Daimler – Neuer Chef im Mai

Daimler Neuer Chef im Mai

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Anleger und Analysten setzen große Hoffnungen in den neuen Chef Ola Källenius. Aber der Dieselskandal und hohe Investitionen drücken auf den Gewinn.

Zur Hauptversammlung im Mai wird Ola Källenius den Daimler‐Vorstandsvorsitz übernehmen. Daimler hat weiterhin eine starke Marktposition im Bereich Pkw, Vans, Trucks und Busse. Die Sparte Trucks konnte zuletzt den operativen Gewinn deutlich steigern. Obwohl die Dividende für das Jahr 2018 gekürzt wurde, liefert Daimler die höchste Dividendenrendite unter den 30 DAX‐Aktien. Allerdings litten der Konzerngewinn und die operative Marge deutlich unter der schwierigen Marktlage und den hohen Investitionen in Zukunftstechnologie. Auch das Jahr 2019 begann schwach und der Ausblick bleibt durchwachsen. Die Dieselproblematik könnte noch zu außerordentlichen Belastungen führen und die Analysten sind zurzeit von der Daimler‐Aktie wenig überzeugt.

Daimler (WKN 710000)

Neuer Schwung mit neuem Chef: Zur Hauptversammlung am 22. Mai übernimmt der bisherige Entwicklungsvorstand Ola Källenius den Vorstandsvorsitz von Dieter Zetsche. Källenius ist bereits seit 1993 im Konzern und will verstärkt in Forschung und Entwicklung investieren. Im Jahr 2040 soll Daimler ein CO2‐freies Unternehmen sein.

Steigender Absatz 2018: Daimler behauptete sich 2018 als absatzstärkste Marke im Premiumsegment. Mit 2,38 Millionen Pkws gelang zwar nur eine minimale Steigerung um 0,4 % gegenüber dem Vorjahr. Die Sparten Mercedes‐Benz Vans, Daimler Trucks und Daimler Buses legten jedoch deutlich zwischen 5 und 10 % gegenüber 2017 zu.

Starke Lkw‐Sparte: Trotz nachlassender Konjunktur überzeugte die Lkw‐Sparte Mercedes Trucks. Der Absatz ging um fast 10 % auf rund 517.000 hoch, der Umsatz stieg aufgrund von Währungseffekten etwas geringer um 7 %. Als einziges Segment im Konzern konnte Mercedes Trucks auch den operativen Gewinn (EBIT) steigern – und zwar um satte 15 %.

Attraktive Bewertung: Daimler ist im historischen Vergleich und gemessen am DAX‐Durchschnitt attraktiv bewertet. Das Kurs‐Gewinn‐Verhältnis auf der Basis der Schätzungen für das Jahr 2019 liegt bei gut sieben. Obwohl die Dividende für das Jahr 2018 um 40 Cent auf 3,25 Euro gekürzt wurde, hat die Aktie die höchste Dividendenrendite im DAX mit aktuell rund 6 %.

Daimler (WKN 710000)

Gewinne gesunken: Das Daimler‐Ergebnis 2018 blieb sogar noch hinter den nach zwei Gewinnwarnungen gesunkenen Erwartungen zurück. Der operative Gewinn (EBIT) reduzierte sich um 22 % auf 11,1 Milliarden Euro, das Konzernergebnis brach sogar um 29 % auf 7,6 Milliarden Euro ein. Neben den Marktbelastungen durch Strafzölle und schwache Nachfrage waren dafür auch höhere Investitionen verantwortlich.

Schwacher Trend setzt sich fort: Der Konzernabsatz reduzierte sich im ersten Quartal 2019 um 4,1 %. Trucks und Vans legten zu, Busse und vor allem Pkw büßten ein. Der Umsatz des Konzerns blieb zwar bei rund 39,7 Milliarden Euro nahezu konstant. Das Konzern‐EBIT verringerte sich aber um 16 % auf 2,8 Milliarden Euro, die EBIT‐Marge der wichtigsten Sparte Pkw gab nahezu um ein Drittel von 9,0 % auf 6,1 % nach.

Dieselproblem noch virulent: Auch Daimler leidet unter der Dieselproblematik. Zwar steht der Konzern in den USA weniger im Fokus als Volkswagen. Aber mit Strafzahlungen von rund einer Milliarde US‐Dollar wird gerechnet. Zudem haben auch in Deutschland Besitzer von Dieselfahrzeugen erstinstanzlich Prozesse gegen Daimler gewonnen. Es drohen Fahrzeugrückgaben.

Expertenvertrauen hat abgenommen: Daimler ist in der Gunst der Fachleute im vergangenen Jahr abgerutscht und belegt mit einem comdirect Analystenscore von 9 % einen hinteren Platz im DAX‐Klassement. Nur sieben von 22 Experten empfehlen die Aktie als „Kauf“, zehn setzen auf „Halten“, fünf sprechen sich für den „Verkauf“ aus.

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