EON: Warten auf Brüssel

E.ON Tauschgeschäft mit RWE genehmigt

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

E.ON will sich auf das neue Kerngeschäft mit Netzen, Stromverkäufen und Energielösungen konzentrieren.

Nach der Genehmigung durch die EU will E.ON jetzt das Tauschgeschäft mit RWE abschließen und sich damit komplett von den Kraftwerkskapazitäten trennen. Das Geschäft mit Stromnetzen, Stromverkäufen und innovativen Energielösungen soll für die Zukunft Stabilität garantieren. Der Umsatz stieg zuletzt an. Die Bewertung der Aktie und die Dividendenrendite sind wieder attraktiv. Die Jahresziele werden nach Einschätzung der Unternehmensführung auch im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld erreicht werden. Allerdings gingen die Gewinne im ersten Halbjahr zurück. Zudem wartet E.ON weiter auf einen positiven Bescheid der europäischen Kartellbehörde, um den Tausch von Unternehmensteilen mit RWE abschließen zu können. Die Bedeutung der Aktie im DAX ist geschrumpft und die Analysten beurteilen sie aktuell verhalten.

E.ON (WKN ENAG99)

Konzentration aufs Kerngeschäft: E.ON will sich nach der Abspaltung des konventionellen Kraftwerksgeschäfts (Uniper) und der Abgabe der erneuerbaren Energien an RWE auf die Geschäftsfelder Energienetze und Kundenlösungen konzentrieren. Das umfasst die Versorgung der künftig rund 50 Millionen Kunden in Europa mit Strom, Gas und Wärme sowie neue Produkte und Dienstleistungen zur Steigerung der Energieeffizienz.

Umsatzsteigerung: Im ersten Halbjahr 2019 lag der Umsatz mit 16,1 Milliarden Euro um 5 % über dem Vorjahreswert von 15,4 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür waren vor allem die Zuwächse bei den Kundenlösungen, die um 0,6 Milliarden auf 12,1 Milliarden Euro zulegten. Hier wirkten sich höhere Strom‐ und Gasabsätze in Deutschland, aber auch in Italien und Tschechien positiv aus.

Attraktive Bewertung: Nach den vergangenen Verlustjahren hat die Aktie ein Kurs‐Gewinn‐Verhältnis 2019 von rund 13. Damit liegt E.ON im DAX‐Durchschnitt. Die Ausschüttungen wurden zwischenzeitlich deutlich reduziert, sind jetzt aber wieder attraktiv. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei rund 5,2 %.

Optimistischer Ausblick: Trotz der geschrumpften Gewinne im ersten Halbjahr sieht sich die E.ON-Geschäftsführung in ihren Planungen für das Geschäftsjahr 2019 bestätigt. Für das Gesamtjahr erwartet sie ein bereinigtes EBIT zwischen 2,9 und 3,1 Milliarden Euro sowie einen bereinigten Konzernüberschuss von 1,4 bis 1,6 Milliarden Euro. Die Dividende soll bei 46 Cent pro Aktie liegen.

E.ON (WKN ENAG99)

Schrumpfende Gewinne: Nach dem starken Vorjahresergebnis gingen die Gewinne bei E.ON im ersten Halbjahr zurück. Das bereinigte EBIT im Kerngeschäft lag in den ersten sechs Monaten 2019 mit 1,47 Milliarden Euro um 14 % unter dem Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Konzernüberschuss lag mit 885 Millionen Euro sogar um 16 % unter dem Vorjahr.

Auflagen beim Tauschgeschäft mit RWE: Der Vollzug des Tausches der erneuerbaren Energien gegen das Netzgeschäft von RWE erfordert Konzessionen. E.ON muss u.a. 34 Ladestationen für Elektroautos an deutschen Autobahnen abgeben. Zudem muss sich E.ON vom Tschechien‐Geschäft und den meisten seiner Heizstromkunden in Deutschland trennen.

Schwindende Bedeutung: E.ON gehörte noch vor zehn Jahren zu den größten Werten im DAX. Die Energiewende hat das Unternehmen stark getroffen. Heute gehört E.ON mit einer Marktkapitalisierung von rund 23 Milliarden Euro zu den kleinen DAX‐Werten. Der Abstieg aus dem DAX droht allerdings wegen des hohen Streubesitzes vorerst nicht.

Geringes Analystenvertrauen: Die Analysten beurteilen die Unternehmensentwicklung von E.ON aktuell zurzeit eher verhalten. Sieben von 19 Experten sehen die Aktie als „Halteempfehlung“, acht setzen auf „Kauf“, fünf empfehlen „Verkaufen“. Der Analystenscore liegt bei mageren 15 %.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 16.10.2019; Quelle: comdirect.de