Berkshire Hathaway Rekordgewinne

Trumps Steuerreform bescherte Warren Buffett einen Gewinnschub. Die Kasse quillt über, aber attraktive Kaufkandidaten sind kaum zu finden.

Warren Buffett hat seine Anlagestrategie während der vergangenen 50 Jahre kaum verändert und damit beeindruckende Renditen erwirtschaftet. Die Steuerreform von Donald Trump bescherte seinem Unternehmen Berkshire Hathaway Rekordgewinne. Die Holding besitzt rund 90 Unternehmen und vor allem zahlreiche große Beteiligungen am Who is Who der US-Wirtschaft. Zudem hat Buffett zuletzt seine Anlagen im Ausland und in der Technologiebranche ausgeweitet. Allerdings sind Buffett und sein Kompagnon Charlie Munger weit jenseits der Pensionsgrenze. Das Unternehmen ist hoch bewertet und verzichtet traditionell auf Dividendenausschüttungen. Auch für Buffett sind aktuell Übernahmekandidaten zu attraktiven Preisen nur schwer zu finden. Und schließlich haben europäische Anleger von der guten Kursentwicklung der Aktie aufgrund der Dollar-Schwäche kaum profitiert.

Berkshire Hathaway (WKN 854075)

Überzeugende Strategie: Warren Buffett investiert mit seiner Holding Berkshire Hathaway seit 1965 in Unternehmen mit überzeugendem Geschäftsmodell und attraktiver Bewertung. Mit dieser seit Beginn weitgehend unveränderten Value-Strategie hat er beeindruckende Renditen erzielt. Die Berkshire-Hathaway-Aktie ist heute die mit Abstand teuerste Aktie der Welt.

Rekordquartal dank Trump: Im vierten Quartal verdiente Berkshire Hathaway unter dem Strich 32,6 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Gewinn damit mehr als verfünffacht werden. Verantwortlich dafür war die Steuerreform von Donald Trump. Im ersten Quartal 2018 stand zwar wegen geänderter Bilanzregeln ein Minus von 1,1 Milliarden Dollar, operativ jedoch überzeugte ein Plus von 49 % auf 5,3 Milliarden Dollar.

Breites Portfolio: Unter dem Dach der Holding Berkshire Hathaway befinden sich rund 90 kleinere und größere Unternehmen. Schwerpunkte sind Versicherungen und Eisenbahnen, aber auch Konsumgüterhersteller wie Fruit of the Loom. Noch werthaltiger sind die hohen Beteiligungen, die Buffett an Säulen der US-Wirtschaft wie Kraft-Heinz, Wells Fargo oder Coca-Cola hält.

Neue Wege: Buffett hat in den vergangenen Jahren seine Anlagen noch breiter diversifiziert. Neben internationalen Werten (aus Deutschland etwa Lanxess) investiert er zunehmend auch in reifere Unternehmen aus der Technologiebranche, die attraktiv bewertet sind. Dazu gehört Smartphone-Gigant Apple, der zu den Top-Five seiner Beteiligungen zählt.

Berkshire Hathaway (WKN 854075)

Nachfolge: Buffett und sein Kompagnon Charlie Munger sind zusammen über 180 Jahre alt (87 und 94). Ihr Ausscheiden aus dem Unternehmen durch Rückzug, Krankheit oder Tod würde zunächst wahrscheinlich zu einem Kursabschlag führen. Die potenziellen Nachfolger sind zwar im Unternehmen erprobt, müssen sich aber dennoch an den Märkten beweisen.

Hohe Bewertung: Buffett selbst investiert bevorzugt in dividendenstarke Aktien. Seine Holding jedoch zahlt keine Dividenden oder andere Gewinnbeteiligungen an Aktionäre aus. Angesichts der von Berkshire Hathaway erzielten Kursgewinne verzeihen das die Anleger gern. Allerdings liegt auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie bei fast 21 und damit über dem Marktniveau.

Anlagenotstand: Auch Warren Buffett kennt Anlagenotstand. Der Cash-Bestand von Berkshire Hathaway erhöhte sich im Jahr 2017 um 30 Milliarden US-Dollar auf rund 116 Milliarden US-Dollar. Das Problem: Buffett findet aktuell kaum Unternehmen, bei denen er zu attraktiven Kaufpreisen einsteigen kann.

Euro-Anleger benachteiligt: In den vergangenen zwölf Monaten hat die Berkshire-Aktie im Vergleich zu Dow und S&P 500 gut abgeschnitten. Deutsche Anleger hatten wegen des stark gestiegenen Euro allerdings weit weniger davon. Eine anhaltende Euro-Stärke würde ihre Bilanz weiter trüben.

Aktien unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Bei Aktien in ausländischer Währung kann es zu Wertverlusten durch Wechselkursveränderungen kommen. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Sie dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 01.08.2018; Quelle: comdirect.de