Daimler Top-Zahlen - magerer Ausblick

2017 erwirtschaftete Daimler Rekorde bei Umsatz und Gewinn. Das Jahr 2018 dürfte schwieriger werden.

Daimler hat im Jahr 2017 weltweit die Absätze deutlich steigern können. Die Gewinne legten sogar überproportional zu. Die Lkw-Branche sorgte in der zweiten Jahreshälfte für positive Überraschungen. Die Daimler-Aktie ist weiterhin günstig bewertet und gehört zu den Dividendenstars im DAX. Allerdings stehen nach den Diesel-Problemen erhebliche Investitionen in neue Antriebstechnologien an. Der Konzernausblick für das Jahr 2018 ist skeptisch. Der Absatzboom in China dürfte 2018 abflachen, und die Analysten trauen dem Daimler-Konzern aktuell weniger zu als vor Jahresfrist.

Daimler (WKN 710000)

Breites Wachstum: Daimler ist als Automobilkonzern breit aufgestellt und hat ein Rekordjahr 2017 hinter sich. Der Absatz des Konzerns legte um 9,2 % auf 3,27 Millionen Fahrzeuge zu. Mercedes-Benz Cars verteidigte die Spitze unter den Premiumanbietern und konnte die Absätze in China um mehr als 25 % steigern.

Überdurchschnittlicher Gewinnanstieg: Bei einem Umsatzplus von 7 % auf 164,3 Milliarden Euro stiegen die Gewinne überdurchschnittlich. Das operative Ergebnis des Konzerns (EBIT) legte deutlich um 14 % von 12,9 auf 14,7 Milliarden Euro zu. Die Dividende soll um 40 Cent auf 3,65 Euro steigen.

Daimler-Trucks: Die weltweit anziehende Konjunktur machte sich im Lkw-Geschäft bemerkbar. Nach stockendem Jahresbeginn zog der Absatz von Daimler Trucks in der zweiten Jahreshälfte kräftig an. Insgesamt verkaufte Daimler mit 470.000 Lkws 13 % mehr als im Jahr 2016.

Attraktive Bewertung: Daimler ist im historischen Vergleich und gemessen am DAX-Durchschnitt attraktiv bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf der Basis der Schätzungen für das Jahr 2018 liegt bei rund sieben. Für die Ausschüttung im Frühjahr erwarten die Experten eine Dividendenrendite von rund 5,7 %.

Daimler (WKN 710000)

Diesel im Zwielicht: Daimler setzte lange vor allem auf den Diesel. Jetzt sind hohe Investitionen in alternative Antriebe notwendig. Schon 2017 gab der Konzern 8,7 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus — 15 % mehr als 2016. Dieser Trend dürfte anhalten und die Bilanzen in den kommenden Jahren belasten.

Schwacher Ausblick 2018: Für das laufende Jahr ist Daimler recht skeptisch. Aktuell erwartet der Vorstand ein Wachstum des globalen Automarktes um 2 % und für den Konzern nur eine leichte Steigerung bei Absatz und Umsatz. Im ersten Quartal legte der Umsatz um 3 % auf 39,8 Milliarden Euro zu, der Gewinn jedoch ging wegen Sondereffekten zurück.

Abschwung in China: Der chinesische Pkw-Markt ist stark durch Steueranreize geprägt. 2017 wurden deshalb zum Jahresende Käufe vorgezogen, sodass mit schwachen ersten Monaten 2018 zu rechnen ist. Im Gesamtjahr dürfte der chinesische Pkw-Markt nach Daimler-Schätzungen nur noch leicht zulegen.

Expertenvertrauen: Daimler ist in der Gunst der Experten zuletzt abgerutscht. Aktuell empfehlen sieben Analysten die Aktie zum „Kauf”. 11 setzen auf „Halten”, vier Experten tendieren zum „Verkauf”. Der comdirect Analystenscore liegt mit 14 % in der unteren DAX-Hälfte.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 09.05.2018, Quelle: comdirect.de