Berkshire Hathaway: Neue Ideen gesucht

Berkshire Hathaway Neue Ideen gesucht

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Wenn Warren Buffett zur Hauptversammlung lädt, kommen Zehntausende. Dafür gibt es gute Gründe.

Es gibt Hauptversammlungen und es gibt das „Woodstock für Kapitalisten“: So nennen die Fans des legendären Investors Warren Buffett schon seit Jahren die Hauptversammlung von Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway (WKN A0YJQ2). Jedes Jahr am ersten Maiwochenende lockt dieses Event Zehntausende Anleger nach Omaha im US‐Bundesstaat Nebraska. Das Städtchen im Mittleren Westen der USA erwacht dann für einige Tage aus dem Dornröschenschlaf. Dabei kommen die Aktionäre und Warren‐Buffett‐Fans aus der ganzen Welt – aus Asien, Australien, aber auch aus Deutschland. Zu den regelmäßigen Besuchern zählt die Finanzjournalistin Dr. Gisela Baur (Autorin des aktuellen Buchs: „Warren Buffett – Der Jahrhundertkapitalist“): „Die Hauptversammlung ist für mich eine jährliche geistige Frischzellenkur. Warren und sein Kompagnon Charlie Munger erinnern mich daran, einfach, humorvoll und optimistisch zu denken – nicht nur in Sachen Geldanlage.“ Georg Issels, Value‐Investor und Vorstand der deutschen Beteiligungsgesellschaft Scherzer & Co. AG, ergänzt: „Ich fahre schon seit mehr als 15 Jahren regelmäßig zur Hauptversammlung – auch weil Warren Buffett es immer wieder schafft, die Zuschauer und auch mich zu überraschen.“

Üppige Gewinne und Dividenden bei den Beteiligungen

Buffett zeigt auch im hohen Alter mit seinen messerscharfen Analysen immer wieder neue Facetten des Investierens auf – genau wie sein 95‐jähriger Geschäftspartner Charlie Munger. Der warnte vor fünf Jahren, dass die europäischen Banken nach der globalen Finanzkrise nicht so weit seien wie die US‐Banken und er daher diese Banken nicht kaufen würde. Erst danach kam der große Absturz bei vielen europäischen Geldinstituten, allen voran bei der Deutschen Bank. Besonders im Fokus stehen bei der HV immer die großen Aktienbeteiligungen von Berkshire Hathaway. Der Blick auf die Top‐Fünf‐Beteiligungen zeigt den klaren US‐Fokus von Warren Buffett: So hält er aktuell 5,4 % der Aktien von Apple (WKN 865985). Mit knapp 18 % ist der Anteil bei American Express (WKN 850226) deutlich größer und sehr profitabel, wie Buffett im aktuellen Geschäftsbericht angibt: „Berkshires Anteil an den 6,9 Milliarden US‐Dollar Gewinn von American Express entspricht 1,2 Milliarden Dollar. Das sind 96 % der 1,3 Milliarden Dollar, die wir für unseren Anteil an American Express bezahlt haben.“ Die weiteren großen Aktienbeteiligungen sind Coca‐Cola (WKN 850663) und die US‐Banken Bank of America (WKN 858388) und Wells Fargo (WKN 857949). Allein die Dividendenerträge bei diesen fünf Top‐Beteiligungen machten 2018 fast drei Milliarden Dollar aus. Mit allen Aktienbeteiligungen hat Berkshire Hathaway Dividenden in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar erzielt.

Noch keine Übernahmeziele bekannt

Berkshire Hathaway hat seit der Übernahme durch Buffett im Jahr 1965 pro Jahr durchschnittlich doppelt so viel Rendite erzielt wie der marktbreite S&P 500. Zu den größten Gewinnbringern zählten und zählen Firmen, an denen das Unternehmen Beteiligungen zwischen 80 % und 100 % hält und die nicht an der Börse gelistet sind. Zu diesen mehr als 70 Firmen gehören auch bei uns in Deutschland bekannte Namen wie die Laufsportfirma Brooks oder der T‐Shirt‐Produzent Fruit of the Loom. Insgesamt haben die Tochtergesellschaften 2018 einen Gewinn von 16,8 Milliarden Dollar erzielt. Spannend wird es auf der Hauptversammlung auch dann, wenn es um den großen Cash‐Bestand von Berkshire mit aktuell 112 Milliarden Dollar geht. Hier erhoffen sich die Anleger Signale, welche Übernahmeziele es aktuell gibt. Zuletzt sagte Buffett zwar, dass „durch die hohen Preise keine attraktiven Kaufgelegenheiten am Markt zu finden sind, die in unser Portfolio passen“. Aber vielleicht schlägt Buffett schon bald wieder zu. In der Vergangenheit jedenfalls kam so mancher große Deal gerade dann zustande, als kaum jemand damit rechnete.

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