Die USA sind für Anleger der wichtigste Markt weltweit. Daran wird sich auch nach der Präsidentschaftswahl nichts ändern.

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Special zur US-Wahl

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Die Börsen haben nach kurz­er Ver­störung in der Wahlwoche über­raschend pos­i­tiv reagiert. Wie geht es weit­er?

Don­ald Trump wird neuer Präsi­dent der USA. Die Börsen haben nach kurz­er Ver­störung in der Wahlwoche über­raschend pos­i­tiv reagiert. Wie geht es weit­er?

Don­ald Trump ist der näch­ste Präsi­dent der Vere­inigten Staat­en. Dieser faust­dick­en Über­raschung in der Nacht vom 8. auf den 9. Novem­ber fol­gte am Tag gle­ich die näch­ste: Nach einem ersten kurzen Schreck­en zogen die Kurse an den Börsen bis zum Woch­enende weltweit an. Ein Grund für die Experten: Die läh­mende Zeit des ausufer­n­den Wahlkampfs ist vor­bei und Trump gab sich bei sein­er Antrittsrede und in den Tagen danach ver­söhn­lich. Der andere: Inve­storen machen sich bewusst, dass Trump eigentlich ein Mann der Wirtschaft ist. „Trump ste­ht für weniger Bürokratie und Reg­ulierung, mehr Investi­tio­nen in Bil­dung und Infra­struk­tur sowie eine Unternehmenss­teuer­reform“, erk­lärt Ulrich Stephan, Chef-Anlages­tratege Pri­vat- und Fir­menkun­den der Deutschen Bank: „Sollte Trump das gelin­gen und seine Parteikol­le­gen im Kongress ihn zäh­men, damit er nicht den Han­del abwürgt und beim Haushalts­de­fiz­it nicht übertreibt, dann hätte Ameri­ka tat­säch­lich Wach­s­tum gewählt.“ Zudem präsen­tiert sich die US-Wirtschaft intakt: „Der über­ge­ord­nete Aus­blick ist – trotz der kurzfristig gestiege­nen Verun­sicherung – nach wie vor pos­i­tiv“, erk­lärt Andreas Busch, Senior Ana­lyst Eco­nom­ics bei Bantleon.

Auch Chris­t­ian Preuss­ner, Spezial­ist für US-Aktien bei J.P. Mor­gan Asset Man­age­ment, rät langfristig ori­en­tierten Inve­storen, auf die Fun­da­men­tal­dat­en der Wirtschaft und der Unternehmen zu schauen. So präsen­tiert sich die US-Wirtschaft trotz des bere­its 87 Monate andauern­den Aufwärt­szyk­lus robust. Für 2016 und 2017 erwarten die Ökonomen von J.P. Mor­gan ein Wach­s­tum von rund 2 %. Ein stark­er Arbeits­markt und Lohn­steigerun­gen von 2,6 % in den ver­gan­genen zwölf Monat­en sor­gen für Sta­bil­ität.

Starke Unternehmen

Auf Unternehmensebene soll­ten Anleger die Gewin­nen­twick­lung im Fokus haben. Tobias Basse, Ana­lyst der NORD/LB, rät zu Dif­feren­zierung: „Defen­sive Sek­toren wie Energie und Kon­sum kön­nen Tur­bu­len­zen am besten trotzen.“ Anders als Hillary Clin­ton haben die Phar­ma- und Biotechunternehmen von Trump weniger Druck zu befürcht­en. „So will er die Medika­mentenkosten nicht deck­eln, was Phar­maw­erten zugutekäme“, erk­lärt Ulrich Stephan. „Unter ihm wack­elt zudem die scharfe Reg­ulierung der US-Finanzbranche, was vor allem Großbanken Ent­las­tung ver­spräche.“ Tra­di­tionellen Energi­eträgern wie Kohle, Öl und Gas ste­ht Trump pos­i­tiv gegenüber. Schwung dürften schließlich Investi­tion­spro­gramme brin­gen. Denn vor allem mit ihrer Hil­fe will Trump das Wach­s­tum von 2 % auf 4  % ver­dop­peln.

Unab­hängig vom Wahlaus­gang kom­men aus­ge­wo­gene Anleger nicht am amerikanis­chen Aktien­markt vor­bei. Er ist „the place to be“. Mit einem Anteil von 60 % der Unternehmen am MSCI ist der US-Markt nicht nur der wichtig­ste Markt weltweit. „Es ist auch der liq­uidere und sta­bilere Markt im Ver­gle­ich zu Europa oder den Emerg­ing Mar­kets“, so Chris­t­ian Preuss­ner. Wach­s­tumsstarke Branchen wie Health­care und Tech­nolo­gie haben mit einem Anteil von über 35 % im S&P 500 ein deut­lich höheres Gewicht als im FTSE 100 oder im europäis­chen Stoxx 600.

Nach der Wahl haben die wichtig­sten US-Indizes Dow Jones 30, NASDAQ Com­pos­ite und S&P 500 alle­samt neue Hochs erre­icht. Die näch­sten Wochen wer­den gle­ich­wohl nach Ein­schätzung der Experten dur­chaus volatil bleiben. „Aber Trump hat eine enge Nähe zur Wall Street“, meint der Münch­n­er Ver­mö­gensver­wal­ter Michael Reuss: „Er wird wahrschein­lich stark darauf acht­en, das Ver­trauen der Märk­te nicht aufs Spiel zu set­zen“. Langfristig ori­en­tierte Anleger kön­nen mit Fonds oder ETFs von ein­er pos­i­tiv­en Entwick­lung der US-Börsen prof­i­tieren. Trad­er haben mit Hebel­pro­duk­ten die Chance, die kurzfristig hefti­gen Schwankun­gen im Markt zu nutzen.

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