Deutsche Telekom
Offensive in den USA

Mit ein­er Fusion will die Deutsche Telekom den US-Markt aufrol­len. Voraus­set­zung ist die Zus­tim­mung der Kartell­be­hör­den.

Die Deutsche Telekom will mit der Über­nahme von Sprint die Num­mer eins auf dem US-Markt wer­den. Der Start in das Jahr 2018 ist gut gelun­gen. Die Div­i­den­den­ren­dite gehört zu den höch­sten im DAX, und die Ana­lysten schätzen die Aktie des ein­sti­gen Staatsmo­nop­o­lis­ten wieder hoch ein. Allerd­ings ist die Fusion kartell­rechtlich noch nicht in trock­e­nen Tüch­ern. In Deutsch­land dro­ht von Voda­fone ein Angriff im Bre­it­band­netz. Der schwache US-Dol­lar belastet das oper­a­tive Ergeb­nis, und die Aktie ist im Ver­gle­ich zur Konkur­renz recht hoch bew­ertet.

Deutsche Telekom (WKN 555750)

Angriff in den USA: Im drit­ten Anlauf soll die Fusion klap­pen: Die wach­s­tumsstarke Telekom-Tochter T-Mobile US will im Zuge eines Aktien­tausches den US-Rivalen Sprint übernehmen. Als Num­mer drei (T-Mobile) und vier (Sprint) in den USA haben sie zusam­men rund 127 Mil­lio­nen Kun­den. Jet­zt wollen sie zusam­men die Branchen­führer Ver­i­zon und AT&T attack­ieren.

Guter Jahre­sauf­takt: Die Deutsche Telekom legte für das erste Quar­tal 2018 gute oper­a­tive Zahlen vor. In den USA und Europa set­zte sich das Wach­s­tum fort. Der Umsatz stieg bere­inigt um 3,1 %, das EBITDA um 6,6 %. Der Zuwachs beim Konz­ernüber­schuss lag bei fast 33 %. Der Über­schuss streifte mit 992 Mil­lio­nen Euro sog­ar die Mil­liar­den­gren­ze.

Hohe Div­i­dende: Die Deutsche Telekom gehört immer noch zu den auss­chüt­tungsstärk­sten Unternehmen im DAX. Für 2017 wur­den 65 Cent pro Aktie aus­gezahlt. Die Auss­chüt­tung steigt damit zum drit­ten Mal in Folge um fünf Cent, die Div­i­den­den­ren­dite liegt bei über 5 %.

Opti­mis­mus bei den Experten: Die Deutsche Telekom genießt inzwis­chen wieder die Gun­st der Ana­lysten. Von 24 Ein­schätzun­gen laut­en zurzeit 17 auf „Kauf“, sechs auf „Hal­ten“, nur ein­er emp­fiehlt den „Verkauf“. Der comdi­rect Ana­lysten­score liegt damit bei 67 % und befind­et sich in der Spitzen­gruppe des DAX.

Deutsche Telekom (WKN 555750)

Kartell­recht in den USA: Für Gegen­wind bei der geplanten Fusion kön­nten die amerikanis­chen Wet­tbe­werb­shüter sor­gen. Präsi­dent Don­ald Trump ste­ht zwar nicht in dem Ruf, ein kartell­rechtlich­er Hard­lin­er zu sein. Posi­tion­sän­derun­gen sind bei ihm jedoch nie aus­geschlossen.

Konkur­renz in Deutsch­land: Voda­fone greift die Deutsche Telekom auf dem Heimat­markt an. Die britis­che Gesellschaft will europäis­che Kabel­net­ze von Lib­er­ty Glob­al kaufen. Mit der Köl­ner Uni­ty­media kön­nte sich Voda­fone in Deutsch­land als führen­der Bre­it­ban­dan­bi­eter pro­fil­ieren und der Deutschen Telekom Kun­den abja­gen.

Hohe Bew­er­tung: Obwohl der Unternehmensgewinn zulet­zt wieder ange­zo­gen hat, liegt das Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis 2018 der Deutschen Telekom bei knapp 15. Damit ist die Aktie teur­er als der DAX-Durch­schnitt und auch höher bew­ertet als die meis­ten Konkur­ren­z­pa­piere.

Stark­er US-Dol­lar: Währungs­bere­inigt hat die Deutsche Telekom im ersten Quar­tal zwar Gewinne erzielt. Aber der starke Euro belastet die oper­a­tiv­en Zahlen. Der Konz­er­num­satz ver­min­derte sich um 0,7 Mil­liar­den auf 17,9 Mil­liar­den Euro. In den USA ging das oper­a­tive Ergeb­nis trotz eines Umsatzanstieges sog­ar um 5,9 % zurück.

Aktien unter­liegen Kurss­chwankun­gen, damit sind Kursver­luste möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Die Beschrei­bung der Wert­pa­piere stellt keine Kauf- oder Verkauf­sempfehlung dar. Der comdi­rect Ana­lysten­score berech­net sich aus der Gesamtzahl der Ana­lysten, die diese Aktie bew­erten. Die neg­a­tiv­en Ein­schätzun­gen (Verkaufen) wer­den von den pos­i­tiv­en (Kaufen) sub­trahiert und das Ergeb­nis durch die Gesamtzahl aller Ein­schätzun­gen (Kaufen, Hal­ten, Verkaufen) divi­diert. Diese Zahl wird mit 100 mul­ti­pliziert, um den Prozen­twert darzustellen. Die Darstel­lung gibt nicht die Mei­n­ung von comdi­rect wieder. Sie dient auss­chließlich der Infor­ma­tion und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 18.07.2018; Quelle: comdirect.de