Small caps - Deutsche Nebenwerte: Schnelles Wachstum

Deutsche Nebenwerte Schnelles Wachstum

Die deutschen Small Caps entwickeln sich seit Jahren besser als die Flaggschiffe im DAX. Dieser Trend hält nach Einschätzung von Experten an.

Vor zehn Jahren galt Wirecard (WKN 747206) noch als Small Cap. Bei Kursen um fünf Euro war der bayerische Zahlungsdienstleister ein kleineres Licht im TecDAX. Dann schaffte der Online‐Handel den Durchbruch, und neben Lotterien vertrauten zunehmend auch die Giganten des Internethandels auf den Service von Wirecard. Damit begann ein rasanter Kursaufschwung, bis Wirecard im Herbst 2018 sogar die altehrwürdige Commerzbank aus dem DAX verdrängte. Im deutschen Eliteindex gehört Wirecard mit einer Marktkapitalisierung von rund 17 Milliarden Euro nicht einmal zu den kleinsten Werten.

Wirecard ist ein Extrembeispiel dafür, wie rasant sich sogenannte Small Caps entwickeln können. Das kann natürlich nicht allen Unternehmen gelingen. Aber im Durchschnitt haben sich die im MDAX und SDAX gelisteten Nebenwerte in den zurückliegenden Jahren in der Regel besser entwickelt als die Flaggschiffe aus dem DAX. „Diese Tendenz dürfte weiterhin anhalten“, sagt Peter Kraus, Head of Small Cap Equities bei der Berenberg Bank. „Denn Small Caps sind deutlich wachstumsstärker als Großunternehmen.“

Gute Gewinnchancen

Für die überproportionalen Gewinnchancen der Small Caps gibt es mehrere Gründe: So werden die kleinen Werte von Banken und Anlegern weniger beobachtet. Spezialisten und Fondsmanager können aussichtsreiche Aktien vor der Konkurrenz entdecken und sich preisgünstig eindecken. Zudem ist das Wachstumspotenzial bei kleinen Unternehmen höher als bei etablierten Konzernen. Ein weiterer Pluspunkt ist die stärkere Beteiligung des Managements: Sie sind häufiger mit eigenem Geld und Aktien engagiert und denken daher langfristiger als angestellte Manager in Großkonzernen.

Stark profitieren kann der Mittelstand auch von der Digitalisierung: „Die Disruption vieler Geschäftsmodelle stellt Unternehmen vor Herausforderungen, bietet aber gleichzeitig große Chancen für die deutschen Nischenplayer“, meint lngo Koczwara, Fondsmanager bei Merck Finck Privatbankiers. Im Blickpunkt stehen für Koczwara dabei vor allem exportorientierte Unternehmen, die mit Spezialmaschinen oder Technologien die Basis für starke Wachstumstrends liefern. Dazu zählen etwa die Berliner Hypoport (WKN 549336), die eine Plattform für die Digitalisierung von Hypothekenkrediten anbietet, oder das NEMAX‐Urgestein Nemetschek (WKN 645290) mit seiner Architekten‐ und Planungssoftware. Besonders mag der Fondsmanager Unternehmen, die anderen das Wachstum erst ermöglichen. So beschäftigt sich die mit ihren Gabelstaplern bekannt gewordene Jungheinrich heute auch mit Lösungen für automatisierte Hochregallager und profitiert so vom Wachstum des Online‐Handels. Für digitalen Fortschritt im Gesundheitswesen sorgt Evotec (WKN 566480) mit der Automatisierung von vorklinischen Tests für die Pharmaindustrie.

Hohe Volatilität bei Einzelwerten

Trotz der großen Chancen ist bei der Anlage zu berücksichtigen: Das Einzelwertrisiko und die Volatilität sind bei Small Caps größer als bei Großunternehmen. Denn häufig sind sie von einem einzigen Produkt abhängig. Bei Nebenwerten macht sich Expertenwissen stärker bezahlt als bei Standardwerten. Zwar können Anleger auch in ETF und Zertifikate auf den MDAX oder SDAX investieren. Aber im Nebenwertesegment gelingt es aktiven Fondsmanagern sehr häufig, ihre Referenzindizes schlagen.

Neben Einzelwerten können Anleger auf Fonds setzen, die sich auf deutsche Small und Mid Caps spezialisiert haben. Zu den Fonds mit mindestens vier Sternen im Morningstar‐Rating gehören der DWS German Small/Mid Cap (WKN 515240), der Warburg Small & Mid Caps Deutschland — R (WKN A0RHE2) und der Credit Suisse (LUX) Small and Mid Cap Germany Equity — B (WKN 973882). Der mit fünf Morningstar‐Sternen ausgezeichnete Lupus Alpha Smaller German Champions A (WKN 974564) ist bei comdirect als Top‐Fonds sogar mit 100 % Rabatt auf den regulären Ausgabeaufschlag von 5 % erhältlich.

Aktien und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs eines Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres‐ und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in englischer und/oder deutscher Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier‐Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf‐ oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 12.12.2018, Quelle: comdirect.de