Emerging Markets

Emerging Markets Vorsichtig optimistisch

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Emerg­ing Mar­kets gehörten zulet­zt nicht zu Anlegers Lieblin­gen. Doch viele Risiken sind eingepreist. Geht es 2019 wieder bergauf?

Aufat­men – nicht nur in Chi­na. Anfang Dezem­ber ver­gan­genen Jahres hat­ten sich US-Präsi­dent Don­ald Trump und Chi­nas Staatschef Xi Jin­ping auf eine “Frieden­szeit” bis zum 1. März geeinigt. Trotz Ver­hand­lungs­marathon – mal in Peking und aktuell in Wash­ing­ton – ist aktuell zwar noch keine Lösung in Sicht. Aber das Ulti­ma­tum ist erst ein­mal vom Tisch. Don­ald Trump ver­bre­it­et Zuver­sicht. Die Gespräche mit ein­er chi­ne­sis­chen Del­e­ga­tion um deren Vizem­i­nis­ter­präsi­den­ten Liu He in Wash­ing­ton seien „sehr pro­duk­tiv“ ver­laufen, so der US-Präsi­dent auf Twit­ter. Die Erle­ichterung war an den Märk­ten weltweit zu spüren. Kein Wun­der, es ste­ht viel auf dem Spiel. Gelingt keine Eini­gung, dro­ht der Han­del­skrieg zu eskalieren – mit gravieren­den Fol­gen für die Weltwirtschaft.

Talsohle durchschritten?

Das bekä­men auch und vor allem die Emerg­ing Mar­kets zu spüren, die bere­its mas­siv durch die Zin­swende in den USA belastet sind. „In Asien und Lateinameri­ka haben wir im ver­gan­genen Jahr Schwächep­hasen erlebt“, sagt John Chat­feild-Roberts, Exec­u­tive Direc­tor und Head of Strat­e­gy Inde­pen­dent Funds bei Jupiter Asset Man­age­ment. Denn mit dem Anstieg der US-Zin­sen stieg auch der US-Dol­lar. Und da viele Staat­en und Unternehmen in US-Dol­lar ver­schuldet sind, klet­terten die Fremd­kap­italkosten nach oben. „Einige Schwellen­märk­te sind so tief gefall­en, dass sie kaum noch weit­er fall­en kön­nen“, so der Anlages­tratege. Ist die Tal­sohle also durch­schrit­ten?

Dr. Man­fred Schlum­berg­er, Vor­stand und Leit­er Port­fo­lioman­age­ment bei Star­Cap­i­tal, blickt pos­i­tiv auf die Schwellen­län­der-Börsen. „Niedrige Kursniveaus erle­ichtern eine pos­i­tive Über­raschung“, ist er überzeugt. Wach­s­tum, Bew­er­tung und Ertrag sind die Kri­te­rien, nach denen Tom Wil­son, Leit­er Schwellen­län­der-Aktien bei Schroders, die Märk­te analysiert. Sein Favorit für 2019 ist Korea. Die Unternehmen prof­i­tierten vom glob­alen Wach­s­tum, und bei den Bew­er­tun­gen werde zum Teil sog­ar eine neg­a­tive Ertragslage eingepreist. „Auch die Aus­sicht­en für Ungarn und Polen sind in Anbe­tra­cht pos­i­tiv­er Gewin­ner­wartun­gen und attrak­tiv­er Bew­er­tun­gen aktuell recht gut.“

Asien gewinnt an Bedeutung

Folk­er Hellmey­er, Chef­an­a­lyst der Bre­mer Fonds­bou­tique Solve­con und Berater des Solve­con Glob­al Oppor­tu­ni­ties Fonds (WKN A2JBVS), sieht Chan­cen vor allem in Asien. „Asien ist längst der primäre Wach­s­tum­streiber der Weltwirtschaft“, so Hellmey­er. In Chi­na, Indi­en, Indone­sien und Co. leben mehr als 60 % der Welt­bevölkerung – Ten­denz steigend. „Die Bedeu­tung des West­ens für die Weltwirtschaft nimmt kon­tinuier­lich ab.“ Die niedrige Bew­er­tung – zum Beispiel chi­ne­sis­ch­er Aktien – spiegele nicht die reale Lage vor Ort wider.

Weg vom Bil­lig­pro­duzen­ten, hin zum High­tech-Anbi­eter: Die chi­ne­sis­che Regierung set­zt zunehmend auf qual­i­ta­tives Wach­s­tum. Zudem wur­den die Reg­u­lar­ien im Finanzsek­tor ver­schärft, um Risiken im Banken­sys­tem zu reduzieren. Die Folge: Sink­ende Kred­it­nach­frage dämpfte das Wach­s­tum. Die Sor­gen manch­er Inve­storen bezüglich ein­er Wach­s­tumss­chwäche Chi­nas hält Hellmey­er jedoch für über­trieben. „Bere­inigt um den Basis­ef­fekt entspricht das prog­nos­tizierte Wach­s­tum von ‚nur‘ 6,2 % 2019 einem Plus von 6,6 % 2018.“

Signale der Fed beachten

Chan­cen in den Emerg­ing Mar­kets sieht auch Robert Halver, Leit­er Kap­i­tal­mark­t­analyse der Baad­er Bank – trotz Krisen und hoher Infla­tion etwa in der Türkei oder Argen­tinien. Vor allem an der Zins­front erwartet er Entspan­nung. Je restrik­tiv­er der Kurs der Währung­shüter, desto höher das Risiko, dass Kap­i­tal aus den Schwellen­län­dern abge­zo­gen wird. „Doch die Fed ist sich ihrer Ver­ant­wor­tung für die Weltkon­junk­tur bewusst“, ist Halver überzeugt. Das Ende der Leitzin­ser­höhung sei deshalb abse­hbar, für 2020 erwartet er gar, dass die Zin­sen wieder nachgeben wer­den.

Breit gestreut per Fonds oder ETF

Niedrige Bew­er­tung, wach­sende ökonomis­che Bedeu­tung für die Weltkon­junk­tur, Entspan­nung an der Zins- und Währungs­front: Anlage­profis sehen in den Emerg­ing Mar­kets wieder gute Anlagechan­cen. Anleger kön­nen bre­it gestreut per Fonds oder ETF von der Entwick­lung der Schwellen­län­der prof­i­tieren. Zwei seit Langem bewährte Emerg­ing-Mar­kets-Fonds zählen zu den 25 Top-Preis Fonds, die comdi­rect mit 100 % Dis­count auf den reg­ulären Aus­gabeauf­schlag in der Ein­malan­lage ab 250 Euro und im Spar­plan ab 25 Euro monatlich anbi­etet: der Von­to­bel Emerg­ing Mar­kets Equi­ty — A (WKN 972721) und der Mag­el­lan C (WKN 577954). Zu den Top-Fonds mit fünf Morn­ingstar-Ster­nen in der Kat­e­gorie Emerg­ing Mar­kets zählen etwa der Magna Mena Fund (WKN A1CZJF) oder der Fideli­ty Fund Emerg­ing Asia Fund (WKN A1JBPT), die ab 5.000 bzw. 2.500 Euro Ein­malan­lage han­del­bar sind. Auch über ETF-Index­fonds kön­nen Anleger bequem in die Emerg­ing Mar­kets investieren. Der Lyx­or ETF Emerg­ing Mar­kets (WKN LYX0BX) ist als Top-Preis ETF beson­ders preiswert. Es fall­en nur 3,90 Euro je Kauf in der Ein­malan­lage und null Euro Order­ent­gelt im Spar­plan an.

ETF-Index­fonds und Invest­ment­fonds unter­liegen Kurss­chwankun­gen; damit sind Kursver­luste möglich. Bei Wert­pa­pieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsver­luste möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Die Auswahl der Wert­pa­piere und son­sti­gen Finanzin­stru­mente dient auss­chließlich Infor­ma­tion­szweck­en und stellt kein Ange­bot, keine Auf­forderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzin­stru­menten dar. Sie soll lediglich Ihre selb­st­ständi­ge Anlageentschei­dung erle­ichtern und erset­zt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grund­lage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gülti­gen Verkauf­sun­ter­la­gen des Fonds („Wesentliche Anlegerin­for­ma­tio­nen“, Verkauf­sprospekt sowie Jahres- und Hal­b­jahres­berichte, soweit veröf­fentlicht). Diese Unter­la­gen erhal­ten Sie auf der Fonds-Detail­seite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emit­ten­ten. Die hier dargestell­ten Infor­ma­tio­nen und Wer­tun­gen genü­gen nicht den geset­zlichen Anforderun­gen zur Gewährleis­tung der Unvor­ein­genom­men­heit ein­er Anlageempfehlung oder Anlages­trate­gieempfehlung. Darüber hin­aus unter­liegen die dargestell­ten Wert­pa­piere und son­sti­gen Finanzin­stru­mente keinem Ver­bot des Han­dels vor der Veröf­fentlichung von Anlage- oder Anlages­trate­gieempfehlun­gen. Stand: 27.02.2019; Quelle: comdirect.de