vertreten sind.

HV1DB4 — UniCredit Bank AG HVB OPEN END ZT10(15/unl.)

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