BMW Felge

BMW Mehr Absatz, weniger Gewinn

BMW verkaufte in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 mehr Autos als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn fiel dennoch zurück.

Der BMW-Konzern ist in fast allen Segmenten mit seinen Premium-Fahrzeugen vertreten. Im den ersten neun Monaten des Jahres 2018 zogen die Verkäufe an. Bei der Elektromobilität hat der Konzern gegenüber der deutschen Konkurrenz einen Vorsprung erarbeitet Die Bewertung ist niedrig, die Dividendenrendite dagegen hoch. Allerdings ging der operative Gewinn  trotzder starken Verkäufe wegen Währungsbelastungen und hoher Investitionen zurück. Bei den Analysten gehört BMW nicht zu den Favoriten. Zudem können Dieselskandal, Kartellverdacht und Handelsauseinandersetzungen BMW in naher Zukunft Probleme bereiten.

BMW (WKN 519000)

In fast allen Segmenten vertreten: BMW ist im Premiumsegment breit vertreten. Die Stammmarke BMW deckt eine breite Spanne von der unteren Mittelklasse bis zu hoch motorisierten High-End-Fahrzeugen ab. Konzerntochter Mini ist die Topmarke bei Kleinwagen. Rolls-Royce erfüllt die Wünsche der vermögendsten Kunden, künftig auch mit dem ersten SUV der Nobelmarke.

Absatzzuwächse: In den ersten neun Monaten des Jahres konnte die BMW Group ihren Absatz weltweit um 1,3 % auf 1.834.810 Fahrzeuge steigern. Neben der Kernmarke BMW (plus 1,9 % auf 1.566.216 Einheiten) hat vor allem der Luxusanbieter Rolls-Royce kräftig zugelegt (plus 13,5 %).

Stärkster deutscher Elektrokonzern: Anders als die deutsche Konkurrenz hat BMW mit Entwicklungen wie dem i3 und dem i8 schon frühzeitig auf eigenständige Elektromobile gesetzt. Das macht sich bezahlt. In den ersten neun Monaten konnte BMW den Absatz von Elektroautos im Vergleich zum Vorjahr um 42,0 % auf knapp 100.000 Fahrzeuge steigern.

Günstige Bewertung: Auf Basis der Schätzungen für das Jahr 2018 gehört BMW mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut sieben zu den am niedrigsten bewerteten Aktien im DAX. Zudem hat BMW im Frühjahr die Dividende um 50 Cent auf vier Euro gesteigert. Die Dividendenrendite liegt damit bei überdurchschnittlichen 5,5 %.

BMW (WKN 519000)

Umsatzminus durch starken Euro: Trotz des Plus bei den verkauften Autos verringerte sich der Umsatz des BMW-Konzerns in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,2 % auf rund 72,5 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür waren Währungseffekte durch den zwischenzeitlich erstarkten Euro. Währungsbereinigt stieg der Umsatz immerhin um 1,5 %.

Gewinne gehen zurück: Auch das operative Ergebnis (EBIT) ging bei BMW zuletzt zurück. Das EBIT im Gesamtkonzern reduzierte sich in den ersten neun Monaten um 11,2 % auf 7,2 Milliarden Euro. In der Automobilsparte sank das operative Ergebnis sogar um 19,5 % auf 4,7 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür waren neben negativen Währungseffekten auch höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Dieser Effekt wird angesichts der nötigen Investitionen in E-Mobilität und autonomes Fahren anhalten.

Experten mit mageren Erwartungen: Die Analysten betrachten BMW zurzeit skeptisch. Nur sieben von 23 Experten empfehlen die Aktie zum „Kauf“. 13 plädieren für „Halten“ und drei setzen sie auf „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 17 % und unterhalb des DAX-Durchschnitts.

Belastungen durch Skandale und Handelskrieg: Wie die gesamte Autoindustrie hat auch BMW mehrere Baustellen. Zwar steht der Konzern im Dieselskandal weniger unter Verdacht als Daimler und VW. Aber die jüngsten Kartell-Verdächtigungen treffen auch BMW. Und der amerikanisch-chinesische Handelsstreit könnte BMW sogar noch stärker treffen als die Konkurrenz, weil das größte BMW-Werk in den USA steht.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 14.11.2018, Quelle: comdirect.de