Beiersdorf
Nivea, Tesa und mehr

Der Ham­burg­er Kos­metikkonz­ern prof­i­tiert von seinen hoch­preisi­gen Pro­duk­tlin­ien und der Kleb­stoff­s­parte Tesa.

Der Ham­burg­er Kos­metikkonz­ern ist weltweit aktiv und in ver­schiede­nen Preis­seg­menten vertreten. Nach einem schwächeren Jahr 2017 rech­nen Unternehmen und Ana­lysten für 2018 mit ein­er zweis­tel­li­gen Gewinnsteigerung. Ins­beson­dere die Kleb­stoff­s­parte Tesa und die Luxu­skos­metik­lin­ie La Prairie gehören aktuell zu den Wach­s­tum­streibern. Allerd­ings ver­hagelte der wieder­erstark­te Euro Beiers­dorf zulet­zt das Ameri­ka-Geschäft. Die Aktie ist hoch bew­ertet und liefert bei kon­stan­ten Auss­chüt­tun­gen nur eine geringe Div­i­den­den­ren­dite. Die Ana­lysten empfehlen zurzeit mehrheitlich nur „Hal­ten“.

Beiers­dorf (WKN 520000)

Mehr als Nivea: Beiers­dorf ken­nt längst nicht jed­er. Die bekan­nteste Marke Nivea hat jedoch ein­er gesamten Gat­tung in Deutsch­land ihren Namen gegeben. Mit Haut- und Schön­heit­spflege­pro­duk­ten ist Beiers­dorf inzwis­chen in mehr als 160 Län­dern der Welt vertreten. Zum Konz­ern gehören neben Nivea auch Labels wie Eucerin, Label­lo, 8x4 und La Prairie.

Gewinnsteigerung in Sicht: Nach einem durch Son­der­ef­fek­te etwas schwächeren Vor­jahr mit einem Gewinn pro Aktie von 2,96 Euro erwartet Beiers­dorf in diesem Jahr einen Gewinnsprung. Ana­lysten trauen dem Unternehmen ein Plus von rund 15 % zu. Die oper­a­tive Marge, die bere­its 2017 bei 15,4 % lag, sollte eben­falls noch ein­mal anziehen.

Kon­junk­tur spricht für Kleb­stoffe: Der Beiers­dorf-Unternehmens­bere­ich Tesa ist ein­er der weltweit führen­den Her­steller von Kleb­stof­fen für Indus­trie, Gewerbe und End­ver­brauch­er und prof­i­tiert von der guten Weltkon­junk­tur. Der Umsatz stieg im ersten Hal­b­jahr 2018 gegenüber dem bere­its starken Vor­jahresquar­tal nom­i­nal um 7,5 %, um Wech­selkursef­fek­te bere­inigt sog­ar um 10,6 %.

Luxus läuft: Bess­er noch als die Kern­marke Niveau entwick­el­ten sich zulet­zt bei Beiers­dorf die Bere­iche Der­ma­tolo­gie mit den Marken Eucerin und Aquaphor und vor allem das Kos­metik-Luxu­s­la­bel La Prairie. Mit Pflegelin­ien wie „The Caviar Col­lec­tion“ wuchs La Prairie nach einem bere­its guten Vor­jahre­shal­b­jahr um rund 55 %.

Beiers­dorf (WKN 520000)

Schwäche in Ameri­ka: Der Höhen­flug des Euro im ersten Hal­b­jahr dieses Jahres hat das Geschäft auf dem amerikanis­chen Kon­ti­nent ver­hagelt. In Nor­dameri­ka reichte es bei einem nom­i­nalen Umsatz­plus von nur 2,3 % zum Vor­jahreszeitraum wech­selkurs­bere­inigt immer­hin zu einem Plus von 12,5 %. In Lateinameri­ka jedoch ging der Umsatz nom­i­nal um 11,2 % und wech­selkurs­bere­inigt um 0,7 % zurück.

Hohe Bew­er­tung: Marke­nak­tien mit einem sta­bilen Geschäft wer­den an der Börse seit jeher geschätzt und über­durch­schnit­tlich hoch bew­ertet. Das Kurs-Gewinn-Ver­hält­nis von Beiers­dorf liegt auf der Basis der Schätzun­gen für 2018 allerd­ings auf einem Niveau von fast 30 – mehr als dop­pelt so hoch wie der DAX. Diese Vorschus­s­lor­beeren muss der Konz­ern erfüllen.

Niedrige Div­i­dende ohne Steigerung: Kon­stanz ist nicht immer aus­re­ichend. Seit vie­len Jahren schüt­tet Beiers­dorf im Früh­jahr 70 Cent pro Aktie als Div­i­dende aus. Angesichts des Kur­sanstieges der Aktie wird die Div­i­den­den­ren­dite laufend niedriger. Aktuell liegt sie bei 0,7 % – das ist gle­ichzeit­ig der niedrig­ste Wert aller DAX-Aktien, die über­haupt Div­i­den­den auss­chüt­ten.

Skep­tis­che Ana­lysten: Experten sehen Beiers­dorf auf­grund der hohen Bew­er­tung kri­tisch. Aktuell liegt der comdi­rect Ana­lysten­score bei 0 %. Nur vier Kaufempfehlun­gen ste­hen eben­so vier Verkauf­sempfehlun­gen gegenüber. Die über­wiegende Mehrheit der Experten (15) optiert für „Hal­ten“.

Aktien unter­liegen Kurss­chwankun­gen, damit sind Kursver­luste möglich. Die frühere Wer­ten­twick­lung ist kein ver­lässlich­er Indika­tor für die zukün­ftige Wer­ten­twick­lung. Die Beschrei­bung der Wert­pa­piere stellt keine Kauf- oder Verkauf­sempfehlung dar. Der comdi­rect Ana­lysten­score berech­net sich aus der Gesamtzahl der Ana­lysten, die diese Aktie bew­erten. Die neg­a­tiv­en Ein­schätzun­gen (Verkaufen) wer­den von den pos­i­tiv­en (Kaufen) sub­trahiert und das Ergeb­nis durch die Gesamtzahl aller Ein­schätzun­gen (Kaufen, Hal­ten, Verkaufen) divi­diert. Diese Zahl wird mit 100 mul­ti­pliziert, um den Prozen­twert darzustellen. Die Darstel­lung gibt nicht die Mei­n­ung von comdi­rect wieder. Sie dient auss­chließlich der Infor­ma­tion und stellt keine Anlageempfehlung dar. Stand: 15.08.2018, Quelle: comdi­rect