Deutsche Börse AG

Deutsche Börse Umsatz und Gewinn steigen

Der neue Vorsitzende Theodor Weimer setzt bei der Deutschen Börse auf Wachstum aus eigener Kraft.

Nach dem turbulenten Vorjahr ist bei der Deutschen Börse unter dem neuen Vorsitzenden Theodor Weimer Ruhe eingekehrt. Eine neue Geschäftsstruktur soll mittelfristig deutlich Kosten und Personal sparen. Umsatz und Gewinnentwicklung zeigen auch im dritten Quartal deutlich nach oben. Allerdings fehlt nach der gescheiterten Übernahme der London Stock Exchange (LSE) die Fantasie für große Sprünge. Die Bewertung der Aktie liegt inzwischen deutlich über dem DAX-Durchschnitt. Gleichzeitig ist die Dividendenrendite zuletzt zurückgegangen, und bei den Analysten hat die Deutsche Börse nur ein mäßiges Standing.

Deutsche Börse (WKN 581005)

Ruhe eingekehrt: 2017 war ein Schreckensjahr für die Deutsche Börse. Die Fusion mit der Londoner Börse LSE platzte, und der umstrittene Vorstandsvorsitzende Carsten Kengeter musste gehen. Mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Theodor Weimer ist seit Anfang dieses Jahres wieder Ruhe bei der Deutschen Börse eingekehrt. Der ehemalige Chef der Hypovereinsbank setzt auf Wachstum aus eigener Kraft und eine neue Unternehmensstruktur.

Kostensparende Struktur: Zum Jahresbeginn 2018 hat die Deutsche Börse aus zuvor vier nun neun Geschäftssegmente gebildet. Damit sollen 350 Mitarbeiter eingespart, die Effizienz erhöht und die strukturellen Kosten gesenkt werden. Die strukturellen Kosten sollen Ende 2020 um rund 100 Millionen Euro niedriger liegen. Die Einmalkosten des Strategieprogramms liegen bei rund 200 Millionen Euro.

Deutliche Umsatzsteigerung: Die gestiegene Volatilität und höhere US-Leitzinsen sorgten zuletzt für regen Handel. Im dritten Quartal 2018 stiegen die Nettoerlöse gegenüber dem Vorjahresquartal um 15 % auf 660 Millionen Euro. Alle neun Geschäftssegmente legten zu, besonders die Commodities, der Devisenhandel, das Datengeschäft, der Investment Fund Service und die Eurex mit ihren Finanzderivaten.

Gewinne ziehen überdurchschnittlich an: Weniger stark als die Umsätze stiegen zuletzt die bereinigten operativen Kosten. Sie lagen mit 260 Millionen Euro im dritten Quartal um 5 % über dem Vorjahresquartal. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBITDA) notierte mit 395 Millionen Euro um 19 % höher. Auch im Gesamtjahr 2018 soll das Gewinnwachstum das Umsatzwachstum übertreffen.

Deutsche Börse (WKN 581005)

Fehlende Fantasie: Nach den gescheiterten Fusionsversuchen mit der LSE hat die Deutsche Börse keinen großen Appetit mehr. Die amerikanischen Börsen CME und ICE sowie die Börse Hongkong sind zu groß für einen Angriff. Wachstum aus eigener Kraft und kleinere Zukäufe müssen bis auf Weiteres spektakuläre Pläne ersetzen.

Höhere Bewertung: Die Aktie der Deutschen Börse konnte sich im Jahr 2018 vom negativen Trend an den Märkten abkoppeln. Auf der Basis der aktuellen Ergebnisprognosen ist die Aktie nun mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) 2018 von rund 21 bewertet. Damit liegt sie deutlich über dem DAX-Durchschnitt.

Dividendenrendite gefallen: Die Deutsche Börse zahlt zwar seit Jahren zuverlässig Dividenden, die Steigerung fällt jedoch unterdurchschnittlich aus. Von 2013 bis 2017 legte die Ausschüttung von 2,10 Euro auf 2,45 Euro zu. Die Dividendenrendite liegt mit rund 2,4 % unter dem DAX-Durchschnitt.

Vorsichtige Analysten: Die Aktie der Deutschen Börse ist bei den Analysten zurzeit kein Lieblingswert. Sieben von 16 Experten sehen das Papier zurzeit als Kauf, ebenfalls sieben bevorzugen es, die Aktie zu halten. Zwar empfehlen auch nur zwei Experten den Verkauf, aber der comdirect Analystenscore liegt dennoch nur bei unterdurchschnittlichen 31 %.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 14.11.2018, Quelle: comdirect.de