Discountzertifikate: Puffer für den Einstieg

Discountzertifikate Puffer für den Einstieg

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Per Discounter können Anleger mit Rabatt an den volatilen Aktienmärkten investieren.

Es ist wie so oft: Der Aktienmarkt hat sich in der ersten Jahreshälfte gut entwickelt. Aber viele Privatanleger, die Ende vergangenen Jahres die Notbremse gezogen haben, stehen noch immer an der Seitenlinie. Sie warten auf eine günstige Gelegenheit, wieder in den Markt einzusteigen. Dafür benötigen Anleger angesichts der weiterhin akuten Probleme wie Brexit und Handelskonflikt USA/China aber gute Nerven. Als Kompromiss bietet sich ein Einstieg per Puffer an – mittels Discountzertifikat. Mit Discountern besteht die Möglichkeit, auch dann eine Rendite zu erzielen, wenn der zugrundeliegende Basiswert über einen längeren Zeitraum per Saldo nicht von der Stelle kommt oder sogar leicht an Wert verliert.

Hohe Volatilität – hohe Maximalrenditen

Discountzertifikate gehören zu der Gattung der Derivate und sind schon seit den 1990er‐Jahren populär. Der Grund: Während mit Optionsscheinen oder Hebelzertifikaten das Anlagerisiko im Vergleich zu Direktanlagen in Aktien oder Indizes deutlich erhöht wird, nimmt es bei Discountern ab. Denn sie offerieren Käufern einen Rabatt zum aktuellen Kurs des Basiswertes. Bei stark fallenden Kursen entstehen zwar auch bei „Discountern“ Verluste, diese fallen aber geringer als beim Basiswert aus. Im Gegenzug sind die Gewinnmöglichkeiten allerdings begrenzt. An Kurssteigerungen des Basiswertes über einen Maximalbetrag (Cap) hinaus partizipieren Anleger nicht mehr. Bei stark steigenden Kursen bleibt die Performance also hinter der Direktinvestition zurück. Und: Bei Discountzertifikaten besteht als Schuldverschreibung ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten.

Discounter können in turbulenten Marktphasen interessant sein. Denn je höher die für die Zukunft erwartete Volatilität des Basiswertes ist, desto höher fallen der Rabatt und damit auch die mögliche Rendite aus. So haben auch die jüngsten Twitter‐Attacken von US‐Präsident Donald Trump und die Verschärfung der Handelskonflikte die Schwankungen an den Aktienmärkten wieder angeheizt. DAX‐Discounter unter dem aktuellen Indexniveau mit einem Cap bei 12.000 Punkten bieten bei Fälligkeit zum 26.06.2020 (WKN DM5FV2) aktuell eine Maximalrendite von 6,8 % p. a. In die Verlustzone geraten Käufer erst, wenn der DAX am Bewertungstag unter 11.414 Punkten notiert. Wer mit 12.500 Punkten eine Basis über dem aktuellen DAX‐Stand wählt (WKN DM8RPD), kann bei einer um eine Woche kürzeren Laufzeit bis zu 9,2 % Rendite p. a. erzielen. Im Gegenzug steigt allerdings auch die Verlustschwelle auf 11.706 Punkte.

Vola‐Spitzenreiter Bayer, Deutsche Bank, Fresenius und Wirecard

Deutlich höhere maximale Renditen als bei DAX oder auch Euro STOXX können mit Discounts auf besonders volatile Einzelwerte erzielt werden. Zu den DAX‐Werten mit hohen Schwankungen zählt neben Bayer (WKN BAY001), der Deutschen Bank (WKN 514000) und Fresenius (WKN 578560) vor allem der Zahlungsdienstleister Wirecard (WKN 747206). Entsprechend bringen es Discounter mit Cap 150 Euro (WKN TR5J62) und damit leicht über dem aktuellen Kurs von Wirecard bei einer Laufzeit bis zum 19.06.2020 auf eine Maximalrendite von 22,3 % p. a. Entsprechend höher ist aber natürlich auch das Risiko, bei dem äußerst schwankungsintensiven Wert Verluste zu erleiden.

Discountzertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Discountzertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 25.09.2019; Quelle: comdirect.de