Deutsche Telekom: Klappt die Fusion in den USA?

Deutsche Telekom Klappt die Fusion in den USA?

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Umsatz­zuwächse und gute Chan­cen auf eine Fusion in den USA: Die Deutsche Telekom hat wieder Tritt gefasst.

Die Deutsche Telekom hofft in den USA auf das Ja der Behör­den zur Fusion mit Sprint. Das erste Quar­tal 2019 brachte einen Umsatzsprung. Die Div­i­den­den­ren­dite wurde zum vierten Mal in Folge erhöht und die Ana­lysten sind weit­er­hin mehrheitlich von der Aktie überzeugt. Allerd­ings fiel der Net­to­gewinn zu Jahre­san­fang ent­täuschend aus. Ins­beson­dere die Sys­temsparte schafft die Trendwende noch nicht. Die Aktie ist im Ver­gle­ich zu inter­na­tionalen Konkur­renten recht hoch bew­ertet und die Ver­schul­dung ist deut­lich angestiegen.

Deutsche Telekom (WKN 555750)

Wach­s­tum in den USA: Trotz Kla­gen ver­schieden­er Bun­desstaat­en möchte die Deutsche Telekom die Fusion ihrer Tochter T-Mobile US mit dem Konkur­renten Sprint möglichst bald vol­len­den. Schon allein aber erzielte die wach­s­tumsstarke Telekom-Tochter T-Mobile US im ersten Quar­tal 2019 einen Umsatz­zuwachs von mehr als 15 %. Gemein­sam mit Sprint würde sie zu ein­er ern­sthaften Gefahr für die Branchen­führer Ver­i­zon und AT&T.

Hohe Umsatz­zuwächse: Der Konz­er­num­satz legte im ersten Quar­tal 2019 um knapp 9 % auf 19,5 Mil­liar­den Euro zu. Dabei halfen neben Währungs­gewin­nen Zukäufe in Öster­re­ich und den Nieder­lan­den. Auf kon­stan­ter Basis wuchs der Erlös um 3,5 %. Das bere­inigte Ergeb­nis vor Zin­sen, Steuern und Abschrei­bun­gen (EBITDA) stieg um 8,3 % auf 5,9 Mil­liar­den Euro.

Div­i­dende legt zu: Die Deutsche Telekom gehört seit dem Börsen­gang im Jahr 1996 kon­tinuier­lich zu den auss­chüt­tungsstärk­sten Unternehmen im DAX. Die Auss­chüt­tung stieg zur Hauptver­samm­lung Ende März zum vierten Mal in Folge auf 70 Cent pro Aktie. Mit ein­er Div­i­den­den­ren­dite von knapp 5,1 % liegt die Deutsche Telekom unter den Top Drei im DAX.

Opti­mis­mus bei den Experten: Die Deutsche Telekom genießt inzwis­chen wieder die Gun­st der Ana­lysten. Von 20 Ein­schätzun­gen laut­en zurzeit 13 auf „Kauf“, vier bevorzu­gen „Hal­ten“ bei drei Empfehlun­gen zum „Verkauf“. Der comdi­rect Ana­lysten­score liegt bei 50 % und damit im oberen Mit­telfeld des DAX.

Deutsche Telekom (WKN 555750)

Net­to­ergeb­nis ent­täuscht: Im Gegen­satz zum EBITDA fiel das Net­to­ergeb­nis im ersten Quar­tal weniger pos­i­tiv aus. Der Konz­ernüber­schuss ver­min­derte sich um 0,1 Mil­liar­den Euro auf 0,9 Mil­liar­den Euro. Das bere­inigte Ergeb­nis je Aktie lag mit 0,25 Euro auf dem Wert des Vor­jahresquar­tals. Das lag vor allem an Abschrei­bun­gen von 4,2 Mil­liar­den Euro, die um 1,1 Mil­liar­den Euro über dem Vor­jahr lagen.

Sys­temgeschäft schwächelt weit­er: Der Gesam­tum­satz des Sys­temgeschäfts lag im ersten Quar­tal 2019 mit 1,6 Mil­liar­den Euro unter Vor­jahres­niveau. Das Minus im IT-Seg­ment kon­nte von Wach­s­tums­feldern wie Pub­lic Cloud, Gesund­heits­markt, Sicher­heit und Inter­net der Dinge nicht kom­pen­siert wer­den. Das bere­inigte EBIT verbesserte sich zwar um 35 Mil­lio­nen Euro, lag aber mit drei Mil­lio­nen Euro weit­er in den roten Zahlen.

Über­durch­schnit­tliche Bew­er­tung: Das Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis 2019 der Aktie der Deutschen Telekom liegt bei rund 14. Damit ist sie zwar etwas niedriger bew­ertet als in den ver­gan­genen Jahren. Allerd­ings liegt die Bew­er­tung weit­er­hin über der der meis­ten inter­na­tionalen Wet­tbe­wer­ber und ist auch im DAX-Ver­gle­ich nicht preis­gün­stig.

Höhere Schulden: Die Net­to-Finanzverbindlichkeit­en erhöht­en sich durch Zukäufe und neue Bilanzierungsrichtlin­ien von Leas­ing-Geschäften zum Ende des ersten Quar­tals um 16,5 Mil­liar­den Euro auf 71,9 Mil­liar­den Euro. Durch die Über­nahme in den USA und Ersteigerung der 5G-Fre­quen­zen in Deutsch­land dürfte der Schulden­stand in naher Zukun­ft weit­er zule­gen.

Aktien unter­liegen Kurss­chwankun­gen; damit sind Kursver­luste möglich. Bei Wert­pa­pieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsver­luste möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Die Auswahl der Wert­pa­piere und son­sti­gen Finanzin­stru­mente dient auss­chließlich Infor­ma­tion­szweck­en und stellt kein Ange­bot, keine Auf­forderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzin­stru­menten dar. Sie soll lediglich Ihre selb­st­ständi­ge Anlageentschei­dung erle­ichtern und erset­zt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Der comdi­rect Ana­lysten­score berech­net sich aus der Gesamtzahl der Ana­lysten, die diese Aktie bew­erten. Die neg­a­tiv­en Ein­schätzun­gen (Verkaufen) wer­den von den pos­i­tiv­en (Kaufen) sub­trahiert und das Ergeb­nis durch die Gesamtzahl aller Ein­schätzun­gen (Kaufen, Hal­ten, Verkaufen) divi­diert. Diese Zahl wird mit 100 mul­ti­pliziert, um den Prozen­twert darzustellen. Die hier dargestell­ten Infor­ma­tio­nen und Wer­tun­gen genü­gen nicht den geset­zlichen Anforderun­gen zur Gewährleis­tung der Unvor­ein­genom­men­heit ein­er Anlageempfehlung oder Anlages­trate­gieempfehlung. Die Darstel­lung gibt nicht die Mei­n­ung von comdi­rect wieder. Darüber hin­aus unter­liegen die dargestell­ten Wert­pa­piere und son­sti­gen Finanzin­stru­mente keinem Ver­bot des Han­dels vor der Veröf­fentlichung von Anlage- oder Anlages­trate­gieempfehlun­gen. Stand: 31.07.2019; Quelle: comdirect.de