Deutsche Telekom: Klappt die Fusion in den USA?

Deutsche Telekom Klappt die Fusion in den USA?

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Umsatzzuwächse und gute Chancen auf eine Fusion in den USA: Die Deutsche Telekom hat wieder Tritt gefasst.

Die Deutsche Telekom hofft in den USA auf das Ja der Behörden zur Fusion mit Sprint. Das erste Quartal 2019 brachte einen Umsatzsprung. Die Dividendenrendite wurde zum vierten Mal in Folge erhöht und die Analysten sind weiterhin mehrheitlich von der Aktie überzeugt. Allerdings fiel der Nettogewinn zu Jahresanfang enttäuschend aus. Insbesondere die Systemsparte schafft die Trendwende noch nicht. Die Aktie ist im Vergleich zu internationalen Konkurrenten recht hoch bewertet und die Verschuldung ist deutlich angestiegen.

Deutsche Telekom (WKN 555750)

Wachstum in den USA: In den kommenden Wochen – so hofft die Telekom – soll die Fusion mit dem Konkurrenten Sprint in trockenen Tüchern sein. Schon allein aber erzielte die wachstumsstarke Telekom‐Tochter T‐Mobile US im ersten Quartal 2019 einen Umsatzzuwachs von mehr als 15 %. Gemeinsam mit Sprint wird sie zu einer ernsthaften Gefahr für die Branchenführer Verizon und AT&T.

Hohe Umsatzzuwächse: Der Konzernumsatz legte im ersten Quartal 2019 um knapp 9 % auf 19,5 Milliarden Euro zu. Dabei halfen neben Währungsgewinnen Zukäufe in Österreich und den Niederlanden. Auf konstanter Basis wuchs der Erlös um 3,5 %. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 8,3 % auf 5,9 Milliarden Euro.

Dividende legt zu: Die Deutsche Telekom gehört seit dem Börsengang im Jahr 1996 kontinuierlich zu den ausschüttungsstärksten Unternehmen im DAX. Die Ausschüttung stieg zur Hauptversammlung Ende März zum vierten Mal in Folge auf 70 Cent pro Aktie. Mit einer Dividendenrendite von rund 5 % liegt die Deutsche Telekom unter den Top Drei im DAX.

Optimismus bei den Experten: Die Deutsche Telekom genießt inzwischen wieder die Gunst der Analysten. Von 21 Einschätzungen lauten zurzeit 14 auf „Kauf“, fünf bevorzugen „Halten“ bei zwei Empfehlungen zum „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore liegt bei 57 % und damit im oberen Mittelfeld des DAX.

Deutsche Telekom (WKN 555750)

Nettoergebnis enttäuscht: Im Gegensatz zum EBITDA fiel das Nettoergebnis im ersten Quartal weniger positiv aus. Der Konzernüberschuss verminderte sich um 0,1 Milliarden Euro auf 0,9 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,25 Euro auf dem Wert des Vorjahresquartals. Das lag vor allem an Abschreibungen von 4,2 Milliarden Euro, die um 1,1 Milliarden Euro über dem Vorjahr lagen.

Systemgeschäft schwächelt weiter: Der Gesamtumsatz des Systemgeschäfts lag im ersten Quartal 2019 mit 1,6 Milliarden Euro unter Vorjahresniveau. Das Minus im IT‐Segment konnte von Wachstumsfeldern wie Public Cloud, Gesundheitsmarkt, Sicherheit und Internet der Dinge nicht kompensiert werden. Das bereinigte EBIT verbesserte sich zwar um 35 Millionen Euro, lag aber mit drei Millionen Euro weiter in den roten Zahlen.

Überdurchschnittliche Bewertung: Das Kurs‐Gewinn‐Verhältnis 2019 der Aktie der Deutschen Telekom liegt bei knapp 15. Damit ist sie zwar etwas niedriger bewertet als in den vergangenen Jahren. Allerdings liegt die Bewertung weiterhin über der der meisten internationalen Wettbewerber und ist auch im DAX‐Vergleich nicht preisgünstig.

Höhere Schulden: Die Netto‐Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich durch Zukäufe und neue Bilanzierungsrichtlinien von Leasing‐Geschäften zum Ende des ersten Quartals um 16,5 Milliarden Euro auf 71,9 Milliarden Euro. Durch die Übernahme in den USA und Ersteigerung der 5G‐Frequenzen in Deutschland dürfte der Schuldenstand in naher Zukunft weiter zulegen.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die hier dargestellten Informationen und Wertungen genügen nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 19.06.2019; Quelle: comdirect.de