BMW: Starker Gewinneinbruch

BMW Starker Gewinneinbruch

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In Asien hal­ten sich die Verkäufe des BMW-Konz­erns gut. Aber Rück­stel­lun­gen wegen Kartel­lver­fahren belas­ten die Bilanz stark.

Der BMW-Konz­ern ist in fast allen Seg­menten und allen Regio­nen mit seinen Pre­mi­um­fahrzeu­gen vertreten. In Asien ist das Geschäft zulet­zt bemerkenswert sta­bil geblieben. Als Pio­nier der Elek­tro­mo­bil­ität in Deutsch­land hat BMW einen Vor­sprung. Die Bew­er­tung der Aktie ist niedrig, trotz der Kürzung der Auss­chüt­tung in diesem Früh­jahr ist die Div­i­den­den­ren­dite hoch. Allerd­ings ging im ersten Quar­tal bei kon­stan­ten Verkauf­szahlen der Umsatz leicht zurück. Deut­lich stärk­er brach der Gewinn wegen Rück­stel­lun­gen für Kartel­lver­fahren ein. Zahlre­iche Baustellen der Autoin­dus­trie machen sich auch bei BMW bemerk­bar und erfordern hohe Investi­tio­nen. Die Ana­lysten trauen dem Konz­ern aktuell wenig zu.

BMW (WKN 519000)

In fast allen Seg­menten vertreten: BMW ist im Pre­mi­um­seg­ment bre­it aufgestellt. Die Stam­m­marke BMW deckt eine bre­ite Spanne von der unteren Mit­telk­lasse bis zu hoch motorisierten und auch elek­tri­fizierten High-End-Fahrzeu­gen ab. Konz­ern­tochter Mini ist die Top­marke bei Klein­wa­gen. Rolls Royce erfüllt die Wün­sche der ver­mö­gend­sten Kun­den, kün­ftig auch mit dem ersten SUV der Nobel­marke.

Sta­bil­ität in Asien: Wie im gesamten Vor­jahr kon­nte BMW auch im ersten Quar­tal 2019 den PKW-Absatz im Konz­ern ger­ingfügig steigern. Das Plus lag ins­ge­samt bei 0,1 %, die Nobel­marke Rolls Royce kon­nte sog­ar um fast 50 % zule­gen. Absatzstärk­stes Land war mit deut­lichem Abstand Chi­na. Hier stieg der Absatz um 10,2 % auf nahezu 169.000 Fahrzeuge.

Stark bei Elek­troau­tos: BMW hat im Gegen­satz zu VW und Daim­ler mit dem i3 und dem i8 schon früh auf eigen­ständi­ge Elek­tro­mo­bile geset­zt. Trotz langer Vor­laufzeit ren­tiert sich das vor allem inter­na­tion­al. Im Jahr 2018 stieg der Absatz elek­tri­fiziert­er Fahrzeuge um rund 38 % auf mehr als 142.000 Exem­plare. Im ersten Quar­tal 2019 gab es allerd­ings eine Delle, das Wach­s­tum lag nur bei 0,7 %.

Gün­stige Bew­er­tung: Auf Basis der Schätzun­gen für das Jahr 2019 ist BMW mit einem Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis von rund 7 im his­torischen Ver­gle­ich niedrig bew­ertet. Zwar kürzte BMW als eines von nur zwei DAX-Unternehmen (neben Daim­ler) im Ver­gle­ich zum Vor­jahr die Div­i­dende um 50 Cent auf 3,50 Euro. Den­noch liegt die Div­i­den­den­ren­dite bei über­durch­schnit­tlichen 4,8 %.

BMW (WKN 519000)

Sink­ende Umsätze: Trotz des leicht­en Plus bei den verkauften Autos ging der Umsatz von BMW im ersten Quar­tal um knapp 1 % auf rund 22,5 Mil­liar­den Euro zurück. Dafür ver­ant­wortlich waren ungün­stige Wech­selkurse und Preiszugeständ­nisse in schwieri­gen Märk­ten. Im Gesamt­jahr 2019 sollen allerd­ings Absatz und Umsatz nach den eige­nen Prog­nosen leicht zule­gen.

Stark­er Gewin­nein­bruch: Der oper­a­tive Gewinn (EBIT) des BMW-Konz­erns brach im ersten Quar­tal gegenüber dem Vor­jahr um mehr als drei Vier­tel auf 589 Mil­lio­nen Euro ein. Haupt­grund war eine Rück­stel­lung von 1,4 Mil­liar­den Euro im Zusam­men­hang mit dem aktuellen Kartel­lver­fahren, das die EU-Kom­mis­sion angestrengt hat.

Baustellen in der Autoin­dus­trie: BMW ist zwar bei den Antrieben bess­er aufgestellt als die deutsche Konkur­renz. Aber die Kartel­lver­fahren und die Han­del­stur­bu­len­zen machen auch dem bay­erischen Konz­ern zu schaf­fen. Gle­ichzeit­ig muss BMW wie der deut­lich größere Volk­swa­gen-Konz­ern kräftig in die Zukun­fts­ge­bi­ete des autonomen und elek­trischen Fahrens investieren.

Experten sehen wenig Per­spek­tiv­en: Ana­lysten beurteilen BMW zurzeit ziem­lich skep­tisch. Nur 7 von 24 Experten empfehlen die Aktie zum Kauf „Kauf“. Eine absolute Mehrheit von 13 Ana­lysten set­zt das BMW-Papi­er auf „Hal­ten“, und vier rat­en gar zum „Verkaufen“. Der comdi­rect Ana­lysten­score liegt damit bei mageren 12 % und hält sich ger­ade noch im pos­i­tiv­en Bere­ich.

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