Emerging Markets

Emerging Markets Vorsichtig optimistisch

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Emerging Markets gehörten zuletzt nicht zu Anlegers Lieblingen. Doch viele Risiken sind eingepreist. Geht es 2019 wieder bergauf?

Die Spannung steigt. Anfang Dezember vergangenen Jahres hatten sich US‐Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping auf eine 90‐tägige „Friedenszeit” geeinigt. Die läuft zum 1. März ab. Trotz Verhandlungsmarathon – mal in Peking und aktuell in Washington – ist noch keine Lösung in Sicht. Dennoch lassen die Verhandlungspartner keine Gelegenheit aus, um Zuversicht zu verbreiten. Sogar Verhandlungen über den 1. März hinaus werden diskutiert. Kein Wunder, es steht viel auf dem Spiel. Gelingt keine Einigung, droht der Handelskrieg zu eskalieren – mit gravierenden Folgen für die Weltwirtschaft.

Talsohle durchschritten?

Das bekämen auch und vor allem die Emerging Markets zu spüren, die bereits massiv durch die Zinswende in den USA belastet sind. „In Asien und Lateinamerika haben wir im vergangenen Jahr Schwächephasen erlebt“, sagt John Chatfeild‐Roberts, Executive Director und Head of Strategy Independent Funds bei Jupiter Asset Management. Denn mit dem Anstieg der US‐Zinsen stieg auch der US‐Dollar. Und da viele Staaten und Unternehmen in US‐Dollar verschuldet sind, kletterten die Fremdkapitalkosten nach oben. „Einige Schwellenmärkte sind so tief gefallen, dass sie kaum noch weiter fallen können“, so der Anlagestratege. Ist die Talsohle also durchschritten?

Dr. Manfred Schlumberger, Vorstand und Leiter Portfoliomanagement bei StarCapital, blickt positiv auf die Schwellenländer‐Börsen. „Niedrige Kursniveaus erleichtern eine positive Überraschung“, ist er überzeugt. Wachstum, Bewertung und Ertrag sind die Kriterien, nach denen Tom Wilson, Leiter Schwellenländer‐Aktien bei Schroders, die Märkte analysiert. Sein Favorit für 2019 ist Korea. Die Unternehmen profitierten vom globalen Wachstum, und bei den Bewertungen werde zum Teil sogar eine negative Ertragslage eingepreist. „Auch die Aussichten für Ungarn und Polen sind in Anbetracht positiver Gewinnerwartungen und attraktiver Bewertungen aktuell recht gut.“

Asien gewinnt an Bedeutung

Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Fondsboutique Solvecon und Berater des Solvecon Global Opportunities Fonds (WKN A2JBVS), sieht Chancen vor allem in Asien. „Asien ist längst der primäre Wachstumstreiber der Weltwirtschaft“, so Hellmeyer. In China, Indien, Indonesien und Co. leben mehr als 60 % der Weltbevölkerung – Tendenz steigend. „Die Bedeutung des Westens für die Weltwirtschaft nimmt kontinuierlich ab.“ Die niedrige Bewertung – zum Beispiel chinesischer Aktien – spiegele nicht die reale Lage vor Ort wider.

Weg vom Billigproduzenten, hin zum Hightech‐Anbieter: Die chinesische Regierung setzt zunehmend auf qualitatives Wachstum. Zudem wurden die Regularien im Finanzsektor verschärft, um Risiken im Bankensystem zu reduzieren. Die Folge: Sinkende Kreditnachfrage dämpfte das Wachstum. Die Sorgen mancher Investoren bezüglich einer Wachstumsschwäche Chinas hält Hellmeyer jedoch für übertrieben. „Bereinigt um den Basiseffekt entspricht das prognostizierte Wachstum von ‚nur‘ 6,2 % 2019 einem Plus von 6,6 % 2018.“

Signale der Fed beachten

Chancen in den Emerging Markets sieht auch Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank – trotz Krisen und hoher Inflation etwa in der Türkei oder Argentinien. Vor allem an der Zinsfront erwartet er Entspannung. Je restriktiver der Kurs der Währungshüter, desto höher das Risiko, dass Kapital aus den Schwellenländern abgezogen wird. „Doch die Fed ist sich ihrer Verantwortung für die Weltkonjunktur bewusst“, ist Halver überzeugt. Das Ende der Leitzinserhöhung sei deshalb absehbar, für 2020 erwartet er gar, dass die Zinsen wieder nachgeben werden.

Breit gestreut per Fonds oder ETF

Niedrige Bewertung, wachsende ökonomische Bedeutung für die Weltkonjunktur, Entspannung an der Zins‐ und Währungsfront: Anlageprofis sehen in den Emerging Markets wieder gute Anlagechancen. Anleger können breit gestreut per Fonds oder ETF von der Entwicklung der Schwellenländer profitieren. Zwei seit Langem bewährte Emerging‐Markets‐Fonds zählen zu den 25 Top‐Preis Fonds, die comdirect mit 100 % Discount auf den regulären Ausgabeaufschlag in der Einmalanlage ab 250 Euro und im Sparplan ab 25 Euro monatlich anbietet: der Vontobel Emerging Markets Equity — A (WKN 972721) und der Magellan C (WKN 577954). Zu den Top‐Fonds mit fünf Morningstar‐Sternen in der Kategorie Emerging Markets zählen etwa der Magna Mena Fund (WKN A1CZJF) oder der Fidelity Fund Emerging Asia Fund (WKN A1JBPT), die ab 5.000 bzw. 2.500 Euro Einmalanlage handelbar sind. Auch über ETF‐Indexfonds können Anleger bequem in die Emerging Markets investieren. Der Lyxor ETF Emerging Markets (WKN LYX0BX) ist als Top‐Preis ETF besonders preiswert. Es fallen nur 3,90 Euro je Kauf in der Einmalanlage und null Euro Orderentgelt im Sparplan an.

ETF‐Indexfonds und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres‐ und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds‐Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 20.02.2019; Quelle: comdirect.de