Discountzertifikate Puffer in stürmischen Zeiten

Discountzertifikate Puffer in stürmischen Zeiten

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Mit Discountern können Anleger in die aktuell stark schwankenden Märkte investieren.

Die vergangenen Monate waren an den Kapitalmärkten turbulent – und angesichts der Unsicherheiten rund um die globalen Handelsstreitigkeiten und den bevorstehenden Brexit erwarten nur wenige Experten ruhige erste Monate 2019. Für einen Einstieg in den Aktienmarkt brauchen Anleger gute Nerven. Zwar gibt es gerade für wertorientierte Anleger Gründe für Zukäufe. So sind die Märkte nach klassischen Kennziffern wie zum Beispiel dem Kurs‐Gewinn‐Verhältnis des Deutschen Aktienindex (DAX) 2019 von knapp über elf durchaus attraktiv bewertet. Aber Rückschläge sind immer möglich. „Für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung dürfte es wegen der weiter bestehenden Risiken Brexit und Handelsstreit noch zu früh sein“, erklärt Ulrich Stephan, Chef‐Anlagestratege für Privat‐ und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. „Gibt es dabei aber Fortschritte, sehe ich für Aktien deutliches Aufholpotenzial.“

Hohe Volatilität – hohe Maximalrenditen

Als Kompromiss bietet sich derweil ein Einstieg per Puffer an: Investieren via Discountzertifikat. Discountzertifikate gehören zu den Derivaten. Aber anders als etwa Hebelzertifikate oder Optionsscheine reduzieren sie im Vergleich zu einer Direktinvestition in Basiswerte wie Indizes (z. B. den DAX) oder einzelne Aktien das Risiko. Discounter bieten Käufern einen Rabatt zum aktuellen Kurs des Basiswertes. Im Gegenzug sind die Gewinnmöglichkeiten begrenzt, Anleger profitieren nicht von Kurssteigerungen des Basiswertes über einen festgelegten Maximalbetrag (Cap) hinaus. Je höher die für die Zukunft erwartete Schwankungsintensität des Basiswertes ist, desto üppiger fallen die Rabatte aus. Discounter schneiden in der Regel bei fallenden, stagnierenden und leicht steigenden Kursen besser ab als Direktanlagen in den Basiswert. Bei stark steigenden Kursen bleibt die Performance dagegen zurück.

DAX‐Seitwärtsrenditen von bis zu 7 %

In stürmischen Märkten wie zuletzt ist der Sicherheitspuffer für Anleger größer und gleichzeitig fällt der maximal mögliche Gewinn höher aus. So bringen es DAX‐Discounter mit einem Cap mit Basis 11.200 Punkte, und damit unter dem aktuellen Indexniveau, mit Fälligkeit Ende 2019 (WKN CX94D0) aktuell auf eine Maximalrendite von 5,8 % p. a. In die Verlustzone geraten Käufer, wenn der DAX bis zum Bewertungstag am 20.12.2019 per saldo mehr als 6,9 % an Wert verliert und unter 10.692 Punkten landet. Wird alternativ mit 11.500 Punkten eine Basis am aktuellen Indexniveau gewählt (WKN CX94D6), sind bei gleicher Laufzeit Maximalrenditen von bis zu 7 % drin. Gleichzeitig steigt aber natürlich auch die Verlustschwelle an. Sie liegt hier bei 10.868 DAX‐Punkten.

Vola‐Spitzenreiter Deutsche Bank

Nochmals deutlich höhere Maximalwerte sind möglich, wenn Anleger statt auf breit ausgerichtete Aktienindizes wie den DAX auf stärker schwankende Einzeltitel zurückgreifen. Im DAX weist die Deutsche Bank aktuell mit die höchste implizite Volatilität auf. Entsprechend bringen es Discounter mit Cap auf Höhe des aktuellen Aktienpreises und Fälligkeit Ende Dezember bei diesem Underlying auch auf Maximalrenditen von bis zu 17,9 % p.a. (WKN CA2Y8Z). Nur aus diesem Grund auf besonders schwankungsintensive Basiswerte zu setzen, greift allerdings zu kurz. Denn die Risiken sind eben auch entsprechend höher. Vielmehr sollten Anleger immer auch eine positive Einschätzung zum Basiswert haben. Bei weniger volatilen und bei den Analysten hochgeschätzten DAX‐Werten wie SAP liegt die maximale Rendite von Discountern mit einem Basispreis am aktuellen Niveau (WKN CA47WY) bei aufs Jahr umgerechnete 9 %.

Discountzertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Discountzertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 27.02.2019; Quelle: comdirect.de