EON: Warten auf Brüssel

E.ON Tauschgeschäft mit RWE genehmigt

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E.ON will sich auf das neue Kern­ge­schäft mit Net­zen, Strom­ver­käu­fen und Ener­gie­lö­sun­gen kon­zen­trie­ren.

Nach der Geneh­mi­gung durch die EU will E.ON jetzt das Tausch­ge­schäft mit RWE abschlie­ßen und sich damit kom­plett von den Kraft­werks­ka­pa­zi­tä­ten tren­nen. Das Geschäft mit Strom­net­zen, Strom­ver­käu­fen und inno­va­ti­ven Ener­gie­lö­sun­gen soll für die Zukunft Sta­bi­li­tät garan­tie­ren. Der Umsatz stieg zuletzt an. Die Bewer­tung der Aktie und die Divi­den­den­ren­di­te sind wie­der attrak­tiv. Die Jah­res­zie­le wer­den nach Ein­schät­zung der Unter­neh­mens­füh­rung auch im schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen Umfeld erreicht wer­den. Aller­dings gin­gen die Gewin­ne im ers­ten Halb­jahr zurück. Zudem war­tet E.ON wei­ter auf einen posi­ti­ven Bescheid der euro­päi­schen Kar­tell­be­hör­de, um den Tausch von Unter­neh­mens­tei­len mit RWE abschlie­ßen zu kön­nen. Die Bedeu­tung der Aktie im DAX ist geschrumpft und die Ana­lys­ten beur­tei­len sie aktu­ell ver­hal­ten.

E.ON (WKN ENAG99)

Kon­zen­tra­ti­on aufs Kern­ge­schäft: E.ON will sich nach der Abspal­tung des kon­ven­tio­nel­len Kraft­werks­ge­schäfts (Uni­per) und der Abga­be der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en an RWE auf die Geschäfts­fel­der Ener­gie­net­ze und Kun­den­lö­sun­gen kon­zen­trie­ren. Das umfasst die Ver­sor­gung der künf­tig rund 50 Mil­lio­nen Kun­den in Euro­pa mit Strom, Gas und Wär­me sowie neue Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen zur Stei­ge­rung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz.

Umsatz­stei­ge­rung: Im ers­ten Halb­jahr 2019 lag der Umsatz mit 16,1 Mil­li­ar­den Euro um 5 % über dem Vor­jah­res­wert von 15,4 Mil­li­ar­den Euro. Ver­ant­wort­lich dafür waren vor allem die Zuwäch­se bei den Kun­den­lö­sun­gen, die um 0,6 Mil­li­ar­den auf 12,1 Mil­li­ar­den Euro zuleg­ten. Hier wirk­ten sich höhe­re Strom- und Gas­ab­sät­ze in Deutsch­land, aber auch in Ita­li­en und Tsche­chi­en posi­tiv aus.

Attrak­ti­ve Bewer­tung: Nach den ver­gan­ge­nen Ver­lust­jah­ren hat die Aktie ein Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis 2019 von rund 13. Damit liegt E.ON im DAX-Durch­schnitt. Die Aus­schüt­tun­gen wur­den zwi­schen­zeit­lich deut­lich redu­ziert, sind jetzt aber wie­der attrak­tiv. Die Divi­den­den­ren­di­te liegt aktu­ell bei rund 5,2 %.

Opti­mis­ti­scher Aus­blick: Trotz der geschrumpf­ten Gewin­ne im ers­ten Halb­jahr sieht sich die E.ON-Geschäftsführung in ihren Pla­nun­gen für das Geschäfts­jahr 2019 bestä­tigt. Für das Gesamt­jahr erwar­tet sie ein berei­nig­tes EBIT zwi­schen 2,9 und 3,1 Mil­li­ar­den Euro sowie einen berei­nig­ten Kon­zern­über­schuss von 1,4 bis 1,6 Mil­li­ar­den Euro. Die Divi­den­de soll bei 46 Cent pro Aktie lie­gen.

E.ON (WKN ENAG99)

Schrump­fen­de Gewin­ne: Nach dem star­ken Vor­jah­res­er­geb­nis gin­gen die Gewin­ne bei E.ON im ers­ten Halb­jahr zurück. Das berei­nig­te EBIT im Kern­ge­schäft lag in den ers­ten sechs Mona­ten 2019 mit 1,47 Mil­li­ar­den Euro um 14 % unter dem Vor­jah­res­zeit­raum. Der berei­nig­te Kon­zern­über­schuss lag mit 885 Mil­lio­nen Euro sogar um 16 % unter dem Vor­jahr.

Auf­la­gen beim Tausch­ge­schäft mit RWE: Der Voll­zug des Tau­sches der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en gegen das Netz­ge­schäft von RWE erfor­dert Kon­zes­sio­nen. E.ON muss u.a. 34 Lade­sta­tio­nen für Elek­tro­au­tos an deut­schen Auto­bah­nen abge­ben. Zudem muss sich E.ON vom Tsche­chi­en-Geschäft und den meis­ten sei­ner Heiz­strom­kun­den in Deutsch­land tren­nen.

Schwin­den­de Bedeu­tung: E.ON gehör­te noch vor zehn Jah­ren zu den größ­ten Wer­ten im DAX. Die Ener­gie­wen­de hat das Unter­neh­men stark getrof­fen. Heu­te gehört E.ON mit einer Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung von rund 23 Mil­li­ar­den Euro zu den klei­nen DAX-Wer­ten. Der Abstieg aus dem DAX droht aller­dings wegen des hohen Streu­be­sit­zes vor­erst nicht.

Gerin­ges Ana­lys­ten­ver­trau­en: Die Ana­lys­ten beur­tei­len die Unter­neh­mens­ent­wick­lung von E.ON aktu­ell zur­zeit eher ver­hal­ten. Sie­ben von 19 Exper­ten sehen die Aktie als „Hal­te­emp­feh­lung“, eben­falls sie­ben set­zen auf „Kauf“, fünf emp­feh­len „Ver­kau­fen“. Der Ana­lys­tens­core liegt bei mage­ren 11 %.

Akti­en unter­lie­gen Kurs­schwan­kun­gen; damit sind Kurs­ver­lus­te mög­lich. Bei Wert­pa­pie­ren, die nicht in Euro notie­ren, sind zudem Wäh­rungs­ver­lus­te mög­lich. Die frü­he­re Wert­ent­wick­lung ist kein ver­läss­li­cher Indi­ka­tor für die zukünf­ti­ge Wert­ent­wick­lung. Die Aus­wahl der Wert­pa­pie­re und sons­ti­gen Finanz­in­stru­men­te dient aus­schließ­lich Infor­ma­ti­ons­zwe­cken und stellt kein Ange­bot, kei­ne Auf­for­de­rung oder Emp­feh­lung zum Kauf oder Ver­kauf von Finanz­in­stru­men­ten dar. Sie soll ledig­lich Ihre selbst­stän­di­ge Anla­ge­ent­schei­dung erleich­tern und ersetzt kei­ne anle­ger- und anla­ge­ge­rech­te Bera­tung. Der com­di­rect Ana­lys­tens­core berech­net sich aus der Gesamt­zahl der Ana­lys­ten, die die­se Aktie bewer­ten. Die nega­ti­ven Ein­schät­zun­gen (Ver­kau­fen) wer­den von den posi­ti­ven (Kau­fen) sub­tra­hiert und das Ergeb­nis durch die Gesamt­zahl aller Ein­schät­zun­gen (Kau­fen, Hal­ten, Ver­kau­fen) divi­diert. Die­se Zahl wird mit 100 mul­ti­pli­ziert, um den Pro­zent­wert dar­zu­stel­len. Die hier dar­ge­stell­ten Infor­ma­tio­nen und Wer­tun­gen genü­gen nicht den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen zur Gewähr­leis­tung der Unvor­ein­ge­nom­men­heit einer Anla­ge­emp­feh­lung oder Anla­ge­stra­te­gie­emp­feh­lung. Die Dar­stel­lung gibt nicht die Mei­nung von com­di­rect wie­der. Dar­über hin­aus unter­lie­gen die dar­ge­stell­ten Wert­pa­pie­re und sons­ti­gen Finanz­in­stru­men­te kei­nem Ver­bot des Han­dels vor der Ver­öf­fent­li­chung von Anla­ge- oder Anla­ge­stra­te­gie­emp­feh­lun­gen. Stand: 09.10.2019; Quel­le: comdirect.de